Riccardo Simonetti Die Unglaublichen 2
In "Die Unglaublichen 2" wird ein lang gehegter Traum von Riccardo wahr – einem Disney-Charakter seine Stimme zu leihen! | Foto: Disney
Autorenbild

25. Sep 2018

Sherin El Safty

Promis

Riccardo Simonetti im Interview

"Ich will die negativen Gedanken der Menschen durch positive austauschen"

Ein großer Traum von Riccardo Simonetti wird wahr

UNICUM: Auf Instagram verrätst du, dass es dein großer Traum war, einem Disney-Charakter deine Stimme zu leihen. Wie ist es dazu gekommen, dass dein Traum bei "Die Unglaublichen 2" jetzt Wirklichkeit wurde?
Ich arbeite schon lange eng mit Disney zusammen und hatte den Wunsch, einem Charakter meine Stimme zu leihen, schon mehrfach geäußert. Bei "Die Unglaublichen 2" sagte man mir, es gäbe einen Charakter, der gut zu mir passen würde und ich wurde gefragt, ob ich ihm meine Stimme leihen möchte. Ich habe mir den Film angeschaut und war total begeistert. Ich habe Parallelen zu meinem Leben gesehen und dachte mir: "Ja! Wenn ich einem Charakter meine Stimme leihe, dann bitte diesem hier." Es ist ganz toll, Teil dieser Familie zu sein und diesen Traum wirklich wahr werden zu lassen.

Welche Parallelen siehst du zwischen Helectrix und dir?
Helectrix ist ein sehr moderner Superheld. Er ist filigran, schlank und hat ein elegant geschnittenes Gesicht. Er ist auch ein bisschen exzentrisch, steht aber zu sich selbst. Er ist sehr selbstbewusst. Das sind Werte, die auch für mich wichtig sind. Seine Superkraft ist, dass er alle möglichen Dinge elektrostatisch aufladen, Blitze schleudern und Magnetfelder erzeugen kann. Er könnte damit theoretisch auch Handys aufladen. Ein leerer Smartphone-Akku ist ein Problem, das gerade in meinem Alltag auch sehr oft auftritt. Ich wäre wahrscheinlich sehr beliebt, wenn ich diese Superkraft hätte. Deswegen fand ich es toll, Helectrix meine Stimme leihen zu dürfen.

Welche Superkraft würdest du dir denn privat noch wünschen?
Meine Superkraft wäre, die negativen Gedanken der Menschen durch positive auszutauschen. Wenn man das langfristig tun würde, bräuchte man gar keine Superhelden mehr, weil das Böse von der Welt verschwinden würde. Das fände ich großartig.

Gibt es einen Disney-Charakter, der dein persönlicher Held ist?
Meine persönliche Heldin wird für immer Ariel, die Meerjungfrau sein. Sie hat das Unmögliche wahr werden lassen und Dinge geschafft hat, von denen man ihr gesagt hat, dass sie sie niemals erreichen wird. Dabei hatte sie immer tolle Haare (lacht). Es ist einfach so ein schöner Film und Ariel ist so ein schöner Charakter, zu dem ich bis heute aufschaue.


Riccardo Simonetti Interview


Influencer ist ein Fulltime-Job

Du bist einer der erfolgreichsten männlichen Blogger Deutschlands. Durch deinen Blog fabulousricci.com und deinen Instagram-Account hast du eine sehr große Reichweite, vor allem unter Jugendlichen. Hat sich dein Erfolg eher per Zufall ergeben?
Nee, absolut gar nicht! Ich mache den Leuten immer klar, dass ich da nicht einfach reingerutscht bin. Ich habe mir immer gewünscht, das Leben zu führen, das ich heute führe. Ich war sehr zielstrebig, sehr fokussiert und sehr ehrgeizig. Als ich angefangen habe, diesen Job zu machen, war das ja noch kein richtiger Job. Das war eine Leidenschaft, der ich nachgegangen bin, um mich selbst zu verwirklichen, aber auch um anderen Menschen Mut zu machen. Damit konnte man auch kein Geld verdienen.

Wie versuchst du dich von anderen Influencern abzugrenzen? Die Konkurrenz ist ja sehr groß.
Es gibt kaum Influencer, die medial so breit aufgestellt sind, wie ich. Ich arbeite häufig mit klassischen Medien zusammen, mit dem Fernsehen, mit der Zeitung und ich schreibe auch Bücher. Das ist ungewöhnlich. Das kennen viele Leute nicht und gewöhnen sich erst allmählich daran. Das ist nicht immer einfach gewesen, aber ich bin sehr dankbar, dass ich das gemacht habe. Dadurch bin ich in diese Industrie sehr selbstbestimmt reingegangen. Ich habe nie versucht jemandem nachzueifern, sondern habe immer versucht, mein eigenes Ding zu machen. Ich habe meine individuellen Träume immer frei geäußert und habe gezeigt, wer ich sein wollte. Social Media war für mich ein Instrument, um dahin zu kommen, wo ich hin wollte.

Ist Influencer deiner Meinung nach ein legitimer Berufswunsch für junge Menschen?
Wenn man mit jungen Menschen spricht, auf jeden Fall. Viele setzen sich allerdings nicht mit dem auseinander, was dahinter steckt. Alle wollen toll reisen, alle wollen Gratis-Klamotten, verstehen aber nicht, dass ein richtiger Fulltime-Job dahinter steckt. Ich mache 350 Snaps plus Fotos und Texte. Ich mache alles selber, texten bis hin zum Veröffentlichen. Dabei kann man nicht einfach sagen: "Oh, heute arbeite ich, morgen arbeite ich nicht." Von morgens bis abends dokumentierst du dein Leben und du musst immer dafür sorgen, dass dein Leben auch dokumentierwürdig ist. Da gehen die Illusionen, die viele Leute über diesen Beruf haben und die Realität oft weit auseinander.

