The Witcher 3: Wild Hunt
Das Coverbild zu "The Witcher 3: Wild Hunt" | Foto: CD PROJEKT S.A.
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25. Jun 2015

Christopher Lymer

Games

The Witcher 3: Wild Hunt

Ein meisterhaftes Fantasy-Epos!

Geralts größtes Abenteuer

Seit das Kaiserreich Nilfgaard die nördlichen Königreiche mit Krieg überzogen hat, versinkt das Land im Chaos. Während sich im Norden wehrhafte Bollwerke formieren, werden die südlichen Landstriche stückweise von den Invasoren niedergerungen: Schlachten werden geschlagen, Höfe geplündert, Flüchtlingsströme setzen sich in Bewegung. Inmitten des Aufruhrs begibt sich Hexer Geralt auf die Suche nach seiner ehemaligen Geliebten, der Zauberin Yennifer. Und Eile ist geboten! Denn ihr auf den Fersen ist nicht nur unser Protagonist, sondern auch die Wilde Jagd, eine Schar geisterhafter Krieger, denen Tod und Verwüstung auf dem Fuß folgen. 

Und so beginnt das spektakuläre Finale der Witcher-Saga, in dem zahlreiche bisher offene Erzählstränge miteinander verwoben und zu einem imposanten Abschluss gebracht werden.

Temerien – eine lebendige Welt

Im Rollenspiel-Genre gehört eine Open-World mittlerweile zum guten Ton. Was uns aber in The Witcher 3: Wild Hunt geboten wird, übertrifft die aktuelle Konkurrenz bei weitem: Nicht nur können die weitläufigen Landstriche mit ihren Wäldern, Flussläufen, Sümpfen, Dörfern und Städten optisch überzeugen, auch der dynamische Tag-Nacht-Zyklus sowie die Wettereffekte verwandeln die sich uns öffnende Welt in einen beeindruckend atmosphärischen Schauplatz.

Wohin wir auch gehen, stets treffen wir auf ein lebendiges Environment: Hier passieren wir ein gebrandschatztes Dorf, in dessen Ruinen klagende Frauen um ihre ermordeten Gatten und Söhne trauern, dort wiederum kehren wir in die geschäftige Taverne eines vom Krieg verschonten Weilers ein, lauschen dem Tratsch und beobachten das Tagewerk der Einwohner. Schon ein paar Wegstunden weiter stolpern wir über ein verlassenes, mit Leichen übersätes Schlachtfeld, auf dem sich Ghule am Fleisch der Gefallenen gütlich tun. Kurzum: In der gigantischen Welt von Witcher 3: Wild Hunt entdecken wir nicht ein Fleckchen, das nur ansatzweise langweilig ist.

Zudem lassen sich trotz der immensen Weitläufigkeit auch lange Strecken mit dem komfortablen „Autopilot-System“ schnell zurücklegen: Denn sobald wir uns  auf befestigten Wegen befinden, brauchen wir unserem treuen Pferd Plötze nur die Sporen geben und schon folgt es verlässlich dem Verlauf des Pfads. Darüber hinaus wird an jedem entdeckten Ort ein Schnellreise-Punkt freigeschaltet, von dem aus wir zu anderen reisen können. Eine bessere Vereinbarung von Raum und Mobilität ist uns bisher in keinem Open-World-Spiel untergekommen.

Hexerhandwerk: alle Hände voll zu tun

Ob wir direkt unserer Hauptmission nachgehen oder uns schnurstracks gen Pampa auf Entdeckungstour begeben, schon nach wenigen Spielminuten wird klar, dass es für Hexer in dieser Welt genug zu tun gibt. Seien es Plünderer, die es zu vertreiben gilt, Deserteure, die ausfindig gemacht, oder verlorene Schätze, die gehoben werden wollen – solange es im Geldbeutel klingelt, greift Geralt beherzt zu den Schwertern. Davon schultert er gleich zwei: eines aus Stahl für Mensch und Tier sowie eines mit Silberklinge für Monstren, Geister und ähnliche Ungeheuer.

Und gerade letztere zur Strecke zu bringen, stellt nicht nur die wahre Profession eines Hexers dar, sondern auch eine echte Herausforderung. Schließlich will der Kampf gegen ein Ungeheuer gut geplant sein, und das setzt einiges an Detektivarbeit voraus: So sammeln wir Zeugenberichte und untersuchen den letzten bekannten Aufenthaltsort der Kreatur nach Hinweisen, um diese mit unserem Wissen über allerlei üble Kreaturen abzugleichen. Haben wir die Monster-Spezies einmal identifiziert, gilt es sich auf die Stärken und Schwächen unserer Beute einzustimmen. Für welchen unserer fünf Zauber ist das Monster besonders anfällig? Welches Klingen-Öl sorgt für zusätzlichen Schaden?

Letzteres können wir mit gesammelten Kräutern und Ingredienzien im Rahmen eines ausgefeilten und umfänglichen Crafting-Systems selbst herstellen, ebenso wie stärkende Tränke und Bomben. Das produzieren und präparieren von Rüstungen und Waffen überlassen wir hingegen professionellen Schmieden, denen wir in Dörfern und Städten begegnen. Haben wir uns diesbezüglich ausreichend auf die gewaltsame Begegnung vorbereitet, müssen wir unserem Ziel nur noch zur richtigen Tageszeit auflauern und los geht’s!

Selbstverständlich erlangen wir für jedes erlegte Ungeheuer sowie für alle übrigen Missionen neben dem einen oder anderen Taler auch Erfahrung, die uns bei Stufenaufstieg ermöglicht, verschiedene Hexerfähigkeiten zu verbessern.

Fazit

The Witcher 3: Wild Hunt ist genau das, als was es sich angekündigt hatte: eine Ausnahmeerscheinung. Das Mammut-Rollenspiel entführt uns in eine unfassbar detaillierte, glaubwürdige Welt, in der jede Entscheidung, jede Figur, jede Mission von Gewicht zu sein scheint. Von der optischen Präsentation über die Vertonung und musikalische Untermalung, bis hin zur Figurenzeichnung sowie der narrativen Finesse ist das Finale der Hexer-Saga zweifellos ein Meisterwerk. Absolute Kaufempfehlung!


UNICUM Game-Tipp

The Witcher 3: Wild Hunt

BANDAI NAMCO

Erhältlich für PC, Playstation 4 und Xbox One

Ab 18 Jahre

thewitcher.com


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