Fake News erkennen
Information-Overload: So erkennst du Fake News im Netz | Foto: Thinkstock/TCmake_photo

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17. Feb 2017

Nina Weidlich

Apps & Internet

Fake News: So erkennst du falsche Nachrichten im Internet!

5 Fragen, die du dir bei jeder News stellen solltest

1) Wer hat's geschrieben?

Nur, weil deine beste Freundin, ein Kumpel oder wer auch immer aus deiner Freundesliste einen Beitrag geteilt hat, heißt das nicht, dass er glaubwürdig ist. Merke: Auf Facebook kannst du nicht einmal der Omma trauen! Sieh dir an, wer der Urheber der Nachricht ist. Wenn es sich dabei nicht um eine seriöse Seite handelt, die dir bereits bekannt ist, sieh im Impressum nach und google die dort angegebene Quelle. Auf keinen Fall aber solltest du dich bei unbekannten Webseiten von einer professionellen Optik in die Irre führen lassen.

Und: Infos von Blogs sind zwar nicht zwangsläufig falsch, bergen aber die Gefahr, dass sie eine subjektive Meinung wiedergeben und sollten deshalb kritisch hinterfragt werden.

2) Ist das Foto echt?

In sozialen Netzwerken kann jeder ein bisschen Gott spielen – und das nutzen leider viel zu viele Menschen aus. Oft werden alte Bilder aus dem Kontext gerissen und für vermeintlich aktuelle News verwendet. Auch die Verfälschung von Bildern kann bereits mit Basic-Fotobearbeitungs-Skills alternative Fakten schaffen. In der Google Bildersuche hast du die Möglichkeit, die Bild-URL einzugeben und so immerhin zu überprüfen, auf welchen Seiten das vermeintliche Fake-Foto ansonsten noch aufgetaucht ist. Besonders bei Bildern, bei denen du auf den ersten Blick denkst: "Echt jetzt?" kann dieser kleine Check vielleicht schon für Aufklärung sorgen.

3) Was sagen die anderen dazu?

Kommt dir eine Meldung komisch vor oder möchtest du einfach auf Nummer sicher gehen, gib das entsprechende Schlagwort in die Google News-Suche ein. So kannst du überprüfen, ob das Thema bereits von glaubwürdigen Quellen behandelt wurde und ob die Infos aus dem Facebook-Post stimmen.

4) Passen Überschrift und Artikel zusammen?

So einfach es auch klingt: Lesen hilft. Bevor du Schlagzeile für Schlagzeile aufsaugst, likest und teilst wie ein Weltmeister und dir aufgrund von plumpen Überschriften eine Meinung bildest, solltest du einen Artikel lieber von vorne bis hinten durchlesen. Denn nicht selten kommt es vor, dass die Überschrift nur dazu dient, Aufmerksamkeit zu erhaschen und der Artikel am Ende nicht halten kann, was er verspricht.

5) Bin ich zu leichtgläubig?

Denkst du dir beim Lesen der Nachricht "Whaaaaaaat?!" und willst es sofort deinen Freunden erzählen, weil es einfach so krass ist? Dann atme einmal tief durch und frag dich: Kann das wirklich sein? Geh lieber noch einmal die Fragen 1 bis 4 durch, um die News auf ihre Glaubwürdigkeit zu überprüfen. Kein Fake? Worauf wartest du dann noch? Verlink' endlich deine Freunde!


InfoDas tut Facebook gegen Falschmeldungen:

Facebook hat für die kommenden Wochen Updates angekündigt, die das Erkennen von Falschmeldungen erleichtern sollen. Das sind die Neuheiten:

  • Das Melden von Fake News soll einfacher werden. Unter dem Menüpunkt zum Melden von Beiträgen in der oberen rechten Ecke soll ein gesonderter Button für Falschmeldungen hinzugefügt werden.
  • Facebook zieht unabhängige Faktenprüfer hinzu, die Beiträge auf ihre Glaubwürdigkeit untersuchen sollen. Stufen die Prüfer einen Beitrag als falsch ein, wird dieser mit einem Warnhinweis versehen und soll eventuell weiter unten im Newsfeed erscheinen.
  • "Gefälschte" Beiträge können weiterhin geteilt werden, der Warnhinweis bleibt jedoch bestehen. Außerdem wird auf eine Webseite verwiesen, auf der die Nutzer nachlesen können, warum der Beitrag als Fake News markiert wurde.

Fake News Tipps

Digital Natives: Ja ne, ist klar.

"Unsere Eltern sind so doof. Brauchen stundenlang zum Tippen und schaffen es nicht einmal, ein Foto über WhatsApp zu verschicken", sagen wir so, während wir wie ferngesteuerte Roboter durch unsere Facebook-Timeline scrollen und uns – gar nicht mal so oldschool, aber auch gar nicht mal so schlau – einfach mit jeglichem Mist berieseln lassen, den der Algorithmus uns für wichtig verkauft.

