Wonder Woman Kino
Bei den Göttern: Als Prinzessin der Amazonen weiß Diana wie man austeilt! | Foto: Warner Bros.

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08.06.2017

Rekord Wonder Woman

Film-News: Der erfolgreichste Kinostart einer Regisseurin!

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12. Jun 2017

Doreen aus dem Moore

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Wonder Woman

Filmkritik zum Kinostart des Sommers!

Die Prinzessin auf der Suche nach ihrer Aufgabe

Die junge Prinzessin Diana wächst auf der Paradiesinsel Themiscira auf, die von Amazonen bewohnt wird und vor der Außenwelt verborgen bleibt. Als der britische Pilot Steve Trevor (Chris Pine, "Star Trek: Beyond") vor der Küste bruchlandet, zögert sie nicht lange und rettet ihn vor dem Ertrinken. Von ihm erfahren die Amazonen rund um Königin Hyppolyta (Connie Nielsen, "Gladiator“) und General Antiope (Robin Wright, "House of Cards“) vom Krieg, der außerhalb ihres Reiches tobt. Mit der Überzeugung, diese noch die da gewesene Zerstörung des Ersten Weltkrieges zu beenden, begleitet Diana Steve auf seine Reise zurück nach London.

Der Schrecken des Ersten Weltkrieges

In der Welt der Menschen muss die Kriegerprinzessin feststellen, dass einiges nicht so ist wie es scheint oder wie sie es erwartet hat. Entsetzt vom vorherrschenden Frauenbild und von der handlungsunfähigen Regierung besteht sie darauf, mit der kleinen Gruppe von Söldnern um Steve Trevor an die Front zu ziehen. Dort angekommen wird das tatsächliche Ausmaß des Krieges deutlich, das vor allem die Zivilbevölkerung trifft.

Der Gegenspieler auf Seiten der Deutschen Heeres ist General Ludendorff (Danny Huston, "X-Men Origins: Wolverine“), der mit Hilfe von Dr. Maru (Elena Anaya, "Van Helsing“) und ihrer Massenvernichtungswaffe den verloren geglaubten Krieg doch noch für sich entscheiden will. Die Titelheldin macht es sich zur Aufgabe, den General zur Strecke zu bringen, um damit den gesamten Konflikt ein für alle Mal zu beenden.

Wonder Woman: Action mit Gefühl

Hier stellt Gal Gadot ihr schauspielerisches Talent unter Beweis. Die Entwicklung der naiven, von ihrer Ideologie getriebenen Prinzessin zur kriegerischen Wonder Woman (die übrigens kein einziges Mal so genannt wird) verlangt der Schauspielerin ein weites Spektrum von Emotionen ab, die man ihr als Zuschauer auch abnimmt. So bekommen wir nicht nur die toughe Kriegerin zu sehen, die feindliche Soldaten scheinbar mühelos niedermäht. Die Bereitschaft, ihre paradiesische Heimat und ihre geliebte Mutter zu verlassen, um der Menschheit den lang ersehnten Frieden zu bringen, zeigt die heroische und mitfühlende Natur dieses Charakters.

Auch ihre Beziehung zur männlichen Hauptrolle ist absolut glaubwürdig. Chris Pine ist für einen großen Teil der gelegentlichen komischen Momente verantwortlich und zeigt somit mal wieder, dass er nicht nur für Action-Szenen der richtige Mann ist. Er übernimmt als Steve Trevor die Rolle des "Reiseführers“, wenn man so will. Mit seiner Ankunft beginnt Dianas Abenteuer, er bleibt an ihrer Seite während des Gefechts an der Front wie auch bei ihrem Kampf mit der doch recht befremdlichen Londoner Mode.

Ganz nach dem bewährten Comicverfilmungs-Rezept gibt es auch hier durchchoreographierte Kampfsequenzen, Explosionen und Bösewichte, die ganz schön heftig einstecken müssen. Aber nicht nur Fans der bunten Heftchen werden diesen Film und die originalgetreue Adaption der Figur Wonder Woman zu schätzen wissen.

Zugegeben, die Handlung ist nicht besonders ausgefeilt und hat auch keine raffinierten Twists. Sie macht aber Sinn und kommt zu einem logischen Schluss! Das kann man nicht von allen DC-Filmen nach Nolans "Dark Knight"-Serie behaupten. Das Hauptaugenmerk beim Verfassen des Scripts lag wohl eher auf der "Moral aus der Geschicht‘', die Diana aus ihrem Trip in die moderne Welt ziehen sollte. Wenn man als Zuschauer diese Message an sich ranlässt, geht man glücklich und zufrieden und vielleicht sogar ein bisschen inspiriert aus dem Kinosaal.

Wonder Woman Szenenbild

Fazit zu "Wonder Woman": Eine Frau rettet das DCEU

Naja, eigentlich zwei. Die verantwortlichen Studiobosse können sich getrost auf die eigenen Schultern klopfen für die Entscheidung, Jenkins weitestgehend freie Hand zu lassen. Sie hat ihre Vision für Dianas ersten Solo-Film umsetzen können. Das Ergebnis spricht für sich: In den USA allein spielte der Film über 100 Mio. US-Dollar am Premierenwochenende ein – weit mehr als erwartet und neuer Rekord für Filme mit ausschließlich weiblicher Regie.

Das Beste dabei? Wondie ist nicht nur ein ähnlich großer finanzieller Erfolg wie die vorangegangenen Filme im DC Extended Universe "Batman V Superman: Dawn of Justice“ und "Suicide Squad“. Dieses Mal bleibt bei der ganzen Action die Story nicht auf der Strecke. Auch optisch hat man sich gegen den blau-grauen Filter der Snyder-Filme und für eine satte Farbpalette entschieden. Man hat aus den Fehlern der besagten Filme gelernt. Das allein ist Grund genug, DC noch eine Chance zu geben.

Wir können es kaum erwarten, Wonder Woman Ende dieses Jahres in "Justice League“ wiederzusehen. Hoffentlich büßt sie neben Batman, Flash und Co. nichts von ihrer Strahlkraft ein und begeistert uns wieder in all ihrer rot-gold-blauen Pracht.


Wonder WomanUNICUM Film-Tipp:

Wonder Woman

Action, USA 2017

Regie: Patty Jenkins

Darsteller u.a.: Gal Gadot, Chris Pine, Robin Wright, Connie Nielsen

Verleih: Warner Bros.

Kino-Start: 15.06.2017

Artikel-Bewertung:

3.87 von 5 Sternen bei 30 Bewertungen.

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