Ghostbusters Kinofilm
Die neuen Ghostbusters Abby, Holtzmann, Erin und Patty | Foto: © 2016 Sony Pictures
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02. Aug 2016

Barbara Kotzulla

Filme

Ghostbusters

Who you gonna call? Ab dem 04. August im Kino

Haters gonna hate

Ja, wofür – und warum eigentlich? Da können alle Internet-Hater noch so sehr die Arme hochreißen und rufen: "Nein, an der weiblichen Besetzung liegt's nicht!" Seien wir mal ehrlich: Die meisten Kommentatoren im Netz haben sich sehr wohl am Frauen-Cast aufgerieben. Woran denn sonst? Immerhin hüllten sich die Macher bis zum Kinostart hinsichtlich des Inhaltes in Schweigen. Bis auf einen Trailer, der eher wenig als mehr verriet, war nichts über das Abenteuer der neuen Geisterjäger bekannt. Dennoch sahen viele den Untergang des popkulturellen Abendlandes gekommen.

Wie irrsinnig dieser Shitstorm tatsächlich war und ist, wird einem am deutlichsten bewusst, wenn im Kinosaal nach 117 Minuten das Licht wieder angeht. Das soll der Film sein, wegen dem sich so viele selbsterklärte Gralshüter des "Ghostbusters"-Erbes die Finger in den Kommentarspalten des World Wide Web blutig geschrieben haben?

Natürlich wird es Leute geben, die die Komödie auch weiterhin zerreißen, oder im Kino mit verschränkten Armen und "Mimimi"-Attitüde sitzen. Aber diesen mag man einfach nur auf die Schulter klopfen und zuflüstern: "Ist gut jetzt. Lass dich einfach auf den Spaß ein."



Kate, wir lieben dich!

Denn ein Spaß ist die 2016er-Version der "Ghostbusters" allemal. Regisseur Paul Feig ("Brautalarm") schafft es, mit viel Witz und Action den Charme der früheren Filme aufleben zu lassen, ohne sich zu sehr in eine reine Hommage zu verrennen. Tatsächlich gehören die Auftritte der "alten" Ghostbusters sogar zu den Schwachstellen der Komödie. Vor allem Bill Murrays Cameo ist so bizarr, dass man nur zu gerne den Blick wieder auf die vier Actionheldinnen richtet.

Und hier gibt wirklich jede einzelne Vollgas, allen voran "Saturday Night Live"-Comedian Kate McKinnon als Dr. Jillian Holtzmann. McKinnon haucht ihrer Version eines verrückten Wissenschaftlers mit Wahnsinn, Lust und Energie unfassbar viel Leben ein. Wie sie es schafft, vor der Kamera komplett frei zu drehen, ist zwar anfangs befremdlich, lässt einen aber im Nachhinein jauchzen: "I love you, Kate". Dank ihr dürfte Holtzmann zum Spirit Animal unzähliger Filmfans rund um den Globus werden.

Doch obwohl ihre Performance an Eigensinn kaum zu überbieten ist, stehen ihr Kristen Wiig, Melissa McCarthy und "SNL"-Kollegin Leslie Jones in Nichts nach. Die Harmonie und Chemie zwischen den Hauptdarstellern stimmt – die Ghostbusters sind in jeder Hinsicht ein Team.

Daneben fällt vor allem etwas anders in Gewicht: Es ist absolut egal, dass es sich bei dem Cast um Frauen handelt. Die skurrile Geisteraction, die witzigen Story-Einfälle und eben das starke Schauspiel des Ensembles, lassen diese Tatsache schon in den ersten Minuten vergessen.


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Worum geht's eigentlich in "Ghostbusters"?

Physikerin Erin Gilbert (Kristen Wiig) träumt von einer festen Professur an der Columbia-Universität in New York. Doch eins steht ihr im Weg: Ein Buch über paranormale Geistererscheinungen, das sie vor Jahren mit Abby Yates (Melissa McCarthy) verfasst hat, und das nun aus heiterem Himmel wieder im Internet zu erhalten ist. Die verklemmt-ehrgeizige Wissenschaftlerin stellt ihre damalige Freundin zur Rede, die sich allerdings nur auf einen Deal einlassen will: Hilft Erin ihr und der Ingenieurin Jillian Holtzmann (Kate McKinnon) bei der Untersuchung einer plötzlich auftretenden Gespenstererscheinung, nimmt Abby die Veröffentlichung aus dem Netz.

Doch dann fixt die reale Begegnung mit dem Geist Erin an, sich erneut dem Paranormalen zu verschreiben. Zu dem Trio gesellen sich dann noch die U-Bahn-Angestellten Patty Tolan (Leslie Jones) und der eher "einfältige" Assistent Kevin (Chris Hemsworth).

Jetzt muss nur noch der Bürgermeister (Andy García) davon überzeugt werden, dass die Geisterapokalypse kurz bevor steht.


Ghostbusters Logo


Fazit: We ain’t afraid of no Ghost

Die 2016-Version der Geisterjäger ist genauso blödsinnig, verschleimt und anarchisch wie die 1984-Verfilmung. Nur eben im Gewand der Jetzt-Zeit und ohne Nostalgie-Bonus. Das berühmte "Ghostbusters"-Theme ist immer noch genauso cool wie damals, und wird auch die jüngere Generation, die – oh, Schreck! – die alten Schinken gar nicht mehr kennt, begeistern.

"Ghostbusters 2016" ist genau wie "Ghostbusters I" und "Ghostbusters II" einfach eine lustige Action-Komödie – und will auch gar nicht mehr sein. In puncto Wahnsinn und Kreativität dürfen die vier neuen Geisterjäger gerne bei einer möglichen Fortsetzung noch einen drauf legen. Aber schon jetzt kann man sich auf einen gelungenen Kinoabend freuen. 


Ghostbusters PlakatUNICUM Kino-Tipp

Ghostbusters

Komödie/Action, USA 2016

Regie: Paul Feig

Darsteller u.a.: Melissa McCarthy, Kristen Wiig, Kate McKinnon, Leslie Jones, Charles Dance, Andy García, Chris Hemsworth

Verleih: Sony Pictures Germany

Kinostart: 04. August 2016

Mehr unter www.ghostbusters-film.de

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