I AM JERRY BAND
Starten jetzt mit ihrem Debütalbum durch: I AM JERRY | Foto: Warner Music
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12. Aug 2016

Julian Hermund

Musik

I AM JERRY: Bereit zum Durchstarten!

Nach 10 Jahren Bandgeschichte kommt das Debüt-Album "Habicht"

Darum heißt ihr Debütalbum "Habicht"

UNICUM: Nach einem Jahrzehnt Band-Dasein debütiert ihr am 12. August mit dem Album "Habicht" und habt euch viel dabei vorgenommen: ihr wollt den Sound verkörpern, der euch in Deutschland bisher fehlt – welcher musikalischer Vorbilder habt ihr euch bedient?
Leo: Das ist schwer zu sagen. Es ist nicht so, dass man jetzt sagen kann: Dieser Track besteht aus dem und dem. Es wächst alles vielmehr zusammen.

Julian: Es gibt einige Dinge, die sich über die Zeit entwickelt haben. Zum Beispiel haben unsere Beats einen starken Hip-Hop Einfluss – wir hören halt alle viel Hip-Hop.  Im Proberaum haben wir gemerkt, dass wir noch Gitarren-Sounds verbauen wollen, aber nicht immer ganz so konventionell, wie man es aus Indie-Tracks kennt. Dennoch ist unsere Band immer noch diese Indie-Marke, weil es früher einfach so war.

Wenn ihr keine Indieband mehr seid, als was würdet ihr euch heute bezeichnen?
Leo: Das Einordnen in eine Soundkategorie überlassen wir einfach den Musik-Journalisten – generell ist es einfach noch Rockmusik, spannend und überhaupt nicht langweilig.

Wieso habt ihr euer Album gerade Habicht genannt?
Feras: Es gab erst einen Song, der "Habicht" hieß. Wir waren einfach auf Namenssuche für das Album, erst hieß es "Boom".

Julian:  Wir dachten einfach, dass "Habicht" ein guter Name ist. Wir hätten einen solchen natürlich auch auf das Cover drucken können, aber wir wollten schon noch ein wenig Selbstironie und Witz transportieren. Daher nun das Huhn, auch wenn das viele nicht checken.

Ich bin beim Album direkt über den Titel des zweiten Songs gestolpert. Was hat es mit "Hübsche Polizeifrau" auf sich?
Julian: Da gibt’s eine ganz witzige Geschichte zu, die auf einer wahren Begebenheit basiert: Wir waren in Hattingen zum Proben in einem Jugendzentrum, in dem auf einmal fünf Polizisten aufgetaucht sind. Darunter eine sehr überambitionierte junge Polizistin, die uns die ganze Zeit zugerufen hat: "Rückt die Päckchen raus! Rückt die Päckchen raus!"

Leo: Zu der Zeit war beim Stadtfest super viel los. Einer unserer Kollegen ist besoffen über den Zaun zum Jugendzentrum geklettert, das hat die Polizei mitbekommen. Die haben uns komplett gefilzt – und auch noch Verstärkung geholt! Auf einmal waren da acht Polizisten! In einem Jugendzentrum!


I AM JERRY Bochum


"Wir waren alle nie die überkrassen Musterschüler"

Ihr seid ja schon seit Ewigkeiten befreundet, drei von euch kommen aus Sprockhövel und einer aus dem benachbarten Bochum. Wie habt ihr euch kennengelernt und beschlossen, zusammen Musik zu machen?
Julian: Mit Timm hab ich schon immer Musik gemacht und irgendwann kam Leo dazu – durch den Konfirmandenunterricht! Unsere Kirchengemeinde war in Bochum, verrückterweise hatten schon unsere Mütter gemeinsam ihre Konfirmation. Von da an haben wir einfach jede Woche zusammen Musik gemacht. So ganz können wir uns auch nicht mehr erklären, wie es dazu kam.

Leo: Ja, wirklich crazy! Ich habe damals schon Gitarre gespielt und wir haben gemeinsam Die Ärzte, Toten Hosen und Nirvana gehört …

Julian: So richtig mit langen Emo-Haaren! Merlin, unser Ersatzbassist, hat dann einfach Feras mitgebracht – nach dem Motto: "Der spielt jetzt Bass."

