Ape Crime Interview
Jan, Andre und Cengiz von ApeCrime legten beim Abschluss-Streich 2.0 auf! | Foto: Hoederath

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ApeCrime im Interview: Der beste Abschluss-Streich Deutschlands

Abschluss-Streich 2.0: Die Aktion

Bis zum 4. April hatten 80.000 Schulabgänger die Gelegenheit, sich den coolsten Abschluss-Streich auszudenken, den "Das Handwerk" gemeinsam mit den YouTubern von ApeCrime dann umsetzen wollten. Gewonnen hat die Christian-Rohlfs-Realschule in Soest mit ihrer Idee zum besten Prank des Jahres: Jede Menge Sand, bunte Schwimmringe, Wasserrutsche und eine eigene Strandbar. Am 28. Juli kamen ApeCrime und "Das Handwerk" also an der Schule vorbei, um den Schulhof in eine riesige Beach-Party zu verwandeln!

Das Projekt steht unter dem Motto #einfachmachen: "Das Handwerk" will Jugendlichen damit einen Einblick in handwerkliche Berufe geben und ein zeitgemäßes Bild des Handwerks vermitteln. Die Schüler haben die Aktion natürlich gefeiert – auch Julia und Sophie.

Abschlussstreich SchülerinnenDie beiden 16-Jährigen sind Schülerinnen des Abschlussjahrgangs 2017 und haben den Abschluss-Streich mitgeplant, vom Bewerbungsvideo bis zur finalen Party. Beide sind sich einig: "Die Stimmung ist der Hammer! Alle Schüler machen mit, das ist so toll!" Julia will nach dem Realschulabschluss erstmal ihr Abi machen, Sophie strebt ein Fachabi an. Und danach? Das wissen die beiden noch nicht so genau. Das ungewöhnliche Projekt hat sie aber auf jeden Fall zum Nachdenken gebracht, Julia meint: " 'Das Handwerk'  finde ich super, deshalb überlege ich, nach dem Abitur noch eine Ausbildung zu machen."

ApeCrime im Interview

Als Special Guests waren die YouTuber von ApeCrime mit dabei. Die Gruppe besteht aus Andre, Jan und Cengiz, die mit ihren Channels "ApeCrime" und "ApeCrimeTV" seit 2011 aktiv sind und zusammen über 5 Millionen Follower haben. ApeCrime ist auf Platz 7 der meistabonnierten YouTube-Channels in Deutschland. 

UNICUM: Ihr habt mehrere Videos darüber, wie sich Kinder und Schule im Gegensatz zu früher verändert haben. Wie war eure eigene Schulzeit? Ganz anders als heute?
Jan: Ich glaube, was diesen technischen Aspekt angeht, völlig anders. Bis wir fertig mit der Schule waren, gab es ja gar kein Internet, das man in der Schule nutzen konnte – nur zuhause für Referate. Man musste dann eben in die Bibliothek gehen und sich dann dort fünf Stunden lang die Fakten raussuchen, die man heute in zehn Sekunden findet. Das ist auf jeden Fall gravierend anders, man sitzt ja schon in der dritten Klasse mit Laptop da.

Cengiz: Man weiß ja nicht genau, wie es heute in der Schule ist, ich kann es mir nur vorstellen. Zum Beispiel, als Andre und ich nach der zwölften Klasse von der Schule abgegangen sind, kam gerade das iPhone 3GS raus. Da war man voll geflasht – krass, wir können in der Schule auf Wikipedia! Und das ist ja heute noch viel krasser. Wie Jan schon gesagt hat, wir sind immer in die Bibliothek und mussten alles nachschlagen und heute gibt man nur noch ein: "Yo, Wikipedia, sag mir das und das" und dann haben die schon das Wissen.

Was wart ihr für Schüler? Musterschüler oder eher das Gegenteil?
Andre: Bei mir eher das Gegenteil.

Jan: Sehr durchwachsen. Mal so, mal so. Gerade in der Pubertät gab es Phasen, in denen man einfach keinen Bock hatte. Aber irgendwie haben wir es alle geschafft.

Cengiz: Wir waren eher sehr faul. Aber wenn wir dann mal reingehauen haben, dann gings schon gut.


Ape Crime


In eurem Song "Swing dein Ding" habt ihr Lyrics wie: "In der Schule haben mich dann die Lehrer ermahnt/Du musst lernen dann stellst du auch im Leben was dar/Doch ich bin nicht das, was sie in mir sehen/Mein Wunsch war's doch immer auf der Bühne zu stehen/Und jetzt soll ich auch noch Vaters Betrieb übernehmen?/Leck' mich am Arsch und auf nie Wiedersehen". Denkt ihr, ihr seid mit solchen Texten ein gutes Vorbild für Schüler von heute? Oder wollt ihr überhaupt ein Vorbild sein?
Cengiz: Ich will sehr gerne ein schlechtes Vorbild sein. (lacht) Nein, Quatsch. Der Song hat ja eigentlich eine ganz andere Aussage: Dass man sich nichts vorschreiben lassen, und seinen eigenen Weg gehen soll.

