Karriere in der Luft-und Raumfahrt
Hoch hinaus! Deine Karriere in der Luft- und Ramfahrt | Foto: Thinkstock/ViewApart
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20. Apr 2017

Sabine Olschner

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Brancheninfo Luft- und Raumfahrt

Karriere im Steilflug

Branche mit internationaler Besetzung

Die Trägerrakete Ariane 5, das Großraumflugzeug Airbus A380 oder der Langstreckenflieger Airbus A350 - aktuell gibt es in der Branche zahlreiche interessante Programme mit internationaler Besetzung. "Für die meisten Projekte in der Luft- und Raumfahrtindustrie arbeiten viele verschiedene Länder über einen langen Zeitraum zusammen", erklärt Cornelia von Ammon, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e. V. (BDLI). "Die Zulieferer kommen immer häufiger auch aus dem nichteuropäischen Raum, so dass die Arbeit in Zukunft noch internationaler werden wird und interkulturelle Kompetenz sowie Fremdsprachen immer mehr gefragt sind." Der Branchenprimus Airbus zum Beispiel baut seine Flugzeuge an 16 verschiedenen Standorten weltweit, davon 14 in Europa. Darüber hinaus gibt es in Deutschland große Triebwerkshersteller wie MTU Aero Engines und Rolls-Royce. Deutsche Zulieferunternehmen, die an weltweiten Projekten beteiligt sind, sind Liebherr Aerospace und Diehl Aerospace. Hinzu kommen zahlreiche mittelständische Unternehmen, die das Gros der Zulieferer ausmachen, sowie Ingenieurdienstleister, die die Unternehmen bei der Forschung und Entwicklung unterstützen.

Wachstumsfaktor Raumfahrt 

Die Hightechbranche ist in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren um rund 30000 Arbeitsplätze gewachsen, davon knapp 5 000 allein im vergangenen Jahr. Damit arbeiten nun 105 500 Beschäftigte in den 220 BDLI- Mitgliedsunternehmen. "Das ist der höchste Stand seit unseren Aufzeichnungen Anfang der 80er-Jahre", sag Cornelia von Ammon. Wachstumstreiber ist vor allem die zivile Luftfahrt, die 70 Prozent des Umsatzes von über 30 Milliarden Euro ausmacht. An zweiter Stelle steht die militärische Luftfahrt mit 22 Prozent. Hier hat sich das Verhältnis geändert: Vor 25 Jahren wurden noch 70 Prozent des Umsatzes mit Projekten für die Militärluftfahrt gemacht.
Der Grund für den Rückgang ist eine Verkleinerung der militärischen Flotten. Lediglich im Bereich der unbemannten Flugzeuge, der sogenannten Drohnen, setzt BDLI-Präsident Bernhard Gerwert in naher Zukunft auf ein neues Entwicklungsprogramm in Europa. Auf Platz drei mit acht Prozent Umsatzanteil steht schließlich die Raumfahrt. Dank der Hightech-Strategie der Bundesregierung, durch die die staatlichen Aufwendungen für die Raumfahrt deutlich gesteigert wurden, hat sich Deutschland zu einer führenden europäischen Raumfahrtnation entwickelt.

Welche Themen die Branche beschäftigen, wird alle zwei Jahre auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA in Berlin präsentiert. Hier war in diesem Jahr zum Beispiel zu hören, dass der Bedarf an neuen Entwicklungsingenieuren nicht mehr so hoch ist wie in den vergangenen Jahren, weil für bereits begonnene größere Entwicklungsprogramme schon zusätzliche Fachleute eingestellt wurden. Doch die nächsten Programme kommen bestimmt - denn kaum ein Geschäftsfeld ist so innovativ wie die Luft- und Raumfahrtindustrie. 15 Prozent des Umsatzes werden wieder in Forschung und Entwicklung investiert. Über alle Branchen hinweg gesehen stecken deutsche Unternehmen im Schnitt rund drei Prozent in den Forschungsbereich.

Aufstiegschancen für Experten und Quereinsteiger

Ob Flugzeug, Rakete oder Hubschrauber: In der Branche mit ihren sehr komplexen Produkten sind hochqualifizierte Ingenieure gefragt - allen voran Luft- und Raumfahrtingenieure, Elektrotechniker, Maschinenbauer und Wirtschaftsingenieure. "Aber auch Quereinsteiger aus anderen Branchen haben gute Chancen, zum Beispiel aus der Automobilindustrie", betont Cornelia von Ammon. Denn die Technologien werden teils branchenübergreifend genutzt - zum Beispiel zur Gewichtsverringerung: Sowohl im Flugzeugbau als auch beim Autobau wird an immer leichteren Materialien geforscht, um den Treibstoffverbrauch zu reduzieren. "Außerdem können wir von den komplexen Lieferketten der Automobilindustrie noch was lernen", meint Cornelia von Ammon. Auch ehemalige Soldaten arbeiten vielfach in der Luft- und Raumfahrtbranche, weil sie die Fluggeräte in ihrer aktiven Dienstzeit intensiv genutzt und kennengelernt haben. Genug zu tun gibt es auf jeden Fall für alle: Über die nächsten Jahre ist die Produktion dank voller Auftragsbücher gesichert.
 


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