I Robot künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz im Film "I, Robot" | Foto: © 2016 Twentieth Century Fox Home Entertainment
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02. Sep 2016

Denise Haberger

Filme

Filmcheck: Alles nur Science-Fiction?

So realistisch sind Beamen, Roboter & Co.

Star Trek (1979–2016)

Star Trek Cover

Darsteller: 

William Shatner, Leonard Nimoy, Patrick Stewart, Jonathan Frakes, Chris Pine, Zachary Quinto u. a.

Darum geht’s: 

Im Star Trek-Universum können Menschen und Gegenstände mittels Teleportation von einem Ort zum anderen gebeamt, sprich transportiert werden.

Das sagt der Experte:

"Beamen ist physikalisch gesehen möglich. Aber es ist derzeit technisch nicht machbar und wird es auch in ferner Zukunft kaum sein. Man kann einen Menschen durch Hitze in seine Atome "auflösen". Es muss schnell genug passieren, damit man die Temperaturen nicht merkt. Und es braucht ein paar Milliarden Grad. Masse in Energie umzuwandeln, käme einer Explosion – vergleichbar mit mehreren Atombomben – gleich. Ein Transporter müsste das aushalten können. Ein weiteres Hindernis ist die Heisenbergsche Unschärferelation, die besagt, dass man nicht die Orte aller Atome exakt bestimmen kann. Deshalb werden bei Star Trek sogenannte Heisenberg- Kompensatoren eingesetzt, damit Menschen auch wieder im Ganzen ankommen."

Der Experte:

Metin Tolan ist Professor für Experimentelle Physik an der TU Dortmund. In seinem Buch "Die Star Trek Physik" erklärt er, wie genau es die Macher der Science- Fiction-Reihe mit Physik und Technik nehmen.



I, Robot (2004)

I Robot Cover

Darsteller:

Will Smith, Bridget Moynahan u. a.

Darum geht’s:

Polizist Del Spooner muss einen Mord aufklären, Hauptverdächtiger ist der Roboter Sonny. Doch dass Roboter Menschen absichtlich töten, ist eigentlich unmöglich.

Das sagt der Experte:

"Die Roboter in dem Film haben eine unglaubliche Kraft, Geschicklichkeit und Geschwindigkeit. Es wird noch lange dauern, bis das so umgesetzt werden kann, aber unmöglich ist es nicht. Es ist durchaus denkbar, dass die Kraft und die Bewegungsabläufe technisch erzielt werden können. Was wir sicher bei Robotern noch erleben werden, sind Gefühlsausdrücke und Persönlichkeit. An den inneren, den kognitiven und affektiven Prozessen der Künstlichen Intelligenz wird intensiv gearbeitet. Man wird nicht nur Roboter bauen, die laufen und sprechen können, sie könnten auch Gefühle simulieren."

Der Experte:

Prof. Dr. Ipke Wachsmuth arbeitet am Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) der Universität Bielefeld.



Transcendence (2014)

Transcendence Cover

Darsteller:

Johnny Depp, Rebecca Hall, Morgan Freeman u. a.

Darum geht’s:

Technik-Skeptiker verüben einen Anschlag auf den Wissenschaftler Dr. Will Caster, Experte in Sachen Künstliche Intelligenz. Doch sein Gehirn kann gerettet werden und sein Bewusstsein wird mit einer Maschine verbunden.

Das sagt der Experte:

"Casters Bewusstsein wird über ins Gehirn implantierte Elektroden hochgeladen. Mit solchen Elektroden kann zwar die elektrische Hirnaktivität bis zu einem gewissen Grad erfasst werden, die im Film dargestellte Kanalzahl und die Auflösung würden aber nicht ausreichen, um das gesamte Gehirn mit all seinen Neuronen und Synapsen zu kartieren. Um das wirklich zu erreichen, müsste man so viele Elektrodenarrays ins Gehirn implantieren, dass der Betroffene den Eingriff wohl nicht überleben würde. Davon abgesehen ist die erforderliche Kanalzahl und Auflösung auch technisch bisher noch nicht machbar." 

Der Experte:

Prof. Dr.-Ing. Wigand Poppendieck arbeitet an der Fakultät für Informationstechnik der Hochschule Mannheim. Sein Fachgebiet ist Neurotechnik.



Ex Machina (2015)

Ex Machina Cover

Darsteller:

Domhnall Gleeson, Alicia Vikander, Oscar Isaac u. a.

Darum geht’s:

Programmierer Caleb soll mithilfe des sogenannten Turing-Tests herausfinden, ob der weibliche Roboter Ava denken kann wie ein Mensch. Mit der Zeit verliebt er sich in die Künstliche Intelligenz. 

Das sagt der Experte:

"Es gibt schon Chatbots, die Unterhaltungen imitieren, ohne zu verstehen, was sie sagen. Vermutlich werden sie bald den Turing-Test formal bestehen, ohne Turings-Vorstellungen von denkenden Maschinen zu erfüllen. Die Fähigkeiten der Roboterfrau Ava gehen viel weiter: Ihre Intelligenz ist mit einem Körper verknüpft, sie kann empfinden, individuelle Ziele verfolgen und andere auf raffinierte Weise benutzen. Man würde ihr ein eigenes Bewusstsein zugestehen, auch wenn man nicht wissen kann, ob es nur eine Imitation ist. Ein solcher Roboter kann aber mit heutiger Technik noch nicht gebaut werden."

Der Experte:

Hans-Dieter Burkhard ist Seniorprofessor in der Arbeitsgruppe Künstliche Intelligenz der HU Berlin.


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