Smartphone beim Fahren
Beim Fahren sollte sich die Aufmerksamkeit auf die Straße richten. | Foto: Unsplash/Rawpixels.com

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16. Nov 2017

Sandra Ruppel

Zündstoff

Smartphone am Steuer: Nutzt du dein Handy auch beim Fahren?

WhatsApp vs. Straßenverkehr

Dass ziemlich viele so zu denken scheinen und ihr Handy beim Autofahren bedienen, zeigt eine aktuelle Studie, die in Zusammenarbeit zwischen dem Umfrageinstitut Forsa und dem Deutschen Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein (DEKRA) entstanden ist. 85 Prozent der 18-29-Jährigen haben angegeben, dass sie ihr Handy nutzen, während sie am Steuer sitzen. Aber auch bei den etwas Älteren sieht es nicht viel anders aus: 77 Prozent der 30-44-Jährigen haben das Smartphone in der Hand, obwohl sie gerade aktiv am Straßenverkehr teilnehmen.

Am ehesten lässt man sich laut der Umfrage dazu verleiten, eine neu eingegangene WhatsApp zu überfliegen: Auf 34 Prozent trifft das zu. Ein Viertel telefoniert während der Fahrt – ohne Freisprechanlage und mit Handy am Ohr, versteht sich. Und 20 Prozent haben angegeben, auch selbst Nachrichten zu tippen und zu verschicken, während sie sich eigentlich auf den Verkehr konzentrieren sollten.

Handy am Steuer: Tippst du noch, oder stirbst du schon?

Auch wenn es sich wie ein Klischee anhört: Sekunden können Leben retten. Oder es für immer verändern. Vor allem, wenn man am Lenkrad eines Autos sitzt und dabei nicht aufmerksam ist, weil man grade WhatsApp Nachrichten an irgendwen verschickt.

Bei einer Geschwindigkeit von 50km/h, also zum Beispiel innerorts, legt man innerhalb von drei Sekunden etwa 42 Meter zurück. In fünf Sekunden sind es schon 70 Meter: Eine ganz schön lange Strecke, die man da quasi blind fährt, weil man gerade aufs Display statt auf die Straße schaut. Zum Vergleich: Das ist, als würde man mit verbundenen Augen über zwei Drittel eines Fußballfeldes fahren.

Wie schnell sich innerhalb von fünf Sekunden etwas verändern kann und wie essentiell wichtig es in solchen Situationen ist, auf den Verkehr konzentriert zu sein, zeigt zum Beispiel dieses Video aus Norwegen. Die Situation wäre wohl deutlich schlechter ausgegangen, hätte der Fahrer des LKWs gerade sein Smartphone bedient, statt das Bremspedal.



Augen auf im Straßenverkehr!

Schätzungen und Studien aus Deutschland und den USA legen nahe, dass aktuell jeder zehnte Todesfall im Straßenverkehr darauf zurückzuführen ist, dass ein oder mehrere Unfallbeteiligte abgelenkt waren. In Zahlen übersetzt heißt das, dass in Deutschland jährlich 320 Menschen durch Ablenkung im Straßenverkehr getötet wurden.

Reagiert wurde auf diese Entwicklungen bereits: Denn seit dem 19. Oktober 2017 kostet zum Beispiel das Telefonieren ohne Freisprechanlage am Steuer 100 Euro und einen Punkt in Flensburg. Wenn dabei ein Unfall passiert, werden 200 Euro fällig, es gibt 2 Punkte in Flensburg und der Führerschein ist für einen Monat weg. Zum Vergleich: Vorher musste man mit 60 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen, wenn man bei laufendem Motor mit dem Handy am Ohr erwischt wurde. Aber nicht allein fürs Telefonieren gilt das Bußgeld, sondern auch beim Schreiben einer Nachricht, bei der Nutzung eines Navis, wie zum Beispiel Google Maps – zumindest, wenn man es während der Fahrt mit der Hand bedient – und sogar das Wegdrücken eines Anrufs kostet nach dem aktuellen Bußgeldkatalog 100 Euro und einen Punkt.

Don't Text and Drive: Wir schaffen das!

Die Frage ist nur, was diese Änderungen in der Praxis wirklich bringen, denn laut der Umfrage von Forsa und DEKRA wurden nur etwa 4 Prozent der Studienteilnehmer und -teilnehmerinnen schon mal wegen ihrer Handynutzung am Steuer kontrolliert. Nicht gerade eine hohe Quote.

Schön wäre es natürlich, wenn wir eine solche Kontrolle und Strafen durch Bußgelder gar nicht brauchen, weil wir selber merken: An der roten Ampel aufs Handy gucken oder schnell "komme später, stau!" tippen ist eben schon schlimm. Zumindest, wenn wir es in dem Moment sind, die am Steuer sitzen. Denn auch wenn der Verkehr gleichmäßig fließt, kann eben schon in Sekundenschnelle etwas passieren, das uns eine unmittelbare Reaktion abfordert. Und sei es, weil die Fahrer vor und hinter uns gerade was ins Smartphone tippen oder ein Schulkind ohne zu schauen aus dem Bus und auf die Straße springt.

Um dich selbst vor Ablenkung zu schützen, gibt's hier drei schnelle Tipps zum sofort Umsetzen:

  • Stell Google Maps schon vor der Fahrt ein, wenn du dein Smartphone als Navi nutzt.
  • Deaktiviere vor der Fahrt die Benachrichtigungen oder nutz die "Beim Fahren nicht Stören"-Funktion, die etwa seit dem iOS 11 Update für iPhones zur Verfügung steht (die Karten-Funktion läuft auch in diesem Modus wie gewohnt).
  • Wenn du während der Fahrt wirklich unbedingt eine WhatsApp verschicken musst, dann nutz die "Ok, Google"-Option für Android und verschick deine Nachricht einfach per Sprachsteuerung.

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