Viral DVD
Sofia Black-D’Elia und Travis Tope in "Viral". | Foto: capelight pictures
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20. Jul 2017

Hannah Essing

Filme

Viral

Survival-Schocker fürs Heimkino

High-School-Love-Story?

Auf den ersten Blick könnte der Film wie eine typische High-School-Romanze wirken, denn die Grundstory ist nichts Neues: Emma (Sofia Black-D’Elia) und ihre große Schwester Stacey (Analeigh Tipton) sind die Neuen in einer kleinen Stadt. Während Stacey sich schnell eingelebt hat und dauernd mit ihrem neuen Freund unterwegs ist, hat Emma nur ihre beste Freundin – und einen großen Crush auf ihren Nachbarn Evan (Travis Tope). Der Film liefert Familiendrama, Beziehungsdrama und eine aufblühende Romanze und könnte genauso gut ein Liebesfilm sein, wäre nicht die Infektion, die sich auf der ganzen Welt ausbreitet. Die "Wurm-Grippe" ist ausschließlich über Blut übertragbar und schnell steht die ganze Stadt unter Quarantäne.



Schwere Entscheidungen

Während der Vater (Michael Kelly) seine Töchter alleine lässt, um die Mutter zu suchen, benehmen sich die beiden Töchter so, wie es nur amerikanische Teenager in Horrorfilmen tun können: Sie gehen auf eine Party. Und sind verwundert, dass von da an alles schief geht. Es ist ein typischer Horrorfilm-Moment, wenn der Zuschauer beginnt, die Handlungen der Charaktere zu hinterfragen. Wer wäre denn so dumm? Aber der Film lebt nicht unbedingt von dem Plot – jeder hat schon unzählige Zombie-Filme gesehen und weiß, wie die meisten Situationen ausgehen – sondern viel eher von den Beziehungen zwischen den Charakteren.

Obwohl Emma und Stacey anfangs überhaupt nicht miteinander auskommen, zeigt sich schnell eine Dynamik zwischen den beiden Schwestern, die den Film bestimmt: füreinander würden sie alles tun, ihr erster Instinkt ist jedes Mal, einander zu beschützen. Als Stacey infiziert wird, müssen die beiden entscheiden, wie sie damit umgehen und was sie tun sollen. Und lösen auf dem Weg ihr ganz eigenes Familiendrama. Mit dabei ist auch Evan, den die beiden Mädchen vor einem Angriff durch einen Infizierten retten.



Atmosphärisch, spannend und ... eklig

Die ruhige Grundstimmung des Films wird nur gelegentlich von Kampfszenen und Jump-Scares unterbrochen. Obwohl meistens klar ist, dass man sich erschrecken wird, tut man es trotzdem. Ansonsten vermitteln Musik und langsame Kameraführung eher den Eindruck, dass es sich bei "Viral" um ein Drama handelt. Und davon lebt der Film auch, die dramatischen Momente sind ehrlich emotional und Sofia Black-D'Elia und Analeigh Tipton kauft man tatsächlich die Rolle der Schwestern ab. Vor allem Analeigh Tipton ist sehr gut in ihrer Rolle, sie bringt Verzweiflung, Angst und die Zuneigung zu ihrer Schwester überzeugend rüber.

Aber keine Sorge, für alle Ekel-Fans ist allerdings auch was dabei – Nahaufnahmen von Würmern und anderen Parasiten sind nichts für schwache Mägen. Findet übrigens auch Emma, die den Film über immer wieder mit ihrem Würgereiz zu kämpfen hat. Aber so gehört es sich wohl für einen "richtigen Zombie-Film".

Fazit zu "Viral"

Auch wenn der Film genretechnisch nicht unbedingt viel Neues zu bieten hat, punktet der "Viral" mit der Dynamik zwischen den Charakteren. Auch die obligatorische Lovestory ist nicht zu überstürzt und hat – wenn man bedenkt, dass es um eine Wurm-Invasion geht – realistische Züge. Empfehlenswert ist auf jeden Fall, einfach einen DVD-Abend mit Freunden draus zu machen, damit man sich nicht alleine ekeln muss, sondern sich gemeinsam erschrecken und über die Dummheit von Teenagern in Horrorfilmen ärgern kann.


UNICUM Film-Tipp

Viral

Science-Fiction/Horror/Drama, USA 2016

Regie: Ariel Schulman, Henry Joost

Darsteller u.a.: Sofia Black D'Elia, Analeigh Tipton, Travis Tope, Michael Kelly

Verleih: capelight pictures

Heimkinostart: 21. Juli 2017​

  • Online bestellen (Amazon): Viral

 

 

Artikel-Bewertung:

2.86 von 5 Sternen bei 56 Bewertungen.

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