Games-Test Alienation
Wähle eine Kampfklasse und lass das Spiel beginnen | Foto: © Housemarque
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31. Mai 2016

Christopher Lymer

Games

Alienation

Explosive Koop-Action mit Spielhallen-Flair

Ballern für den Weltfrieden

Prypjat, Ukraine: Im Schatten Tschernobyls fegt ein eisiger Wind über die Ruinen der Geisterstadt, während ein wuchtiger Helikopter zur Landung ansetzt. Seinen stählernen Eingeweiden entspringt unser vierköpfiges Einsatzteam bis an die Zähne bewaffnet. Es folgt ein Moment der Stille – dann kommen sie, unzählige Horden mutierter Bestien und spinnenartiger Ungetüme. Wir atmen kurz durch, betätigen den Abzug und entfesseln ein effektlastiges Gewitter aus Mündungsfeuer und Adrenalin, das sich erst nach Abschluss der Mission wieder legen wird.

Diese Momente sind es, die das Spielgefühl von Alienation ausmachen. Dass die etwas ungelenk erzählte Rahmenhandlung rund um eine Alien-Invasion und das Ende der Menschheit dabei in den Hintergrund tritt, ist angesichts dessen nicht allzu schlimm.

3 Exos für ein Halleluja

Bevor wir uns aber in den Kampf gegen die Aliens stürzen, entscheiden wir uns für eine von drei Charakterklassen, von denen jede aufgrund ihres einzigartigen High-Tech-Kampfanzugs bzw. Exoskeletts über spezielle Fähigkeiten verfügt: Der Bio-Experte versteht sich auf das Heilen seiner Teamkameraden, kann aber auch mit ätzenden Giftwolken oder einem Schwarm nagender Nanosonden ordentlich Schaden austeilen. Wer auf den Typus "Kampfsau" steht, darf sich mit dem gut gepanzerten Frontkämpfer in die vorderste Schlachtreihe begeben, um seine Feinde mit einer allesvernichtenden Tesla-Ladung zu grillen. Der Saboteur hingegen setzt auf List, verfügt über Tarntechnologie und kann große Gegnergruppen mittels Artillerieschlag ausschalten.

Egal für welche Klasse wir uns entscheiden: Jede verfügt über ihren eigenen Talentbaum mit je drei aktiven und passiven Fähigkeiten, die sich im Verlauf des Spiels ausbauen lassen. Mit jedem Stufenaufstieg, den wir durch eifriges Desintegrieren von Gegnern und somit Sammeln von XP erreichen, dürfen wir Punkte in unsere Fähigkeiten investieren. Das Schöne: Festlegen müssen wir uns nicht! Investierte Fähigkeitspunkte können wir jederzeit zwischen den Missionen neu verteilen. Das lässt Raum zum Experimentieren und ermöglicht, unsere Spielweise kurzfristig an verschiedene Situationen oder Gruppenkonstellationen anzupassen.



Die Geheimzutat? Eine Prise "Diablo"

Unseren Fortschritt spüren wir aber nicht nur anhand unseres steigenden Charakter-Levels, sondern auch durch ein stetig wachsendes Arsenal immer mächtigerer Waffen. Wie beim Hack-and-Slay-Platzhirsch "Diablo" lassen erlegte Feinde nämlich regelmäßig Beute fallen, die farbcodiert von normalen bis hin zu exotischen Wummen reichen!

Recht praktisch: Waffen, die wir nicht gebrauchen können, zerlegen wir ganz einfach per Knopfdruck in ihre Einzelteile. Diese lassen sich anschließend für das "Neuwürfeln" der Werte anderer Waffen verwenden. Darüber hinaus dürfen wir hochwertige Ausrüstung mit Energiekernen upgraden, die wir ebenfalls bei gefallenen Gegnern oder in Beutekisten finden. Je nach Qualität verbessern diese unterschiedliche Eigenschaften unserer Waffe, wie z. B. deren Magazin-Größe, Feuerrate oder Schaden.

Für einsame Wölfe, Teamplayer und Schurken

Im Rahmen der Kampagne schickt uns Alienation auf eine Reihe spannender Kampagnen-Missionen, die uns quer über den Globus führt. Ob wir uns dabei alleine oder im Team in den Kampf stürzen wollen, bleibt uns überlassen. Gruppenmitglieder können wir jederzeit entweder über die Freundesliste rekrutieren oder indem wir unsere Session öffnen, um fremde Spieler beitreten zu lassen. Wer sich gerne mit anderen misst, darf in einem Invasions-Modus á la Dark Souls auch andere Spieler aufs Korn nehmen.

Fazit zu Alienation

Für den relativ geringen Preis liefert Alienation ein grandioses Koop-Action-Spektakel, das sich mit stimmungsvollen Environments, auffallend gutem Sounddesign und extrem opulenten Grafikeffekten nicht vor den Großen verstecken muss. Auch das Gamedesign kann überzeugen: Die rasanten und zugleich taktischen Gefechte fesseln, das Aufleveln motiviert und das Loot- sowie Crafting-System provoziert erfolgreich den Jäger und Sammler in uns. Kaum auszumalen, was Alienation mit einem AAA-Budget hätte werden können – wir sind jedenfalls gespannt, was die Zukunft bringt.

Wer Twin-Stick-Shootern nicht abgeneigt ist und gerne im Team zockt, sollte Alienation auf gar keinen Fall verpassen.


Unicum Gaming-Tipp

Alienation

Housemarque

Erhältlich für PS4

Ab 16 Jahren

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Mehr Infos unter: playstation.de

Artikel-Bewertung:

3.12 von 5 Sternen bei 227 Bewertungen.

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