Internetsüchtig
Fast jeder nutzt das Internet täglich. Aber geht's auch mal ohne? | Foto: Hannah Wei

Apps & Internet

05.10.2015

Datenschutz Internet

Safety First: Daten im Internet schützen

Sicherheitstipps für Smartphone und...

Niemand will, dass in seinen Privatangelegenheiten rumgeschnüffelt wird. Mit diesen einfachen Tricks kannst du deine Daten leicht schützen!

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08. Feb 2017

Sandra Ruppel

Apps & Internet

Wie internetsüchtig bist du?

Zeit, das Smartphone zur Seite zu legen!

8.00 Uhr: Heute schon was geliked?

Kaum klingelt der Wecker, geht der erste Griff zum Smartphone – das schon auf dem Nachttisch bereit liegt. Und zwar nicht nur, weil wir uns gestern Abend noch bis halb zwölf mit der besten Freundin per WhatsApp über unseren Tag ausgetauscht haben (obwohl wir eigentlich früh schlafen wollten), sondern eben auch, weil das Telefon gleichzeitig unser Alarm ist und dafür sorgt, dass wir morgens nicht verschlafen.

Und weil wir das Ding grade eh schon in der Hand haben und es unter der Decke so schön warm und der Weg bis zur Dusche so weit ist: Erstmal checken, was auf Facebook seit gestern Abend so passiert ist. Novi steht schon mit dem ersten News-Update bereit, Trump hat schon wieder Scheiße gebaut. Außerdem hat endlich jemand unseren tiefgründigen Post zu einem Interview auf Zeit.de geliked, das uns thematisch irgendwie voll abgeholt hat.

So beginnt der Morgen und im Grunde geht es den ganzen Tag so weiter: Die Frisur sitzt heute besonders gut? Geil, erstmal ein Foto davon bei Instagram hochladen. Mathe nervt? Mal gucken, ob Bibi schon wieder ein neues Video online hat. Der Prof erzählt was Lustiges in der Vorlesung? Direkt erstmal auf Twitter raushauen. #haterdasgradechtgesagt? Und was gibt’s eigentlich zum Mittagessen? Lunch-Runde mit Basti, Marie und Henning organisieren.

Fast jeder Jugendliche hat ein Smartphone

Laut BZgA-Studie haben 95 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren ein Smartphone – und nutzen es auch. Für 78 Prozent ist es sogar die erste Wahl, um damit ins Internet zu gehen. Aber auch die 25-jährigen holen eher das Smartphone aus der Tasche, als das Notebook oder das Tablet anzuschmeißen: nämlich gut 76 Prozent.

Während einige von uns am Ende des Tages dann doch den Laptop aufklappen, um sich beim Binge-Watchen von "Santa Clarita Diet" zu entspannen, hängen sich die anderen vor den PC, um noch ein bisschen "Battlefield 1" zu zocken. Schließlich sitzt Lawrence von Arabien ja grade immer noch in der Wüste fest und wir müssen da mit ihm durch.

Mit dem Blick immer auf dem Display

Vertraut man den Werten, die die BZgA mit ihrer Umfrage gesammelt hat, verbringen wir – oder zumindest die 12 - 25-jährigen unter uns – in unserer Freizeit etwa 22 Stunden pro Woche online. Das entspricht etwas mehr als drei Stunden pro Tag. Und dabei ist die Zeit, die wir für Schule, Uni oder Arbeit sowieso schon online sind, nicht mit eingerechnet. Laut BZgA gehen die drei Stunden pro Tag hauptsächlich für Kommunikation über WhatsApp, Facebook oder andere Messenger drauf. Außerdem dafür, Musik zu hören, Videos anzuschauen oder einfach so ein bisschen zu surfen. Ein knappes Viertel (genauer: 24 Prozent der 12 - 17-jährigen und 17 Prozent der 18 - 25-jährigen) nutzt die Zeit vor allem zum Daddeln am PC oder der Konsole.


internetsucht


Aufmerksamkeitsspanne: Wie‘n Löffel

22 Stunden pro Woche. Drei Stunden am Tag. Kommt hin, oder? Ist aber auch erschreckend viel. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Zeit, die wir "geschäftlich" online sind, weil wir lernen oder arbeiten, da gar nicht mit einfließt. Wenn wir uns etwas anschauen, haben wir parallel das Handy in der Hand und twittern über das, was wir sehen.

Bestes Beispiel: #IBES. Während wir auf Twitter unterwegs sind, weil wir lesen wollen, was andere zu dem schreiben, was wir grade sehen, verpassen wir das, was wir da grade sehen – und lesen dann bei Twitter darüber. Was? Das hat die grad gesagt? Hab ich gar nicht mitbekommen! #undwaswennnicht?

Wenn wir mit der besten Freundin, die inzwischen in einer anderen Stadt wohnt, endlich mal an einem Tisch sitzen und uns nicht über WhatsApp mit ihr unterhalten müssen, checken wir trotzdem dauernd unser Telefon, weil wir Angst haben, etwas anderes Wichtiges zu verpassen. #FOMO.

Und nicht mal, wenn wir fünf Minuten auf die Bahn warten oder auch nur sieben Stockwerke mit dem Aufzug fahren, halten die meisten von uns diese Wartezeit aus, ohne das Smartphone aus der Tasche zu kramen. Dabei zieht dieses ständige On-sein doch im Grunde einfach nur Energie. Und zwar nicht nur die des Handy-Akkus, sondern auch die eigene.

Auf alles achten wir nur noch halb und auf nichts mehr ganz: Wann bist du das letzte Mal die Straße entlang gegangen, komplett von Haustür zu Haustür, und hast dabei nicht wenigstens mal kurz auf WhatsApp geschielt? Wenn du dich nicht daran erinnern kannst, wird es höchste Zeit, das einfach mal auszuprobieren. Heute Abend einfach mal nicht die Lieblingsserie streamen, sondern ein Buch lesen. Oder mit deinen Mitbewohnern in der Küche sitzen und bei einem Tee über ein gemeinsames WG-Projekt philosophieren.

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Nur Viel-Nutzer oder schon suchtgefährdet?

Problematisch wird es, wenn das plötzlich nicht mehr geht. Abschalten. Off-sein. Laut BZgA-Studie trifft das inzwischen auf 270.000 Jugendliche in Deutschland zu, sie nutzen das Netz exzessiv und leiden unter einer Abhängigkeit vom Internet. Eine Störung ist dann wahrscheinlich, wenn wir an wenig anderes denken können, als daran, endlich vor den PC oder ins Internet zu kommen und unruhig oder ängstlich werden, wenn das gerade nicht geht.

Auch wenn wir unsere Hobbies – die nichts mit dem Computer oder dem Netz zu tun haben – vernachlässigen, oder Verabredungen mit Freunden absagen, um online sein zu können, sollten bei uns laute Alarmglocken schrillen.


Hier gibt es Hilfe:

  • Wenn du checken willst, ob du deine Internetnutzung einschränken solltest, kannst du zum Beispiel unter ins-netz-gehen.de oder Selbsttest der DAK Gesundheit einen Selbst-Check machen.
  • Wenn du das Gefühl hast, dass du süchtig bist und Unterstützung brauchst, bekommst du hier Informationen darüber, wie du jetzt am besten vorgehst, um Hilfe zu bekommen und eine Therapiestätte in deiner Nähe zu finden: Erste Hilfe Internetsucht.

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