Jasmine Thompson Interview
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Musik

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Ann-Christin Kieter

Musik

Jasmine Thompson im Interview: "Robin Schulz und Felix Jaehn sind wie Brüder"

UNICUM: "Zukünftiger Superstar", "Wunderkind", "Muse der Stars" – in den Medien kursieren so viele schöne Bezeichnungen für dich. Auf welche bist du am meisten stolz?
Jasmine Thompson: Ich weiß nicht. Alle sind so liebevoll, das macht mich einfach dankbar und ehrt mich. Aber Komplimente über meine Stimme sind mir natürlich noch wichtiger als die über meine Art.

Du giltst immer als süß und lieb. Kannst du denn auch mal richtig ausrasten?
Na ja, wenn mir Leute richtig auf die Nerven gehen ... Aber ich versuche im Umgang mit anderen natürlich nicht auszurasten (lacht). Meistens passiert das eher, wenn meine Mama mich nicht mit meinen Freunden ausgehen lassen will.

Was haben deine Eltern denn damals zu deinem YouTube-Channel gesagt? Immerhin hast du "TantrumJas" schon mit zehn Jahren gestartet.
Sie haben mich von Anfang an unterstützt, auch was die Technik angeht. Ich war noch total jung, als meine Mama realisiert hat, dass ich das Singen wirklich liebe. Von da an hat sie mich zu 100 Prozent gepusht, damit ich meinen Traum, Vollzeit-Sängerin zu werden, auch erreiche. Als meine Videos von Cover-Songs dann super ankamen, waren sie natürlich richtig stolz und haben sich für mich gefreut.



"Ich bin schon noch ein normaler Teenager"

Wenn man so früh anfängt zu arbeiten wie du, hat man dann nicht das Gefühl, etwas im Leben zu verpassen?
Nein, ich denke nicht. Ich habe einfach den Schritt ausgelassen, in dem Leute versuchen herausfinden, was ihnen liegen könnte und wohin es mal beruflich gehen könnte. Ich hatte einfach doppeltes Glück, dass ich es so schnell wusste und es dann auch noch geklappt hat. Ich bin aber schon noch ein ganz normaler Teenager, der mit seinen Freunden am Wochenende abhängt.

Wie viel Zeit hast du denn für deine Freunde?
Ich habe viel Zeit. Ich arbeite meistens dann, wenn meine Freunde in der Schule sind, von neun bis 16 Uhr. Wir haben also gleichzeitig Feierabend. Wenn ich auf Tour bin, facetimen oder skypen wir so viel wie möglich.

Und du bekommst private Schulstunden?
Genau, ich bekomme Unterricht in verschiedenen Fächern. Ich bin dann bei meinen Lehrern zu Hause und wir üben Essay schreiben und so etwas. Geschichte macht mir auch viel Spaß. Aber ich werde dieses Jahr erstmal aufhören. Ich könnte mir gut vorstellen, noch weitere Abschlüsse zu machen, aber ich habe noch keinen Plan.  Ich würde aber gerne noch einen Musik-Kurs machen. 

Jasmine Thompsons Deutsch-Kenntnisse beschränken sich auf Eissorten

Sprichst du eigentlich viele Sprachen? Chinesisch zum Beispiel wegen deiner Mama, die ja Chinesin ist?
Das Ding ist, als mein Bruder und ich aufgewachsen sind, war meine Mama noch dabei, Englisch auf hohem Niveau zu lernen. Deswegen hat sie hauptsächlich Englisch mit uns gesprochen und wir konnten nie Chinesisch aufschnappen. Aber ich kann zählen und kenne ein paar Ausdrücke. Überhaupt kann in vielen Fremdsprachen ein bisschen was sagen, aber spreche keine so richtig.

Dann haben dir Robin Schulz und Felix Jaehn während eurer Zusammenarbeit bestimmt auch ein bisschen Deutsch beigebracht, oder?
Was ich gelernt habe, hat hauptsächlich mit Eissorten zu tun: Haselnuss, Kokosnuss ... Und wirklich ganz einfache Dinge wie "Hallo!", "Wie geht es dir?", "Danke". Aber grundsätzlich haben alle um mich herum immer automatisch Englisch gesprochen und ich musste ständig sagen: "Nein, sprecht ruhig Deutsch, ich will etwas lernen." Ich werde so schrecklich faul, wenn jeder immer Englisch spricht.

