JIM Studie
Mit 14 Jahren haben nahezu alle Jugendlichen ein Smartphone. | Foto: Thinkstock/Diego Cervo

Mobbing

17.07.2015

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06. Dez 2017

Sandra Ruppel

Apps & Internet

JIM-Studie: Wie nutzt du deine Medien?

Wie Teenager Medien nutzen

Die Studie JIM, die kurz für Jugend, Information und Multimedia steht, wurde nun schon zum zwanzigsten Mal durchgeführt. 1.200 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 19 Jahren wurden im Sommer 2017 zu ihrem Medienkonsum und ihrer Freizeitgestaltung befragt. Und es zeigt sich: Besonders im Vergleich zu 1998, dem Jahr, in dem die Umfrage zum ersten Mal gemacht wurde, hat sich ganz schön was verändert!

Während vor 20 Jahren nur vier von fünf Jugendlichen regelmäßigen Zugang zu einem Computer hatten und nur 18 Prozent regelmäßig ins Internet kamen, haben heute so ziemlich alle Haushalte in Deutschland Internetanschluss und mindestens einen Computer. Viele Jugendliche haben sogar ihren eigenen Computer oder Laptop: Nämlich 69 Prozent. 29 Prozent haben ein eigenes Tablet.

Handy vs. Smartphone: Damals und Heute

Diejenigen unter uns, die 1998 nicht nur schon am Leben waren, sondern auch bereits lesen und schreiben konnten, erinnern sich vielleicht noch: Ein Handy zu haben, war hier alles andere als selbstverständlich. Und wer eins hatte (etwa 8 Prozent der Jugendlichen), der war vor allem damit beschäftigt, sich kurz zu fassen und so viele Wörter wie möglich in eine einzige SMS zu quetschen.

Im Gegensatz dazu hat aktuell fast jeder Jugendliche ein Smartphone: Nämlich 97 Prozent. SMS werden damit maximal im Notfall verschickt, ansonsten nutzen aber 94 Prozent aller Teenager WhatsApp regelmäßig.

WhatsApp, Insta & Co.

Welche sozialen Medien Jugendliche aktuell neben WhatsApp außerdem nutzen, siehst du in unserer Slideshow.

 

Analoge und digitale Freizeitbeschäftigungen

Neben der Smartphone und Social-Media-Nutzung gibt JIM auch einen Überblick darüber, was Teenager aktuell gern in ihrer Freizeit machen. An erster Stelle steht hier: Sich mit Freunden treffen. 73 Prozent unternehmen regelmäßig was mit Freunden. Eine weitere Beschäftigung ist, zum Sport zu gehen. 68 Prozent gehen mindestens einmal pro Woche.

40 Prozent lesen gern und regelmäßig, einfach zum Vergnügen. Allerdings eher nicht auf einem E-Book-Reader, sondern tatsächlich auf Papier. 34 Prozent unternehmen in der Freizeit regelmäßig was mit der Familie und jeder Vierte spielt ein Instrument oder besucht einen Chor. Insgesamt machen so also 24 Prozent der 12 bis 19-Jährigen Musik in ihrer Freizeit.

Aber auch für die, die nicht selbst ein Instrument spielen oder singen, gehört Musik zur Freizeitgestaltung und zur eigenen Mediennutzung dazu: 95 Prozent hören regelmäßig Musik und 86 Prozent schauen regelmäßig auf YouTube vorbei.

Internet: Freier Zugang zu Informationen

Natürlich taugen Smartphone und Internet nicht nur, um anderen dabei zuzuschauen, wie sie lippensynchron aktuelle Songs performen, sondern auch, um sich über politisches Weltgeschehen zu informieren. Genaueres dazu, wie sich Jugendliche informieren, erfährst du in der Slideshow.

 

Mobbing ist stark verbreitet

Das Netz, Smartphones und Apps wie Instagram oder Snapchat bieten zwar die Möglichkeit, lustige Bildchen zu verschicken, zu teilen und einfach miteinander in Kontakt zu bleiben. Dabei kann es aber auch passieren, dass man mit Bildern oder Kommentaren Grenzen überschreitet und so andere zum Opfer von Mobbing macht.

Wie JIM zeigt, sind die Zahlen derer, die schon mal mit Mobbing zu tun hatten, gar nicht mal so gering: Jeder fünfte Jugendliche hat schon mal erlebt, dass Lügen oder Beleidigungen über ihn oder sie per Handy oder im Netz verbreitet wurden. Und es zeigt sich: Je älter die Jugendlichen werden, desto wahrscheinlicher wird es, dass sie in irgendeiner Form mit Mobbing in Berührung kommen. Besonders Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren haben damit zu kämpfen – ganz unabhängig vom Geschlecht.

JIM-Studie: Die Zusammenfassung

Es zeigt sich, dass Jugendliche aktuell – ganz im Gegensatz zu noch vor 20 Jahren – mit allen möglichen internetfähigen Geräten bestens ausgerüstet sind: Viele haben einen eigenen Laptop, eine Spielekonsole und oder ein Tablet. Und selbst, wenn nicht: Es gibt kaum einen Teenager, der nicht zumindest über ein eigenes Smartphone verfügt und so jeder Zeit Zugriff aufs Internet hat.

Die Möglichkeiten, die Apps und das Netz bieten, werden voll genutzt. Sei es zum Entertainment, um informiert zu bleiben oder aber einfach, um mit anderen in ständigem Kontakt zu bleiben. Nach eigener Einschätzung verbringen Teenager täglich etwa 221 Minuten online – zumindest von Montag bis Freitag. Das sind 10 Prozent mehr, als noch letztes Jahr und zeigt deutlich: Das Motto "Home is where the Wifi connects automatically" gilt 2017 mehr, als je zuvor.

  • Die Studie wurde im Juni und Juli 2017 durchgeführt, befragt wurden 1.200 Jugendliche per Telefon.
  • Herausgegeben wurde JIM vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs)
  • Die ganze Studie findest du unter: www.mpfs.de/studien/jim-studie/2017

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