Der Disney-Film "Baymax"
Jetzt auf DVD und Blu-ray: Baymax – Riesiges Robowabohu | Foto: ©2014 Disney. All Rights Reserved.
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03. Jun 2015

Barbara Kotzulla

Filme

Baymax – Riesiges Robowabohu

Der Disney-Effect Artist Hendrik Panz im Interview

Wer ist Baymax?

Für den hochbegabten Hiro Hamada bricht die Welt zusammen: Beim einem tragischen Unfall kam sein Bruder, der Roboter-Entwickler Tadashi ums Leben. Das Leid des Teenagers ruft Baymax (dt. Stimme: Bastian Pastewka) auf den Plan: Der große, wie ein Marshmallow aussehende Roboter ist ein "Gesundheitsassistent", der dazu programmiert wurde, Schmerzen zu lindern. Gemeinsam mit Baymax und seinen Vertrauten Go Go Tomago, Wasabi, Honey Lemon und Fred verfolgt Hiro die Spur eines mysteriösen Verbrechers mit Kabuki-Maske: Dieser will nicht nur die Stadt San Fransokyo zerstören, sondern trägt wohlmöglich Schuld an Tadashis Tod. Was also tun? Kurzerhand gründen die Freunde die Superhelden-Truppe "Big Hero 6" und gehen auf Ganovenjagd.

"Baymax – Riesiges Robowabohu": Ab dem 11.06.2015 auf DVD und Blu-ray erhältlich. Mehr Infos zum Film unter www.disney.de/baymax



Wie ist Baymax entstanden?

Kreativkopf Hendrik Panz | Foto: PRNicht nur beim oscar-prämierten Animationsfilm "Die Eiskönigin – Völlig unverfroren" (Original: "Frozen") hat Hendrik Panz (Foto) als Effect Animator mitgewirkt, auch bei anderen Produktionen wie "Ralph reichts" war der gebürtige Siegerländer mit an Bord. Mit Mitte 30 ist der ehemalige Informatik-Student nun fest im Disney-Team in Kalifornien angestellt und arbeitete zuletzt an "Baymax" mit – ein Job von dem viele träumen.  

UNICUM: Wie genau muss man sich deine Arbeit an "Baymax" vorstellen?
Hendrik Panz: Effect Artists machen eigentlich alles außer der Animation der Charaktere oder dem, was irgendwie an den Figuren dranhängt. Allerdings animieren wir schon noch die Dinge, mit denen die Charaktere interagieren, etwa Wasser oder Schnee. Bei "Baymax" habe ich die Chemie-Effekte für die Figur der "Honey Lemon" gemacht, dazu noch die "Microbots". Und auch an der letzten Sequenz habe ich viel mitgearbeitet – die ist aber vor Kino-Start noch geheim...

Arbeitest du eng mit anderen im Team oder eher alleine?
Das ist bei den Effekten ganz unterschiedlich. Bei den Microbots habe ich stark auf das zurückgegriffen, was die Kollegen schon vorbereitet haben. Bei den Effekten für "Honey Lemon" konnte ich recht unabhängig arbeiten. Aber ein Film ist immer ein Team-Erfolg: Eine Abteilung animiert zum Beispiel die Charaktere, ich greife dann diese Charakteranimationen auf, um die Effekte einzuarbeiten.

Wie frei bist du denn generell bei der Umsetzung deiner kreativen Ideen?
Bei Disney hat man als Effect Animator überdurchschnittlich viele Freiheiten. Das liegt aber auch daran, dass wir häufig nicht fotorealistisch arbeiten müssen. Je mehr man etwas stilisieren kann, umso mehr kann man selber designen.

Hast du da ein Beispiel für uns?
Wenn etwa in "Transformers" ein riesiger Roboter in ein Haus fliegt, dann muss das Gebäude auch realistisch in sich zusammenstürzen. Wenn aber wie bei "Baymax" ein Schwarm Mini-Roboter animiert werden soll, kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen.

"Frozen" war eine Herausforderung

Hast du deine Karriere als Effect Animator eigentlich zielstrebig geplant oder hat es sich "einfach so" ergeben?
Weder noch. Als ich damals noch Informatik studiert habe, wusste ich noch überhaupt nicht, was ich machen will. Nur das ich eben nicht in dem Bereich bleiben wollte, war mir klar. Nach sechs Jahren Studium habe ich dann die wohl beste Entscheidung meines Lebens getroffen: Ich habe an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg den Studiengang "Animation" gemacht. Dort habe ich dann die notwendigen Fähigkeiten gelernt und die Kontakte geknüpft, die das alles ermöglicht haben.

Was war deine beruflich bislang größte Herausforderung?
Ganz klar "Frozen". Ich stand in dieser Zeit unter enormen Druck. Kurz davor hatte ich mein Traineeship beendet und arbeitete plötzlich fest als Disney-Animator in Los Angeles. Auf einmal gab es wirklich etwas zu verlieren, das hat sich auch auf meine Arbeit ausgewirkt. Aber mittlerweile konnte ich mich davon freimachen.

Kannst du dir eigentlich noch animierte Filme ohne ein kritisches Auge ansehen?
Es ist schwierig. Wenn sie aber gut gemacht sind, dann vergesse ich das tatsächlich schon mal.

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