Wie viel ist zu viel Alkohol?
Meist bleibt es nicht bei einem Bier... | Foto: Thinkstock/MarioGuti
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03. Aug 2016

Tom Schmidtgen

Zündstoff

Sind wir die Generation Alkohol?

So gefährlich lebt die Jugend

Der Drogen- und Suchtbericht

Die Bundesregierung veröffentlich hierfür jedes Jahr den Drogen- und Suchtbericht. Dafür wurde 1992 extra die Stelle des Drogenbeauftragten geschaffen. Seit 2014 ist dies Marlene Mörtler (CSU). Den diesjährigen Drogenbericht stellte sie im Juni vor. Neben den Gefahren Alkohol werden hier auch Tabak, Medikamente, Illegale Drogen, Glücksspiel und Internetabhängigkeit beleuchtet.

Laut aktuellem Bericht tranken 46 Prozent der jungen Erwachsenen (18-25 Jahre) einmal pro Woche Alkohol. Dies erscheint auf den ersten Blick recht hoch. Allerdings sind die Zahlen rückläufig. Auch Mörtler zeigt sich zufrieden: "Der Pro-Kopf-Konsum von reinem Alkohol ist seit 1980 um fast 3 Liter zurückgegangen. Auch jugendliches Rauschtrinken nimmt ab." Also brauchen wir uns doch eigentlich gar keine Gedanken machen? Falsch!

Früher Alkoholkonsum

Denn das Einstiegsalter von Alkohol liegt bei 11-14 Jahren, und findet meist in Gruppen Gleichaltriger statt. Laut einer Studie der Universität Tübingen sind die Motive fürs frühe Trinken recht simpel: um lockerer zu werden und Spaß zu haben. Oft treffen sich die Jugendlichen dafür am Busbahnhof, der Halfpipe oder im Park. Getrunken wird dann auch harter Alkohol, wie etwa Wodka.

Gefährlich wird das, wenn die Eltern den Zugriff auf die Heranwachsenden verlieren, die Noten in der Schule schlechter werden oder sie in einen Teufelskreis geraten, der sie immer weiter in den Drogensumpf führt. Laut der Studie erhöht das Trinken in Gruppen auch den Druck auf die Jugendlichen immer mehr zu trinken. Bis zu 4 Prozent der 12- bis 17-Jähringen haben sogar einen gesundheitsschädlichen Alkoholkonsum.

Die Altersbegrenzungen bei Alkohol sind nicht ohne Grund. Bier, Wein und Sekt geht ab 16 Jahren, alles andere erst ab 18. Denn gerade bei Kindern, bei denen sich das Gehirn erst noch entwickeln muss, können fatale Langzeitschäden auftreten: Komasaufen und häufige Trinkgelage verhindern die Bildung von Gehirnzellen! Die Folgen liegen auf der Hand. Jährlich werden immer noch 15.000 10- bis 17-Jährige in das Krankenhaus eingeliefert, weil sie an einer Alkoholvergiftung leiden.

Erwachsene dienen als Vorbilder

Das Problem sieht die Drogenbeauftragte auch bei den Eltern: "Erwachsene sind leider nicht immer gute Vorbilder. Viel zu häufig werden die Risiken des Alkohols in der Gesellschaft verharmlost." Wichtig ist also, dass Eltern ihre Kinder beobachten und darauf achten, dass Minderjährige keinen Alkohol trinken.

Erfreulich ist, dass die Zahl an Alkoholtrinkern bei Jugendlichen seit Jahren rückläufig ist. Doch gibt es immer noch einen kleinen Teil, vor allem bei Kindern, die viel zu früh und heftig mit Alkohol in Kontakt kommen. Auch deshalb hat das Gesundheitsministerium das Budget an Präventionsmaßnahmen um 2,5 Millionen Euro erhöht! Es bleibt zu hoffen, dass das Geld seine Wirkung zeigt.

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