5 Seconds Of Summer
Boyband? Auf keinen Fall! Die Jungs mögen ihre Musik handgemacht | Foto: © Universal Music
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22. Apr 2016

Steffen Rüth

Musik

5 Seconds of Summer: "Musik sollte den Leuten etwas bedeuten"

Die vier Jungs aus Sydney im Interview

"Die Songs sollten Eier haben"

UNICUM: Michael, Boybands halten sich meistens nicht lange. Gibt es 5 Seconds of Summer in drei bis fünf Jahren noch?
Michael Clifford: Boyband? Sag’ das nochmal! (lacht) Es ist aber wirklich so: Wir wollen keine Boyband sein und sehen uns auch nicht als eine. Diese Mentalität, in wenigen Jahren ganz viel Kohle abzugreifen und dann ausgebrannt zu verschwinden, die ist uns fremd. Wir wollen als Band ernstgenommen werden. Es geht uns um die Musik.

Wer sind eure Vorbilder?
Wenn eine Band aus Australien erst einmal da ist, dann bleibt sie auch da. Ich sage nur: AC/DC, die größte Rockband, die Australien in seiner Geschichte hervorgebracht hat. Auch Angus Young war mal in unserem Alter und hatte da bestimmt ähnliche Träume. Und guck ihn dir heute an. Seit vier Jahrzehnten spielen AC/DC in Stadien und haben Fans aus allen Altersgruppen.

Ihr habt wieder mehrere Songs mit den Zwillingen Joel und Benji Madden von Good Charlotte geschrieben. Der Punkpop-Veteran John Feldman hat das Album produziert. Worauf habt ihr bei "Sounds Good Feels Good" insbesondere geachtet?
Auf die Eier. Die Songs sollten Eier haben, die so dick sind, dass du mich an ihnen an die Wand nageln kannst.

Eine schmerzhafte Vorstellung.
Ja, aber vielleicht auch geil. Im Ernst: Es gibt gerade in unserem Alter so viele Kackbands mit Kackliedern da draußen. Viele Teenager wissen ja, im Gegensatz zu unserer Generation vor zehn Jahren, schon gar nicht mehr, wie sich eine Gitarre überhaupt anhört. Rock ist bei der Jugend momentan im Hintertreffen. Die meisten lauten Gitarrenmusiker sind so alt wie unsere Väter oder Opas. Daher haben wir fast schon ein Alleinstellungsmerkmal. Und das wollen wir nutzen. Wir haben in einer Garage angefangen und unser Traum ist es, die beste Band der Welt zu werden.



Weit weg vom Schuss, rein in die Welt

Warum gibt es nur noch so wenige Gitarrenbands?
Vielleicht liegt es daran, dass du heutzutage schneller berühmt wirst, wenn du einen Hit im Kinderzimmer am Laptop aufnimmst und ins Netz stellst. Als Band gut zu werden, ist natürlich anstrengender und dauert länger. Deshalb wollen gerade alle DJ werden. Aber Mann, das ist nicht unser Weg. Wir denken, dass Musik nicht nur unterhalten, sondern den Leuten auch etwas bedeuten sollte. Wir wollen mit unseren Songs den Kids ein sicherer Hafen sein. Musik war unsere Hoffnung und unser Trost im Leben, so geht es doch sicher ganz vielen anderen auch.

Wie erwachsen fühlt ihr euch mit euren durchschnittlich 20 Jahren?
Ich glaube, wir fühlen uns erwachsener als wir aussehen. Wir haben mit 15, 16 angefangen, haben uns 2011 auf der Schule kennengelernt und sind seit gut zwei Jahren Vollprofis. Wir haben von Anfang an fast nur mit deutlichen älteren Leuten zu tun gehabt, die treiben einem viele Flausen schnell aus. So richtig wie Trottel-Kids führen wir uns eigentlich nur auf, wenn wir unter uns sind.

Ihr kommt aus Sydney, für viele Mitteleuropäer ist das ein Sehnsuchtsort und eine der schönsten Städte der Welt. Warum wolltet ihr dort unbedingt weg?
So geht es ganz vielen Australiern. Wir lieben unser Land, aber es ist trotz der Größe irgendwie übersichtlich, und weil man so weit weg vom Schuss lebt, fragt man sich meist frühzeitig, was am anderen Ende der Welt wohl los sein mag. Als Kinder haben wir alle vier davon geträumt, loszufahren und zu reisen. Toll, dass wir jetzt einen Job haben, bei dem das Reisen ein wesentlicher Aspekt ist.

Was verbindet ein Australier mit Deutschen, Österreichern und Schweizern?
Das ist ganz einfach (lacht). Die Liebe zu Schnitzel und Bier.


UNICUM Abi-Musiktipp

Albumcover von Sounds Good Feels Good | Foto: Universal MusicSounds Good Feels Good

5 Seconds of Summer

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