Coco Kinofilm
Coco beweist: Nach dem Tod wird´s erst richtig bunt | Foto: ©2017 Disney Pixar. All Rights Reserved.
Autorenbild

27. Nov 2017

Nina Weidlich

Filme

Coco – Lebendiger als das Leben

Ab 30. November 2017 im Kino

 

Mexikanische Kultur: Der Día de los Muertos

Santa Cecilia, Mexiko. In der Familie des zwölfjährigen Miguel laufen die Vorbereitungen für den Día de los Muertos auf Hochtouren. Das Fest wird in Mexiko traditionell vom 31. Oktober bis zum 2. November gefeiert. Familien stellen Fotos ihrer verstorbenen Angehörigen auf Totenaltären, den Ofrendas, auf.  

Auch die Lieblingsspeisen und -getränke der Toten und ihre persönlichen Erinnerungsstücke schmücken die Altäre. Leuchtend orangene Ringelblumen und gelbe Chrysanthemen werden als Wegweiser vor die Hauseingänge gestreut, damit die Verstorbenen den Weg in die alte Heimat finden. Denn der Brauch besagt: Am Día de Muertos kommen die Toten nach Hause, um ihre Familien in der Welt der Lebenden zu besuchen.

Vom Vergessen und Vergessenwerden

Coco, Miguels Uroma, leiht dem Film ihren Namen. Die alte und gebrechliche Dame sitzt nur noch in ihrem Schaukelstuhl, redet wenig und erinnert sich an noch weniger. Trotzdem verbringt ihr Urenkel viel Zeit mit Coco, liest ihr vor und erzählt ihr von seinen Erlebnissen – nur eines ist in Miguels Familie strengstens verboten: Musik. Denn sie war der Grund, warum sein Ur-Ur-Großvater, ein leidenschaftlicher Musiker, die Familie vor vielen Jahren im Stich gelassen hat. Das haben seine Nachfahren ihm bis heute nicht verziehen. Ein Dilemma für Miguel, denn auch er liebt die Musik. Deshalb beschließt er, sich gegen den Willen der Familie zu stellen und an einem Musikwettbewerb in seinem Dorf teilzunehmen.

Das Problem: Miguel besitzt keine Gitarre. Sein größtes Idol, der berühmte und bereits verstorbene mexikanische Musiker Ernesto de la Cruz aber schon – ein Relikt, das über seinem Grab hängt. Miguel stiehlt die Gitarre und findet sich plötzlich in der Welt der Toten wieder. Schnell wird klar: Er muss Ernesto de la Cruz finden. Er ist überzeigt, dass der einst so gefeierte Musiker sein verstorbener Ur-Ur-Großvater sein muss. Nur er wird ihm helfen können, wieder ins Land der Lebenden zurückzukehren.

Auf seiner Reise durch die Welt der Toten trifft Miguel dabei nicht nur auf verstorbene Familienmitglieder, die er bisher nur von den Bildern auf der Ofrenda kannte. Zu seinem wichtigsten Verbündeten wird außerdem Hector, ein etwas verlottertes, aber liebenswürdiges Skelett. Seine Familie droht ihn zu vergessen, was für ihn den endgültigen Tod bedeuten würde. Miguel macht es sich zur Aufgabe, das zu verhindern.


Coco Land der Toten


Disney Pixar: Die drei goldenen Regeln

Es gibt drei Dinge, die wir von einer Disney Pixar-Produktion erwarten: Eine atemberaubende Optik, eine deepe Story, die uns was für´s Leben lehrt und was zum Lachen. Kann "Coco" all diese Kriterien erfüllen?

1) Die Optik

Dass Disney wundervolle, farbenfrohe Welten erschaffen kann, wissen wir ja schon. In Coco setzt das Team aber noch einen drauf: Eine leuchtend orangene Blumenbrücke, die das Land der Toten mit dem der Lebenden verbindet und aus unzähligen kleinen Lichtpunkten besteht. Die Welt der Toten, die es schafft, gleichzeitig düster und dabei so farbenfroh so sein. Die Skelette, die auch nach ihrem Tod ihren Sinn für Mode nicht verloren haben und mit wunderschönen Bemalungen und Kleidern geschmückt sind. Und nicht zuletzt die Alebrijes, Tierfiguren, die in den leuchtendsten Farben strahlen. In Mexiko findet man sie traditionell in Form von Pappmaché, in "Coco" erweckt Disney Pixar die zauberhaften Wesen zum Leben. Kurz: An liebevollen Details mangelt es dem Film nicht.

