eigenes unternehmen gründen
Apps programmieren und Unternehmen gründen geht auch während der Schulzeit. | Foto: Zephyr18/Getty Images
Autorenbild

11. Sep 2018

Marvin Kesper

Apps & Internet

Junge Unternehmer: Als Schüler mit Apps erfolgreich

Ein App-Builder für alle Fälle

Den Internetauftritt von Unternehmen, Blogs und Magazinen in eine App bringen, das haben sich Oskar Neumann und Jürgen Ulbrich zum Ziel gemacht. Dafür haben sie eine eigene Applikation entwickelt, mit denen sie auf Kundenwunsch Apps zusammenbauen können und diese dann betreuen. Also eine App, mit der sie Apps bauen.

Entstanden ist die Idee aus einem älteren Projekt von Jürgen. "Es war so, dass ich mit 16 schon mein eigenes Onlinemagazin aufgebaut hatte. Dafür wollten wir eine App entwickeln", erzählt der heute 21-Jährige. Als er auf der Suche nach einem Entwickler war, stellte sich sein heutiger Mitgründer, Oskar Neumann, bei ihm vor. Dieser setzte die App schnell und gut um, sodass sie ein voller Erfolg wurde und schnell andere Blogs und Magazine auf die beiden aufmerksam wurden. "Da kam uns die Idee, ein System zu entwickeln, mit dem man automatisch Apps bauen und sich so viel Aufwand sparen könnte." Gesagt, getan! So entstand ihr Unternehmen "Appful".

"Wir probieren einfach zu wenig!"

Heute erzielen die beiden Jung-Gründer mit ihrem Unternehmen sechsstellige Umsätze und können unter anderem Greenpeace, Vaude oder auch PETA zu ihren Kunden zählen. Nebenbei studiert Jürgen BWL in Wien und Oskar Informatik in Darmstadt. Trotz ihres Erfolges mit Appful wollten sie diesen Teil in ihrem Leben nicht verpassen, erklärt Jürgen. "Ein Studium hat für dein Leben und für dein soziales Umfeld sehr viele Vorteile. Du triffst zum Beispiel viele spannende Leute und kannst dich mit ihnen austauschen. Und das brauchst du auch als Gründer." Durch ihre unterschiedlichen Prüfungstermine bekommen die beiden den Spagat zwischen Unternehmen und Studium ganz gut hin, sodass sie nicht in totalen Stress verfallen.

Junge Unternehmer AppfulIn Zukunft wollen Oskar und Jürgen ganz hoch hinaus und viele neue Ideen austesten. "Jetzt, wo wir noch keine großen Verpflichtungen wie Familie oder Ähnliches haben, wollen wir die Chance nutzen, neue Sachen auszuprobieren, die man vielleicht später nicht mehr machen kann", gibt sich Jürgen für die Zukunft optimistisch und bemängelt zugleich, dass es noch zu wenig große Software-Start-ups in Europa gibt. "Wir probieren noch zu wenig!", meint der BWL Student.

Für Schüler, die vielleicht auch eine gute Idee haben und sich selbstständig machen wollen, hat Jürgen ein paar Tipps: "Zuerst sollte man am eigenen Willen und am Selbstvertrauen arbeiten, um sich gut verkaufen zu können. Dann darf man sich nicht von Tiefpunkten, die es in jedem Geschäft gibt, unterkriegen lassen. Und zuletzt sollte man mehrere Ideen parallel angehen, um sich am Ende die mit dem größten Potenzial aussuchen zu können."

Junge Unternehmer: Verpixelt war gestern!

Wer schon mal mit Bildern oder Grafiken gearbeitet hat, kennt es: Sobald man das Bild vergrößern möchte, wird es unscharf und verpixelt. Dem gleichen Problem musste sich Vladimir Danila stellen, als er mit gerade einmal zehn Jahren die Bilder auf seinem Blog austauschen musste, da sie durch hochauflösendere Displays verpixelt wirkten. "Ich habe mich nach Vektorgrafikprogrammen umgeschaut, mit denen man Bilder auflösungsunabhängig erstellen kann", so der heute 18-Jährige.

Die vorhandenen Programme waren dem jungen Hobby-Blogger aber zu kompliziert und viel zu teuer. "Ich dachte mir, ich baue einfach mein eigenes Programm fürs iPad, was es in dieser Form so noch nicht gab." Aus dieser Idee heraus entwickelte Vladimir "Vectornator Pro", eine App, mit der man über iOS Vektorgrafiken am Tablet oder Smartphone erstellen kann.


eigenes unternehmen gründen


"Es kommt beim Gründen viel auf einen zu"

Dass er mit dieser App erfolgreich sein kann, wurde Vladimir auf der Gamescom 2015 klar. "Da habe ich mich mit Entwicklern ausgetauscht und die haben mir geraten, dass ich versuchen soll, das groß zu machen." Nach jahrelanger Entwicklung in Eigenregie lernt Vladimir auf einer Konferenz Marc Zacherl kennen. Es war ihnen sofort klar, dass sie gemeinsam das Unternehmen groß machen wollen, da sie beide Seiten abdecken, die wichtig sind – Produktentwicklung und Business/Management. Letztes Jahr gründeten sie zusammen die Firma "Linearity GmbH", unter der "Vectornator Pro" gelauncht und vermarktet wird. "Marc hat das Wissen übers Gründen, das Business und die Strukturen mitgebracht. Ohne jemanden, der sich in der Branche auskennt, würde ich als Laie nicht gründen. Es kommt echt viel auf einen zu."

Keine Angst vorm Ideenklau

Junge Unternehmer VectornatorLetztes Jahr hat Vladimir mit seiner App den ersten Preis beim "Jugend forscht"-Wettbewerb gewonnen und mittlerweile haben die beiden nicht nur sechs Unternehmer, die in ihr Projekt investieren, sondern auch richtig viel zu tun. "Es steht ein sehr großes Update an und generell ist viel los", beschreibt der frischgebackene Abiturient. In der Schule war seine Selbstständigkeit hingegen nie ein großes Thema. "Ich habe aber auch versucht, nicht so viel darüber zu reden."

In Zukunft möchte Vladimir neben der Firma Wirtschaftsinformatik studieren und das Studium nutzen, um sein Netzwerk zu erweitern. "Auf einer Skala von eins bis zehn würde ich ein gutes Netzwerk für einen Gründer mit zehn bewerten", erklärt er. Außerdem rät er angehenden Gründern, sich mit vielen Leuten über die Idee auszutauschen. "Vielleicht kann man so einen Mitgründer finden und Ideen kombinieren." Also keine Angst vor Ideenklau haben und Feedback einholen!

Artikel-Bewertung:

2.88 von 5 Sternen bei 8 Bewertungen.

Deine Meinung: