Russendisko
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27. Mär 2012

Simone Ackfeld

Filme

Russendisko: "Keine Haudrauf-Komödie"

-ARCHIV-

Matthias Schweighöfer & Co. im Interview

"Ich habe mich gefreut, dass ich mal meinen Hintern zeigen konnte"

UNICUM: Habt ihr das Buch vorher schon gelesen und hatte das Einfluss darauf, ob ihr bei dem Film mitmacht?
Schweighöfer: Ich kannte das Buch, hatte es aber noch nicht gelesen und auch das "Kaffee Burger", wo die Russendisko stattfindet, war mir ein Begriff. Ohne das Drehbuch zu lesen, habe ich dann sofort zugesagt. Im Zuge der Vorbereitungen hatte ich das Buch dann auf meinem Nachttisch und habe ein wenig darin gestöbert.

Gab es Szenen, auf die ihr euch im Vorfeld schon gefreut habt?
Schweighöfer: Auf jeden Fall auf die Tanzszenen.
Mücke: Ich habe mich gefreut, dass ich mal meinen Hintern zeigen konnte.
Friedel: Der Film will ja keine Haudrauf-Komödie sein. Deswegen habe ich mich auch auf die Freundschafts-Szenen, zum Beispiel im Auto, gefreut.

Wenn ihr in einer ähnlichen Situation wärt wie die drei Protagonisten des Films, wie würdet ihr euch durchschlagen?
Schweighöfer: Ich glaube schon so ähnlich: Bei mir wäre es Straßentheater.
Mücke: Straßentheater oder Straßenmusik. Ich würde allerdings auf der Suche nach Brot und Lohn den Fun-Faktor nicht vergessen und Kunst und Kultur genießen.

Also schon auch die kreative Ader und nicht die kaufmännische?
Friedel: Im Film spiele ich zwar einen, der die kaufmännische Ader hat, aber ich persönlich habe die, glaub ich, gar nicht. Ich kann nicht gut mit Geld umgehen.

Und wie sieht es mit euren musikalischen Ambitionen aus? Im Film spielt die Musik eine große Rolle. Friedrich will in seiner Rolle als Musiker durchstarten. Christian hat im wahren Leben eine Band und Matthias plant einen großen Auftritt mit Silbermond.
Schweighöfer: Ich singe am 8. Dezember in der ausverkauften O2-Arena in Berlin vor 20.000 Leuten. Wir machen zwei Songs zusammen. Das wird lustig.
Friedel: Das sind natürlich Dimensionen, von denen ich nur träume. Ich spiele am 7. April im Roten Salon auf der Volksbühne (in Berlin, d.Red.) als Support von Enno Bunger. Bei mir ist aber alles noch ganz am Anfang. Und Friedrich ist ja auf dem Soundtrack (von Russendisko, d.Red.) drauf.

Ein weiteres Motiv ist das Feiern in der Russendisko. Wenn ihr ausgeht, wo geht ihr hin?
Mücke: Ich gehe gar nicht mehr feiern.
Schweighöfer: Beim letzten Mal, als ich raus war, war ich auf einer HipHop-Party in der Bar Tausend. Das war krass. Und es hat einmal wieder Spaß gemacht, dazu zu tanzen. 
Friedel: Ich gehe auch selten weg bis gar nicht mehr weg. Ich würde gerne häufiger gehen, weil ich es liebe zu tanzen. Ich bewege mich sehr gerne zu elektronischer Musik.

Ihr wart 1990, als der Film spielt, noch sehr jung. Wie habt ihr diese Zeit des Umbruches erlebt?
Mücke: Da war auch mein Leben im Umbruch, weil sich viel verändert hat. Vom Fußballplatz übers Einkaufen gehen bis hin zu zwei Währungen in der Tasche haben. Ich wäre damals gerne zehn Jahre älter gewesen, um nach Berlin zu gehen und dort zu feiern. Aus der Kindersicht hat mich das alles ein wenig überfordert, weil alles neu war, aber eben auch toll. Und ich denke auch an die WM (wie in dem Film, d. Red.), wenn ich an 1990 denke. Und an Roberto Baggio.


"Russendisko" kurz & kompakt

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Wladimir Kaminer, allerdings ist der Film kein Episodenfilm, sondern erzählt die Geschichte der drei Freunde Wladimir (Schweighöfer), Mischa (Mücke) und Andrej (Friedel). Sie kommen im Sommer 1990 von Russland nach Berlin und nutzen die Gunst der Stunde, um dort hier Glück zu machen: Mischa als Musiker, Andrej als Kaufmann und Wladimir als Erfinder der Russendisko. 

Freundschaft und Musik sind die zentralen Themen des Films mit bekannten Gesichtern in den Hauptrollen. Alle voran das Duo Schweighöfer/Mücke, bekannt aus "Friendship!". Der Dritte im Bunde ist Christian Friedel, der durch seine Rolle in dem Oscar-nominierten "Das weiße Band" überzeugte. In einigen Szenen erinnert der Film stark an "Friendship!", kein Wunder, Oliver Ziegenbalg ist auch bei "Russendisko" für Regie und Drehbuch verantwortlich, ist aber alles andere als ein Klamauk.

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