Dabei denken wir natürlich, dass keine Fake News der Welt uns etwas anhaben kann. Dass Flüchtlinge kleine Kinder essen, sowas glauben doch nur RTL II-Assis. Wir sind unverwundbar, schließlich sind wir angehende Abiturienten, Studenten, Akademiker eben. Dass uns aber genau das nicht immer davor schützt, reale von alternativen Fakten zu unterscheiden, zeigt eine Studie der Uni Stanford, die Ende 2016 veröffentlicht wurde.

Erst denken, dann teilen

Von den rund 7.800 befragten US-Jugendlichen – von Mittel- und Oberstufenschülern bis hin zu Studenten – konnten 80 Prozent einen Sponsored Post nicht von einer Nachricht unterscheiden, selbst wenn dieser klar als solcher gekennzeichnet war. Als Gründe dafür nannten sie, dass der Inhalt des Artikels für sie relevant ist und dass er sich optisch nicht von den anderen Artikeln auf der Seite unterscheidet.

Bei Twitter-Posts haben sich mehr als 50 Prozent der Probanden nicht die dazugehörige Quelle angesehen. Einige gaben sogar die Followerzahl des twitternden Mediums als Beweis für dessen Glaubwürdigkeit an. Würde man tatsächlich danach gehen, wäre Donald Trump mit 24,9 Millionen Anhängern fast genauso ernst zunehmen wie die New York Times (33,7 Mio. Follower) – ups.

Aber auch wenn du dich für weniger naiv hältst als die befragten US-Studenten: Liest du jeden Facebook-Post und jeden Tweet zu Ende, bevor du ihn teilst oder deine Freunde drunter verlinkst? Forscher der Columbia University haben knapp drei Millionen Tweets analysiert und festgestellt: Fast 60 Prozent der User, die News-Beiträge auf Twitter teilen, haben den Artikel überhaupt nicht gelesen. Aber gerade die Angewohnheit, vom Titel eines Artikels auf dessen Inhalt zu schließen, kann schnell mal nach hinten losgehen – es ist schließlich nicht erst einmal passiert, dass Postillon-Artikel mit Schlagzeilen wie "Raus aus den Schulden: Berlin führt gebührenpflichtige Fußgängerampeln ein" tatsächlich von einigen Usern ernst genommen werden.

Nächste Stunde: Fake-News erkennen

Sind nicht alle, die auf so einen Quatsch reinfallen, viel blöder als wir – oder kann uns so etwas tatsächlich auch passieren? Vermutlich ist es das schon, und zwar so subtil, dass wir es nicht einmal mitbekommen haben. Einige US-Schulen und Universitäten haben deshalb schon reagiert und den Umgang mit Fake News in den Unterricht integriert. Auch Apple-Chef Tim Cook fordert eine internationale Kampagne, die Wissen über die Funktionsweisen von sozialen Netzwerken und Algorithmen in die Schulen bringen soll. Das Problem sind die Lehrer: Viele sind online einfach selbst nicht fit genug, um Nützliches Wissen an Schüler und Studenten weiterzugeben.

Müssen wir also mal wieder selber ran. Damit du dich bestmöglich vor alternativen Fakten im Netz schützen kannst, hat UNICUM die wichtigsten Begriffe und Tipps zum Thema Fake News für dich zusammengetragen.


InfoDrei Begriffe, die du mal gehört haben solltest

Sponsored Post / Native Advertising

Solche Artikel sind weder böse noch falsch, aber sie verfolgen ein klares Ziel: Ein Unternehmen, das einen bezahlten Beitrag auf einer Webseite kauft, möchte sich zu einem bestimmten Thema als Experte positionieren und die eigene Marke stärken.  Zwar sind gekaufte Artikel mit Wörtern wie "Anzeige", "Sponsored Post" oder "Sponsored Content" gekennzeichnet, ansonsten sind sie aber aufbereitet wie jeder andere Artikel einer redaktionellen Webseite. Das heißt nicht, dass der Inhalt für dich nicht spannend und wertvoll sein kann – trotzdem solltest du im Hinterkopf behalten, dass ein solcher Artikel auf die Beeinflussung seiner Leser abzielt.

Clickbait

Clickbait bedeutet übersetzt so viel wie "Klickköder". Solche Artikel zeichnen sich durch reißerische Überschriften aus, die nur dazu dienen, dich auf eine bestimmte Seite zu locken. Natürlich muss das nicht bedeuten, dass dahinter zwangsläufig eine Falschmeldung steckt. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, zumindest zu überprüfen, ob hinter einem dramatischen Titel tatsächlich eine heiße Sotry, oder eben doch nur heiße Luft verbirgt.

Hoax News

Der "Hoax", also ein Scherz, ist oft gar nicht so lustig, wie er vielleicht klingt. Der Begriff kann synonym zu den "Fake News" benutzt werden und möchte vor allem die besonders leichtgläubigen Leser in die Irre führen. Auch hier wird über die Überschrift versucht, besonders viel Aufmerksamkeit und damit Shares und Klicks zu erzielen. 

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