Hattet ihr einen eigenen Abschlussstreich?
Andre: Leider gar nicht. Die Stadt, aus der wir kommen, ist so klein, da gab es nichts. Da gab es nur Trecker mit Anhänger dran und wir stellen Wasserbecher auf….

Ist das einer der Gründe, warum ihr an diesem Abschluss-Streich mitgearbeitet habt?
Jan: Wir haben 2015 schon zusammen an einem Abschluss-Streich gearbeitet. Weil wir das selber nicht erleben durften, fanden wir es sofort megageil, als wir von der Aktion gehört haben. Das ist auch so ein geiles Erlebnis für die Schüler, ich würde mich an so was immer zurückerinnern, mit 40 würde ich immer noch wissen, was man damals gemacht hat. Haben wir aber leider nicht. Deshalb ist es eine coole Chance, dass wir das den Kids hier ermöglichen können. 

Ihr habt euer Studium abgebrochen, weil ihr auf YouTube so erfolgreich wart. Hättet ihr euch denn vorstellen können, statt zu studieren auch eine Ausbildung zu machen und einen handwerklichen Beruf zu erlernen? Oder wäre das gar nichts für euch gewesen?
Andre: Also für mich nicht, ich hab handwerklich zwei linke Hände. Wenn ich einen IKEA-Schrank zusammengebaut bekomme, bin ich schon stolz. Bei einem handwerklichen Beruf wäre bei mir alles schief und krumm.

Jan: Ich glaub bei mir hätten meine Eltern wenn dann gesagt, ich soll lieber was richtig Akademisches machen. Vom Talent her wäre es vielleicht gerade so gegangen, aber ich hab das lieber gelassen.

Cengiz: Nö.

ApeCrime Interview

Habt ihr während der Schule oder eurer Zeit an der Uni etwas gelernt, das euch in eurer Youtube-Karriere weitergeholfen hat?
Cengiz: Andre und ich haben ja Schauspiel gemacht und Jan Regie. Das einzige, was wir da noch mehr gelernt haben ist, achtsam zu sein. Wir haben viel Wahrnehmungstraining gemacht, das hat uns auf YouTube sehr geholfen.

Jan: Dadurch, dass wir YouTube jeden Tag 24 Stunden machen, ersetzt das auch jede Form von Studium, die man braucht. Weil man das durch diese Praxis irgendwann einfach kann und sich kein theoretisches Wissen mehr aneignen muss. Man weiß einfach, wie es läuft.

Cengiz: Das ist natürlich keine Aufforderung, das Studium abzubrechen und YouTube zu machen. (lacht)

Nach der Schule war vermutlich noch nicht klar, dass ihr YouTube machen werdet und meistens wollen alle danach ins Ausland und machen schon Pläne für die Zukunft. Hat euch das damals gestresst oder wusstet ihr genau, was ihr machen wollt?
Cengiz: Bis zum Ende haben wir den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen. Wir haben bis zum Ende nicht gewusst, was wir machen sollen und dann, ganz am Ende, als wir quasi vorm Abgrund standen, haben wir gedacht: "Sind wir blöd? Wir sollten einfach YouTube machen!" Oder zumindest beruflich in die Richtung gehen, Schauspiel und Regie studieren.

Dieses Jahr ist euer zweites Album rausgekommen. Ist Musik jetzt euer Hauptfokus oder was sind eure Pläne für die Zukunft?
Andre: Wir setzen uns keine fokussierten Pläne. Wir schauen wies kommt, wie wir Lust haben, so arbeiten wir weiter.

Ihr "swingt euer Ding".
Andre: Genau.

Jan: Richtig!

Was für Tipps habt ihr persönlich für frischgebackene Schulabsolventen?
Jan: Einfach machen ist ja so ähnlich wie unser "Swing dein Ding". Man soll nichts machen, wenn man ratlos ist und nach dem Schulabschluss und keinen genauen Plan hat. Man sollte sich zu nichts überreden lassen, was man sich selbst nicht vorstellen kann, aber die Eltern gut finden. Lieber schauen, was der Körper sagt, wo man sich wohl fühlt und was einem eine Zukunft bietet, was cool ist – und dann einfach machen.

Cengiz: Man sollte auch nichts machen, nur um Anerkennung zu finden, einfach nur um gesellschaftlich anerkannt zu werden. Einfach machen.

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