2) Die Story

Die Macht der Liebe, der Wert echter Freunde oder die Erkenntnis, dass auch Frauen starke Anführerinnen sein können – die Disney´sche Moralkeule trifft uns in jedem neuen Film mit voller Wucht. Das ist auch gut so, aber "Coco" kann mehr, denn hier tauchen wir tief in die mexikanische Kultur ein. Um diese möglichst realistisch auf die Leinwand zu bringen, haben die Macher viel Zeit vor Ort verbracht, mit Einheimischen geredet und an Bräuchen und Traditionen teilgehabt.

Herausgekommen ist eine Geschichte, die uns unseren eigenen Umgang mit dem Sterben infrage stellen lässt. Denn die mexikanische Vorstellung vom Tod ist so viel schöner: Wer stirbt, lebt mit all den anderen Toten in einer eigenen Welt weiter – und zwar so lange, bis die Familienmitglieder im Land der Lebenden ihn vergessen. Deswegen setzt die Familie alles daran, die Erinnerung an Verstorbene aufrecht zu erhalten und auch an die Jüngsten weiter zu geben.

3) Die Gags

Wie jeder andere Disney Pixar Film, ist auch "Coco" kein reiner Kinderfilm. Ehrlicherweise muss man aber sagen: In Sachen Humor kommt er an Klassiker wie "Findet Dorie" oder die "Monster AG" nicht heran. Die selbstironische Art der Toten und der trottelige und etwas hässliche Hund Dante sorgen aber dafür, dass uns trotz des eher ernsten Themas nicht zu schwer ums Herz wird. Die Hommage an die mexikanische und ein bisschen selbstverliebte Kunst-Ikone Frida Kahlo tut ihr Übriges.

Fazit zu "Coco – Lebendiger als das Leben"

Selbst wenn "Coco" nicht als witzigster Disney-Film aller Zeiten in die Geschichte eingehen wird, dann vielleicht zumindest als der Emotionalste, Liebevollste und der Schönste. Die Macher geben ihre Faszination für die mexikanische Kultur an uns weiter, mit jedem einzelnen leuchtenden Blütenblatt genauso wie mit jedem kunstvoll bemalten Totenschädel.

Vor allem aber nehmen wir wirklich etwas mit: Dass wir unsere Großeltern, Ur-Großeltern und Ur-Ur-Großeltern nicht auf der Strecke lassen dürfen, auch wenn sie alt und vergesslich sind. Dass auch sie mal jung waren und so viele, wertvolle Erinnerungen in sich tragen. Dass sie irgendwann nicht mehr da sind, aber es in unserer Hand liegt, sie nie ganz verschwinden zu lassen. Und dass das den Abschied sehr viel weniger traurig macht.


UNICUM Film-Tipp:

Coco PlakatCoco – Lebendiger als das Leben

Animation / Abenteuer, USA 2017

Synchronsprecher u.a.: Heino Ferch, Claudio Pizarro

Regie: Lee Unkirch, Adrian Molina

Verleih: Walt DIsney

Kinostart: 30. November 2017

Mehr Infos unter www.disney.de/filme/coco

 


Mitmachen und gewinnen:

Zum Kinostart von "Coco – Lebendiger als das Leben" verlosen wir 3 x 1 Fanpaket mit einem Bluetooth-Lautsprecher, einer Gitarren-Tasche und einer Tasse!

Coco Gewinnspiel

 

Teilnahmeschluss ist der 25. Dezember 2017

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel akzeptiere ich die Teilnahmebedingungen. Die gesetzlichen Datenschutzbestimmungen werden eingehalten.
Sicherheitsabfrage

Bitte beantworte die folgende kleine Frage:

12 + 6 =

Artikel-Bewertung:

4.17 von 5 Sternen bei 18 Bewertungen.

Deine Meinung: