Civilization: Beyond Earth
Angespielt: Sid Meyers Civilization: Beyond Earth | Foto: 2K Games
Autorenbild

23. Nov 2014

Sascha Gull

Games

Civilization: Beyond Earth

Siedeln im Weltall

Die Landung

Unser Shuttle setzt auf. Fremdartige Wesen und wabernde Giftwolken umringen den Landeplatz, unsere künftige Heimat. Unsere Vorräte sind knapp. Wir schicken den Erkundungstrupp los und stoßen auf abgestürzte Sonden, die uns dringend benötigte Ressourcen und Energie liefern. Unsere Vorhut stößt weiter vor und allmählich wird klar: Die auf den ersten Blick so lebensfeindliche Landschaft fernab der Erde bietet wertvolle Rohstoffe und fruchtbares Land! Perfekte Voraussetzungen also, um auf dem neuen Planeten eine blühende Zivilisation entstehen zu lassen. Die erste Farm liefert Nahrung, Runde für Runde wächst und gedeiht unsere Basis und es wird Zeit, unser Territorium zu erweitern. Wir entsenden eine Kolonisierungseinheit und errichten den ersten Außenposten.

So weit, so vertraut

Civilization hält an dem bewährten Spielprinzip fest, das seinen Vorgänger zu einem der beliebtesten Strategiespiele machte: Wir navigieren unsere Einheiten rundenbasiert über hexagonale Felder und verhelfen den Städten unserer Zivilisation durch ausreichend Nahrung, der Erforschung neuer Technologien und der Errichtung verschiedenster Bauwerke und imposanter Wunder zu Wohlstand und Wachstum. Mit unseren Konkurrenten können wir entweder Handel treiben - oder die militärische Keule auspacken.

Konnten wir in Civilization 5 noch reale Völker samt ihrer großen Anführer spielen - etwa Frankreich mit Napoleon oder Indien mit Gandhi  - wählen wir im neuen Teil eine von acht Fraktionen, die unsere Siedlungsmission ins Weltall unterstützt. Zur Auswahl stehen zum Beispiel die Amerikanische Landnahmevereinigung, die Panasiatische Kooperative oder die Slavische Föderation. Je nach Fraktion können wir noch einen Bonus zum Spielstart wählen, beispielsweise ein zusätzliches Startgebäude oder eine zusätzliche Einheit. Haben wir unsere Startkonfiguration gewählt, landen wir wahlweise auf einem Wüsten-, Pilz- oder Dschungelplaneten – die Welten unterscheiden sich optisch, haben aber keinen Einfluss auf das Spielgeschehen.

Eine Frage der Affinität

Ideologien gibt es in Beyond Earth nicht mehr - neu sind dafür die Affinitäten Harmonie, Reinheit und Vorherrschaft, durch die wir unsere Kultur im Spielverlauf nach unseren eigenen Vorstellungen prägen können. Haben wir genügend Punkte einer bestimmten Affinität gesammelt, erlaubt diese uns Upgrades für Militärtruppen, schaltet bestimmte Einheiten und Gebäude frei und gibt uns spezielle Boni. Die Verteilung der Affinitätspunkte ist nicht umkehrbar, außerdem haben die Affinitäten unterschiedliche Anforderungen: Zum Bau der Vorherrschaft-Spezialroboter wird die Ressource Firaxit benötigt, Harmonie-Anhänger können eroberte Alien-Nester als Rohstoff nutzen und Verfechter der Reinheit benötigen Schwebstein zum Ausbau der Verteidigung. Dementsprechend sollte man sich schon früh im Spiel für eine der drei Affinitäten entscheiden, um sich die nötigen Ressourcen zu sichern und seine Spielweise abzustimmen.

Die Forschungsübersicht wurde generalüberholt: der lineare Aufbau musste einem Forschungsnetz weichen. Jeder Knotenpunkt stellt eine Forschungshauptrichtung dar und ermöglicht die Erforschung weiterer Unterpunkte. Insgesamt sind wir in der Wahl unserer Wunschtechnologien deutlich flexibler, wir können uns in bestimmten Forschungsrichtungen spezialisieren oder uns breiter aufstellen und auf Grundlagenforschung setzen.


Kampf, Diplomatie & Handel

Das Handelssystem in Civilization: Beyond Earth ermöglicht es uns, lukrative Handelsrouten einzurichten. So verbinden wir unsere Städte miteinander, um Waren und Energie auszutauschen oder errichten ein Handelsnetz mit den Städten unserer Kontrahenten. Es gilt, die Handelsrouten gut zu sichern, denn gegen feindliche Attacken sind unsere Konvois, Frachtschiffe und Siedler wehrlos. Wie schon in den vorigen Teilen der Civ-Reihe haben wir die Wahl: Diplomatie oder Krieg. Siedelt die Konkurrenz mal wieder zu nah an unseren Grenzen, können wir sie freundlich darauf hinweisen, dies zukünftig zu unterlassen. Ebenso können wir Tribute fordern oder militärische Bündnisse schmieden und gemeinsam in die Schlacht gegen unliebsame Mitstreiter ziehen. 

Das Kampfsystem bleibt sich treu: Eine Einheit pro Feld lässt sich über die Karte lotsen, für jede Aktion werden Bewegungspunkte benötigt, die von Einheit zu Einheit unterschiedlich sind. Taktische Finesse ist gefragt -  Kämpfe ähneln eher einer Schachpartie, als einer Echtzeitstrategie-Schlacht, und die Verteilung der militärischen Einheiten auf dem Feld will wohlüberlegt sein. Leider stellt die KI für erfahrene Spieler keine wirkliche Herausforderung dar – nach einigen Partien werden die gegnerischen Züge vorhersehbar. 

Fazit zu Civilization: Beyond Earth

Civilization: Beyond Earth bietet den gewohnten Langzeit-Spielspaß, die Partien machen auf fernen Planeten ebenso Laune wie in den Vorgängerversionen auf der Erde. Die Atmosphäre des Spiels ist überzeugend, was nicht zuletzt an der Detailverliebtheit, der ausgefeilten Spielmechanik und am wirklich gelungenen Soundtrack liegt. Außerdem birgt das Spiel großes Potential für künftige Addons und Mods. Klare Empfehlung für alle Strategie-Fans!


UNICUM Game-Tipp

Civilization: Beyond Earth

2K Games

Erhältlich für PC

Ab 12 Jahren

www.civilization.com

Artikel-Bewertung:

2.91 von 5 Sternen bei 179 Bewertungen.

Deine Meinung: