Wahlswiper
Der WahlSwiper ist eine gute Wahl-App mit kleinen Schwächen | Foto: Thinkstock/Vmelinda
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21. Aug 2017

Nina Weidlich

News

WahlSwiper: Welche Partei ist dein perfektes Tinder-Match?

Ahnunslos zur Bundestagswahl? C´mon!

Das Wahlprogramm von CDU und CSU hat stolze 75 Seiten, die SPD legt mit 113 Seiten noch eine Schippe drauf und die FDP gönnt sich sogar ganze 155 Seiten Regierungsprogramm. Das alles lesen wir bis zur Wahl ganz bestimmt – nicht.

Völlig unvorbereitet zur Wahl zu gehen, ist aber gar nicht so klug, aus Faulheit am Wahltag gar nicht erst aus dem Haus zu gehen schon mal gar nicht. Im Idealfall solltest du dir eine eigene Meinung zu den Wahlkampfthemen bilden, anstatt Mami und Papi in der Wahlkabine über die Schulter zu schielen.

Da das aber gar nicht so einfach ist und Politiker sich besonders im Wahlkampf gerne mal in inhaltsleeren Floskeln verlieren, bieten Apps wie der WahlSwiper eine gute Entscheidungshilfe. Zu 30 verschiedene Themen wie die doppelte Staatsbürgerschaft, die Erhöhung des Mindestlohns oder den Umgang mit Fake News gibst du hier deine Meinung ab. Am Ende wird deine Einschätzung mit den Positionen der unterschiedlichen Parteien abgeglichen – ähnlich wie beim Wahl-O-Mat, der ab dem 30. August verfügbar sein wird.

Wahlswiper App

Der WahlSwiper: Wahl-Hilfe im Tinder Style

Das Besondere am WahlSwiper: Die App funktioniert im Tinder-Stil. Auf ein Date mit Martin Schulz, Christian Lindner oder Angela Merkel läuft das Ganze aber (zum Glück) nicht hinaus. Anders als beim Wahl-O-Mat, wo dir zu einer vorgegebenen These die Möglichkeiten "stimme zu", "stimme nicht zu" oder "neutral" zur Verfügung stehen, antwortest du beim Parteien-Tinder auf konkrete Fragen zu aktuellen Wahlkampf-Themen.

Ein Beispiel: "Soll ein bedingungsloses Grundeinkommen als Ersatz für andere Sozialleistungen eingeführt werden?" Nach rechts Wischen für "Ja", Swipe nach links für ein klares "Nope". Ein "neutral" oder "vielleicht" gibt es nicht, dafür haben die Entwickler der App sich bewusst entschieden. Sie möchten, dass Parteien und Wähler zu den einzelnen Punkten klar Stellung beziehen, denn schwammige Aussagen helfen niemandem weiter.

Zu jeder Frage kannst du dir etwa 30 bis 40 Sekunden lange Videos ansehen, die das behandelte Thema einfach und neutral erklären. So kannst du dir auch zu Themen, die dir im ersten Moment nicht so viel sagen, eine eigene Meinung bilden.

Hast du alle Fragen durchgearbeitet, kannst du aus einer Liste wählen, mit welchen Parteien deine Ergebnisse abgeglichen werden sollen. In einer detaillierten Auflistung wird dir angezeigt, in welchen Punkten du und dein Match übereinstimmen und wo ihr euch uneinig seid. Das Ergebnis kannst du außerdem direkt über die App mit deinen Freunden teilen oder speichern und vergleichen, wenn du die Fragen zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal durchgehen willst.

Fazit zum WahlSwiper

Genau wie der Wahl-O-Mat und andere Entscheidungshilfen kann auch der WahlSwiper nur der Orientierung dienen und gibt keine Handlungsempfehlung für den Wahltag am 24. September. Trotzdem sind vor allem die kurzen Erklärungsvideos hilfreich, um sich einen Überblick über die einzelnen Programmpunkte zu verschaffen und die Erinnerung an die einzelnen Themen aufzufrischen.

Ein klares Manko gegenüber dem Wahl-O-Mat ist allerdings, dass es keine Möglichkeit zur Gewichtung der einzelnen Themenbereiche gibt. Deine Meinung zum Tempolimit auf deutschen Autobahnen zählt hier genauso stark wie deine Einschätzung, ob Afghanistan ein sicheres Herkunftsland bleiben sollte.

Jeder, der sich auf unterhaltsame Weise mit den politischen Grundsatzfragen der Bundestagswahl 2017 beschäftigen will, findet im WahlSwiper aber eine gute Möglichkeit, sich zu informieren. Und wer weiß: Vielleicht findest du ja tatsächlich dein perfektes Match?

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