Wie schafft man es, sein Leben dokumentierwürdig zu gestalten?
Es gibt ganz viele Influencer, die einfach nur Imitationen von anderen großen Influencern sind. Wenn du heutzutage Erfolg im Internet haben willst, darfst du nicht von anderen Leuten kopieren, sondern musst was Eigenes mitbringen. Nur so kann man langfristig im Geschäft bleiben. Klar kommt es gut an, wenn man das macht, was alle machen – da gehen die Likes hoch und wahrscheinlich bekommt man schneller Follower. Aber man wird nie jemand sein, der Leute berührt und wirklich inspiriert. Und danach sehnen sich die Menschen. Die Menschen schauen darauf, was für eine Persönlichkeit man hat, was für Werte man vertritt, wofür man steht und wo man hinmöchte.

Hast du Tipps für Menschen, die ebenfalls als Influencer durchstarten wollen?
Ich sag den Leuten immer, dass sie wirklich Spaß daran haben müssen. Jemand, der sich schwer tut Bilder oder Videos zu machen, ist in dieser Branche nicht gut aufgehoben. Das ist ja das, was du den ganzen Tag machst. Man sollte versuchen, Menschen einen gewissen Mehrwert zu liefern und nicht nur sich selbst darstellen. Das Wichtigste ist, dass du deine eigene Ästhetik entwickelst.


Riccardo Simonetti die Unglaublichen


Riccardo Simonetti im Interview: "Wenn du weißt, wer du bist, fühlst du dich viel stärker."

Seit Juni dieses Jahres bist du Botschafter von JugendNotmail, einer Online-Beratung für Kinder und Jugendliche mit seelischen Problemen. Auch du hattest als Jugendlicher mit Mobbing zu kämpfen. Hast du Tipps für Jugendliche, die unter Problemen wie Mobbing auf Social-Media Plattformen zu leiden haben?
Social Media hat das Thema Mobbing natürlich verstärkt. Aber ich glaube gleichzeitig, dass das Internet einem auch neue Seiten aufzeigen kann. Wenn Leute, die bekannt sind und bestimmte Werte vertreten, früher ähnliche Erfahrungen gemacht haben und darüber sprechen, macht das Jugendlichen Mut. Gerade als junger Mensch sollte man im Hinterkopf behalten, dass man nicht allen gerecht werden kann. Man sollte sich viel eher an Menschen orientieren, die einen so mögen, wie man ist. Alle anderen sollte man gar nicht ernst nehmen. Solche Menschen werden immer was an einem auszusetzen haben und das braucht niemand im Leben. Am besten fährt man, wenn man nur die Dinge tut, die man auch wirklich tun will. Die Dinge, die einen ausmachen. Was das ist, sollte man sich regelmäßig bewusst machen. Wenn du weißt, wer du bist, fühlst du dich viel stärker. Dann kann man auch leichter damit umgehen, wenn mal jemand was Kritisches sagt. Zu sich selbst zu stehen, ist meine wichtigste Message für die Leute.

Vor knapp zwei Monaten weigerte sich ein Taxifahrer, dich mitzunehmen, weil du ihm zu "schwul" aussahst. Passiert dir so etwas oft?
Natürlich ist mein Alltag anders, als er vor fünf Jahren war. Trotzdem passieren immer noch sehr viele Vorfälle. Wenn ich auf die Straße gehe, bemerke ich, dass viele komische Kommentare abgeben oder mich schräg angucken. Aber ich versuche das nicht an mich ranzulassen. In Fällen wie mit dem Taxi bin ich aber natürlich gezwungen, mich damit auseinanderzusetzen. Wenn ich über solche Ereignisse spreche, möchte ich auch den Leuten Gehör verschaffen, die nicht so ein privilegiertes Leben führen, wie ich. Die eben nicht einfach Taxi fahren können, sondern mit den Öffentlichen fahren müssen. Die dort all die Dinge jeden Tag erleben, die ich auch erlebt habe. Ich könnte meinen Erfolg gar nicht genießen, wenn ich nicht probieren würde, es für den Jungen, der ich selbst vor fünf Jahren mal war, und den es da draußen noch zu tausendfach gibt, etwas leichter zu machen.

Wie schaffst du es, solche Erfahrungen nicht an dich ranzulassen und über so was zu stehen?
Ich werde wahrscheinlich nie lernen, das einfach abzuschütteln. Wenn dich jemand mit dem Messer sticht, tut es immer weh, auch wenn es das hundertste Mal ist. Man kann nur lernen, damit umzugehen und sich klar machen, dass man selbst nicht das Problem ist, sondern dass die anderen Menschen das Problem sind. Es ist wichtig zu verstehen, dass man sich nicht verändern soll oder muss, nur um solchen Menschen zu gefallen. Das ist das, was ich mit allem, was ich tue, vermitteln möchte.



UNICUM-Filmtipp

Die Unglaublichen 2 "Die Unglaublichen 2" 

Kinostart: 27.09.2018

Mit: Markus Maria Profitlich, Emilia Schüle, Riccardo Simonetti, Mechthild Großmann, u.a.

Verleih: Walt Disney

Mehr Infos auf der Hompage von Disney

Artikel-Bewertung:

3.11 von 5 Sternen bei 27 Bewertungen.

Deine Meinung: