X-COM 2
Ab sofort dürfen auch Konsoleros auf Alienjagd gehen | Foto: Take-Two Interactive Software
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21. Okt 2016

Christopher Lymer

Games

X-COM 2

Geniale Rundenstrategie mit technischen Schwächen

Willkommen beim Widerstand

20 Jahre nach der Alien-Invasion, die wir im Vorgänger X-COM: Enemy Unknown zurückzuschlagen versuchten, hat sich die Welt gewandelt: Im Angesicht der völligen Vernichtung haben die Regierungen der noch handlungsfähigen Nationen einen Pakt mit den Aliens geschlossen. Die so entstandene ADVENT Koalition, eine Marionettenregierung der extraterrestrischen Besatzer, führt die Menschheit seither dank militärisch durchgesetzter Sicherheit und fortschrittlichste Genmanipulation in ein goldenes Zeitalter. So zumindest lautet die Botschaft der allgegenwärtigen Propaganda.

In der Rolle des nach zwei Jahrzehnten Kryostase wiedererwachten Commanders nehmen wir erneut den Kampf gegen die Aliens auf. Unsere Mission: Den globalen Widerstand vereinen und das ADVENT-Regime von innen heraus zu vernichten.

Avents

Fordernde Kombi: Aufbausimulation trifft Rundenstrategie

Mit unserer mobilen Einsatzzentrale, dem gekaperten Alienschiff "Avenger", jagen wir fortan über den Globus, um Kontakt zu weiteren Widerstandszellen zu knüpfen. Jene liefern uns nicht nur wichtige Informationen über die lokalen ADVENT-Aktivitäten, sondern unterstützen uns auch mit Ressourcen, die wir für unseren Befreiungskampf bitter benötigen.

Denn wie schon im ersten Teil gilt es nicht bloß, neue Rekruten anzuwerben und fürs Gefecht auszurüsten, sondern auch den kontinuierlichen Ausbau unserer Operationsbasis voranzutreiben: Um mit dem überlegenen Feind mithalten zu können, bedarf es nämlich zahlreiche Einrichtungen wie Forschungslabore oder Produktionsstätten, mit denen wir allmählich Upgrades sowie fortschrittlichere Technologien für unsere Agenten freischalten können – ein essenzieller Aspekt für den langfristigen Erfolg unserer Kampagne.

X-COM 2 Gameplay

Entschieden wird der Kampf gegen die Aliens allerdings an der Front. Und auch hier hat sich im Vergleich zum Vorgänger so gut wie nichts verändert: In bester Rundenstrategie-Manier rücken wir mit einem vier- bis sechsköpfiges Einsatzteam über das Schlachtfeld, immer auf der Suche nach der optimalen Deckung sowie der Gelegenheiten, unachtsame Feinde zu flankieren.

Führen wir zu Beginn noch blutige Anfänger ins Gefecht, mausern diese sich nach bestandener Feuerprobe und der damit einhergehenden Beförderung schnell zu spezialisierten Einsatzkräften: Während der Grenadier mit Mini-Gun und Granatenwerfer sich eher für ein brachiales Vorgehen anbietet, bildet der Ranger mit Pumpgun und Hackmesser die ideale Einheit für erfolgsversprechende Hit-and-run-Manöver. Der Spezialist hingegen betritt das Feld nur in Begleitung seiner Drohne, die er zum Schutz seiner Teamkollegen oder offensiv gegen feindliche Truppen einsetzt. Schlagkräftige Unterstützung aus der Ferne bietet zu guter Letzt der Scharfschütze. Mit fortschreitender Erfahrung lassen sich die besonderen Fähigkeiten unserer Spezialisten über zwei klassenspezifische Skill-Trees weiter ausbauen.

X-COM 2 Strategie

Der Reiz des Verlierens

Wer den ungleichen Kampf gegen das ADVENT-Regime aufnimmt, wird früher oder später mit Rückschlägen konfrontiert: Soldaten fallen, Missionen scheitern, Pläne der Aliens können nicht vereitelt werden. Obwohl dies frustrierend sein kann, gehört die Niederlage zum Grundkonzept von X-COM 2. Im krassen Gegensatz zu den meisten Spielen können wir die Kampagne daher auch selbst nach mehreren Stunden mühsamer Taktiererei endgültig verlieren. Und genau darin liegt der eigentliche Reiz: Trotz allen Widrigkeiten die Oberhand zu behalten, Verluste zu kompensieren, Kompromisse einzugehen und unbequeme Entscheidungen zu treffen – und eben nicht nach jedem Rückschlag das letzte Savegame zu laden.

Das ist allerdings leicht gesagt, wenn man nicht gerade hilflos mitansehen muss, wie eine ganze Truppe hochgelevelter und liebgewonnener Soldaten dank einer taktischen Fehlentscheidung hoffnungslos aufgerieben wird. Dann kann einem der zuletzt gespeicherte Spielstand doch näher sein als das ausgefeilte Spielkonzept.

X-COM 2 Soldaten

Stolperfalle Technik

Obwohl X-COM 2 weder mit Abstürzen, Bugs oder die Spielmechanik einschränkenden Fehlern zu kämpfen hat, leidet der Gesamteindruck unter den technischen Unzulänglichkeiten. Insbesondere die extrem langen Ladezeiten, die zum Teil starken Ruckler, das gelegentlich auftretende Screen-Tearing sowie zahlreiche Clipping-Fehler fallen hier immer wieder störend auf. Dem Spielspaß tut dies zum Glück keinen Abbruch, allerdings sollte hier seitens der Entwickler unbedingt nachgearbeitet werden.

Fazit zu X-COM 2

Wer auf anspruchsvolle Rundenstrategie mit einer gehörigen Portion Action steht, dem können wir nur wärmstens empfehlen, sich dem Widerstand anzuschließen. X-COM 2 wartet nicht nur mit abwechslungsreichen Missionen, einem grandios designten Sci-Fi Setting und einem epischen Soundtrack auf, sondern auch mit stundenlangem Spielspaß und einem hohen Wiederspielwert. Empfohlen werden taktisches Geschick und stahlharte Nerven – oder aber genügend Geduld, um die immens langen Ladezeiten beim wiederholten Abrufen des letzten Speicherstands zu verkraften.
 


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