Malala Yousafzai
Malala Yousafzai bei ihrer Rede vor der UN | Foto: Screenshot YouTube
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16. Jul 2013

Janina Finkemeyer

Zündstoff

Malala Yousafzai: Jeder hat ein Recht auf Bildung

-ARCHIV-

Das tapfere Talibanopfer sprach im Juli 2013 vor den Vereinten Nationen

Malala kämpft für das Recht auf Bildung

Malala Yousafzai wuchs im pakistanischen Swat-Tal auf, einem streng islamischen Teil des Landes. 2007 übernahmen die Taliban die Herrschaft über das Gebiet. Sie zerstörten Schulen und verwehrten Mädchen den Zugang zu Bildung. Malala wollte dies nicht akzeptieren.

Unter einem Pseudonym schrieb sie in einem Blog für den Sender BBC über ihre Erfahrungen. Sie übte Kritik an den Extremisten, forderte ihr Recht auf einen Schulbesuch ein und geriet damit ins Visier der Taliban. Diese drohten ihr und riefen sie dazu auf, zu schweigen. Doch Malala ließ sich nicht entmutigen. Durch eine Militäroffensive 2009 verloren die Taliban ihre Oberhand im Swat-Tal. Ganz vertreiben ließen sie sich aber nicht. Immer wieder erschütterten Anschläge die Gegend. Malala konnte dies aber nicht von ihrem Engagement abhalten. Sie setze sich weiter für die Rechte von Kindern ein und wurde dafür 2011 mit dem ersten Friedenspreis der pakistanischen Regierung ausgezeichnet.

Ein brutaler Anschlag und seine Folgen

Im Oktober 2012 wurde ihr Mut ihr jedoch zum Verhängnis. Zusammen mit ihren Mitschülerinnen war Malala auf dem Rückweg von der einzigen Mädchenschule nach Hause, als uniformierte Männer plötzlich ihren Schulbus überfielen. Sie fragten gezielt nach Malala. Als sie sie erkannten, schossen sie ihr direkt in den Kopf. Auch weitere Mädchen wurden von den Schüssen verletzt. 

In einem Krankenhaus in Pakistan wurden die Opfer zunächst behandelt und dann in eine Spezialklinik nach England geflogen. Dass sie den Anschlag überhaupt überlebte, grenzt an ein Wunder.

Kurze Zeit nach dem Überfall bekannten sich die Taliban zu dem Anschlag. Sie wollten das pakistanische Mädchen zum Schweigen bringen, doch sie erreichten genau das Gegenteil. Die ganze Welt wurde auf den Fall aufmerksam und auch Malala selbst ließ sich nicht einschüchtern. Schon vom Krankenbett aus verbreitet sie ihre Botschaft weiter. Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung, egal ob Junge oder Mädchen und egal in welchem Land.

Trotz ihrer schweren Verletzungen verlief die Heilung gut. Mittlerweile wohnt Malala zusammen mit ihrer Familie in Birmingham in England. Seit März 2013 besucht sie dort eine Schule.

Malalas Rede vor den Vereinten Nationen

Ihre erste öffentliche Rede nach dem Attentat hielt das tapfere Mädchen am 12. Juli 2013, ihrem 16. Geburtstag, vor den Vereinten Nationen in New York. Darin machte sie deutlich, dass sie die Taliban, die auf sie geschossen haben, nicht hasse. Der Angriff habe sie nur noch stärker gemacht.

"Die Terroristen dachten, sie könnten unsere Ziele ändern und unsere Ambitionen stoppen, aber in meinem Leben hat sich nichts verändert, außer: Schwäche, Angst und Hoffnungslosigkeit sind gestorben. Stärke, Kraft und Mut sind geboren. Ich bin die gleiche Malala. Meine Ambitionen sind die gleichen. Meine Hoffnungen sind die gleichen. Meine Träume sind die gleichen."

Bei ihrem Besuch überreichte sie UN-Generalsekretär Ban Ki-moon eine Petition. Sie fordert, dass weltweit kein Kind mehr auf Bildung verzichten muss und dafür soll sich die UNO einsetzen. 

Für ihren unermüdlichen Einsatz wurde Malala sogar der Friedensnobelpreis verliehen. Die Taliban haben ihr Ziel, sie zum Schweigen zu bringen, nicht erreicht. Es ist eher das Gegenteil eingetreten – Malalas Stimme wurde weltweit Gehör eingebracht.


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