Wie würdest du deine Beziehung zu den beiden Jungs beschreiben?
Robin und Felix sind fast wie Brüder, ich mag sie so sehr. Ich freue mich immer, wenn ich mit ihnen unterwegs sein kann. Sie inspirieren mich sehr. Schließlich machen sie genau das, was ich machen will: Sie verbringen ihr Leben damit, Musik zu machen und auf Tour zu gehen – und sind mit Leib und Seele dabei.      

Wie unterscheiden sich deutsche Jungs von britischen? Was magst du an ihnen?
Sie sind halt so wie sie sind, ne? (lacht.)

Okay, die Frage ist vielleicht leichter: Was magst du an Deutschland?
Köln ist tatsächlich einer meiner Lieblingsorte. Ich habe ein Schloss an der Hohenzollernbrücke angebracht und demnächst will ich auf jeden Fall checken, ob es noch da ist.

"Ein Cover-Song ist wie ein gesungenes ‚Ich brauche dich‘"

Vor deiner ersten Single "Adore" warst du hauptsächlich mit Cover-Songs erfolgreich. Ist es nicht ein bisschen gemein, mit der Musik von anderen berühmt zu werden?
Manche Leute sehen das vielleicht so, ich aber nicht. Ich habe es gemacht, um meine eigene Musik aufzusparen, aber trotzdem etwas zu veröffentlichen. Ich habe den Songs der anderen meinen eigenen Stempel aufgedrückt. Man hat ja unzählige Möglichkeiten, ein Cover zu machen, und bekommt immer eine ganz eigene Version. Als ich dann meine eigenen Songs hatte, wollte ich die natürlich rausbringen. Und das möchte ich in Zukunft auch weiterhin tun.

Glaubst du, dass irgendwann jemand mal einen Song von dir covern wird?
Wenn das passiert, bin ich sooo happy. "Adore" habe ich sogar schon mal irgendwo gehört und meine Version des "Chaka Khan"-Songs auch. Andere Künstler zu covern, das ist wie "Ich brauche dich" zu singen. Und man bekommt die Chance, seine eigene Musik wie durch einen Spiegel zu sehen.

Ein Plan B? Bloß kein Büro-Job!

Bist du eigentlich noch richtiger Fan von irgendjemandem seit du selber berühmt bist?
Ja! Es gibt so viele Leute, die ich gerne höre und respektiere. Florence and the Machine ist wahrscheinlich eine meiner größten Inspirationsquellen. Ich liebe sie so sehr! Ihre Bühnenpräsenz ist unglaublich und ihre Stimme natürlich auch. Aber ich glaube, dass viele Leute im Musikbusiness mich positiv beeinflussen können. Ich höre wirklich sehr unterschiedliche Musik. Privat sind Piano Balladen mein absoluter Favorit.

Du spielst ja selber auch Klavier. Fällt dir das leicht oder ist das mit viel Disziplin verbunden?
Wenn man mit einem Instrument anfängt, kann es erstmal ganz schön frustrierend sein. Aber mit der Zeit wird es immer leichter. Klavier spiele ich jetzt seit ich sieben bin. Zuerst habe ich es gehasst.. Doch dann habe ich mich gefreut, dass ich es durchgezogen habe. Es ist so nützlich, gleichzeitig spielen und singen zu können. Im Moment versuche ich, Gitarre zu lernen. Das ist ein Kampf für mich, weil es so ganz anders ist. Aber auch da habe ich den Ehrgeiz, dass ich das für die Bühne gut gebrauchen kann.

Was wäre, wenn deine Musikkarriere von heute auf morgen plötzlich vorbei wäre? Kannst du dir irgendeinen anderen Beruf vorstellen?
Ich hoffe wirklich, dass das nicht passiert. Und wenn, möchte ich irgendwie mit Musik weitermachen, zum Beispiel als Songwriter. Oder ich studiere Kunst oder Mode – Hauptsache, irgendwas Kreatives. Und bloß keinen Büro-Job!


Jasmine Thompson kurz & knapp

  • Jasmin wurde am 8. November 2000 in London geboren.
  • Berühmt wurde sie mit Cover-Songs auf YouTube. Ihren Channel TantrumJas startete sie schon mit zehn Jahren.
  • Ihr Cover von Chaka Khans "Ain’t Nobody" war im Werbespot der Supermarktkette Sainsbury’s zu hören. Später veröffentlichte sie den Song nochmal mit Felix Jaehn.
  • Ihre erste eigene Single "Adore" erschien 2015.
  • Momentan hört man sie vor allem in "Steady 1234" von Vice (feat. Skizzy Mars)

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Twitter: @TantrumJas
Instagram: @jasminethompson
Facebook: /TantrumJas
www.jasminethompsonmusic.com

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