Feras: Bis zu dem Zeitpunkt habe ich überhaupt noch nie Bass gespielt! (lacht)

Julian: Das war etwa in der sechsten Klasse, ab 2008 heißen wir "I AM JERRY". Derzeit sind wir zu viert, da Merlin noch andere Projekte am Laufen hat – er ist nicht so aktiv am Kreativprozess beteiligt, spielt aber immer Live mit und wird wahrscheinlich auch in Zukunft Teil der Band werden. Ihn kenne ich seit der roten Gruppe im Kindergarten!

Ließ sich eure Leidenschaft für Musik immer gut mit der Schule vereinbaren?
Julian: Wir waren alle nie die überkrassen Musterschüler, man ist halt einfach jeden Tag hingegangen. Wir haben nie gedacht: "Komm, wir schmeißen die Schule für die Musik!" Da hätten wir  ordentlich auf den Sack für gekriegt.

Timm: Ich musste schon ein-, zweimal die Schule schwänzen …

Julian: Alle anderen hatten halt schon frei und Timm saß noch in der Schule rum … Ich weiß aber noch, dass Feras und ich in der 13. Klasse öfter einfach so gegangen sind nach dem Motto: "Ja, wir haben jetzt ein Radio-Interview".

Nach der Schule schmiedet man meistens Pläne für die Zukunft – wann war für euch klar, dass I AM JERRY wirklich das ist, was ihr machen wollt?
Julian: Das war für uns ein fließender Übergang. Genau zu der Zeit, in der wir unser Abitur gemacht haben, haben für 2011 bei "Rock am Ring" gespielt.  Das war für uns ein Meilenstein – und ein Türöffner für das Musik-Business.



Für I AM JERRY geht's nun auf Tour

Danach ist alles relativ schnell bei euch gegangen  – spürt ihr einen großen Druck?
Julian: Es gab natürlich immer einen gewissen Druck. Das darf man aber nicht zu nah an sich heran lassen. Wir machen eben Musik, wenn das den Leuten gefällt, dann freuen wir uns. Vor allem, wenn die Fans vor der Bühne stehen und mit uns abfeiern.

Nach Rock am Ring habt ihr noch auf anderen Festivals wie dem Hurricane gespielt. Habt ihr eigentlich noch Lampenfieber?
Leo: Bei mir ist es tagesformabhängig. Bei manchen kleineren Shows war ich schon viel aufgeregter als bei großen Auftritten.

Julian: Krass ist immer, wenn viele Menschen da sind die man kennt. Das war zum Beispiel bei "Bochum Total" in unserer Heimat der Fall. Da schaut man in die Menge und erkennt viele bekannte Gesichter, da wird man schon etwas verkrampfter. 

Jetzt steht bei euch eine Tour  – wie ist das Tourleben für euch?
Julian: Wir sind ja schon einmal mit "I Heart Sharks" durch die Gegend getourt. Ist halt immer dasselbe: Fahren, essen, spielen, saufen. Man gewöhnt sich doch schnell an den Zustand

Leo: Aber so lange unterwegs zu sein, ist natürlich noch einmal etwas anderes. Bisher haben wir immer nur Wochenendshows gespielt, so richtig lang am Stück waren wir noch nicht weg. Wir freuen uns drauf!



Studium? "Ich brauch das nicht!"

Wo seht ihr euch mit I AM JERRY in 5 Jahren?
Timm: Auf dem Index!

Leo: Im besten Fall – das lassen wir mal so stehen! (lacht)

Habt ihr Tipps für angehende Musiker?
Leo: Am Ball bleiben! Immer weitermachen! Eigentlich das, was alle immer sagen – aber es tatsächlich die Wahrheit. Schraubt auf jeden Fall erst einmal an eurer Musik, bevor ihr versucht cool auszusehen.

Julian: Macht erst ein paar Demos, bevor ihr T-Shirts drucken lasst! Das haben wir vor einiger Zeit auch verkackt. Und kauft euch kein Licht, bevor ihr nicht auf Tour geht!

Möchtet ihr zum Abschluss noch jemanden grüßen?
Julian: Mama, Papa – die Gang! Und auf jeden Fall die Ruhr-Universität Bochum, an der wir noch studieren. (lacht)

Was studiert ihr denn noch?
Julian: Wirtschaftswissenschaften.

Feras: Orientalistik und katholische Religionswissenschaften.

Leo: Germanistik und Geschichte.

Timm: Ich brauch das nicht! (lacht)


I AM JERRY HABICHTUNICUM Musik-Tipp

Habicht

I AM JERRY

Warner Music

VÖ: 12. August 2016

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