Verordnung Plastiktüten reduzieren
Alte Plastiktüten finden oft auch noch als Müllbeutel Verwendung | Foto: Thinkstock/lolostock
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03. Jun 2016

Sandra Ruppel

News

Plastik runter, Umweltfreundlichkeit rauf!

Keine Plastiktüten mehr: Wie wir bis 2025 die Umwelt entlasten müssen

Der Verbrauch von Plastiktüten muss sinken

6,1 Milliarden Plastiktüten verbrauchen wir in Deutschland nach Schätzungen des Industrieverbands für Verpackungen jedes Jahr. In der gesamten EU sind es rund 100 Milliarden Tüten aus Plastik.

Das Problem: Plastik ist nicht nur schwer abbaubar, die Tüten und anderer Plastikmüll laden viel zu häufig auch im Meer. Hier verwechseln Fische das Kunststoff mit Nahrung, fressen es und ziehen sich innere Verletzungen und Vergiftungen zu. Um die Umwelt zu entlasten und den Verbrauch von Plastiktüten zu senken, hat die EU im April 2015 beschlossen, dass alle Mitgliedsstaaten ihren Pro-Kopf-Verbrauch an Kunststofftüten im Jahr verringern müssen:

  • Bis 2019 muss der Verbrauch auf 90 Tüten pro Person jährlich reduziert werden, bis 2025 dann auf 40 Tüten pro Kopf im Jahr.

Die erste Marke hat Deutschland schon geknackt. Wir liegen mit 71 Kunststofftaschen, die im Jahr pro Person verbraucht werden, bereits unter der Marke von 90. Nun gilt es, die Zahlen in den kommenden Jahren weiterhin zu reduzieren. Wie wir – und die anderen EU-Mitgliedsstaaten – dies tun, bleibt uns überlassen. Frankreich etwa hat die Ausgabe von Plastiktüten beim Einkaufen komplett verboten. In Irland wurde eine Steuer von 15 Cent pro Tüte erhoben, in Deutschland hat sich der Einzelhandel freiwillig dazu bereit erklärt, Tragetaschen aus Plastik nicht länger gratis herauszugeben. Inzwischen kosten sie fast überall zwischen 5 und 50 Cent.

Rewe schafft Plastiktüten gleich ganz ab

Der Lebensmittelhändler Rewe geht sogar noch einen Schritt weiter und stellt den Verkauf von Plastiktüten ganz ein. Bis Juli 2016 bietet der Supermarkt noch die letzten Restbestände seiner Kunststofftaschen an, danach wird es jedoch keinen Nachschub mehr geben.

Die Kunden müssen dann entweder daran denken, selbst eine Tasche zum Einkaufen mitzubringen, oder auf die umweltfreundlicheren Alternativen wie Jutebeutel oder Einkaufskartons zurückgreifen, die der Supermarkt weiterhin anbieten wird. Allein für die dünneren, kleineren Tüten, die in der Obst- und Gemüseabteilung ausliegen, muss sich die Lebensmittelkette noch eine Alternative ausdenken. Diese Beutel werden den Einkäufern weiterhin zur Verfügung stehen – vorerst.

Welche Alternativen gibt es zur Einkaufstüte aus Plastik?

Das Umweltbundesamt rät, statt Kunststoffbeuteln lieber Alternativen zu nutzen, die man häufig wiederverwenden kann, wie etwa Einkaufskörbe, Jutebeutel oder auch Einkaufsnetze.

Papiertüten allerdings sind keine ökologische Alternative, auch wenn sich das erstmal so anhört. Damit die Nutzung von Tüten aus Papier umweltfreundlicher ist, müssten sie nämlich mindestens drei Mal benutzt werden. Das passiert aber eher selten, vor allem auch, weil sie nicht wasser- und nur begrenzt reißfest sind: Um überhaupt das Gewicht eines Einkaufes aushalten zu können, wird für die Produktion von Tüten aus Papier meist kein Altpapier, sondern neues verwendet. Ihre Herstellung bedeutet dadurch also auch eine Umweltbelastung.


5 Quickie-Umwelttipps zum sofort selbermachen:

Dein schlechtes Umwelt-Gewissen regt sich? Sehr gut, es ist nämlich gar nicht so schwer, ein bisschen auf die eigene Müllproduktion zu achten. Schon ein paar Kleinigkeiten zu ändern, kann viel bewirken!

  • Recyceln: Zuallererst einmal kannst du den Plastikmüll, den du produzierst, fachgerecht entsorgen. Also ab in den gelben Sack damit!
  • Eingepackt: Ein Jutebeutel lässt sich ziemlich klein zusammenfalten und wiegt fast gar nichts. Du kannst ihn leicht in deiner (Jacken-)Tasche verstauen und hast ihn so immer dabei. Selbst wenn du dann mal spontan einkaufen gehst, kannst du so getrost auf die Plastiktüte im Supermarkt verzichten.
  • Locker machen: Klar ist es praktisch, sein Obst und Gemüse in einem kleinen durchsichtigen Plastikbeutel zusammenzufassen. Aber vielleicht kommst du ja trotzdem ohne aus und kaufst dein Obst und Gemüse einfach lose.
  • Glasklar: Auch wenn sie etwas schwerer sind, Glasflaschen statt Plastikflaschen kaufen. Produkte wie Joghurt, Milch oder Saft gibt es ebenfalls in Glasflaschen, die später am Pfandautomaten wieder zurückgegeben werden können.
  • Saubere Sache: Statt der Flüssigseife im Plastikspender kannst du auf Seife in fester Form zurückgreifen. Die ist meist nur in ein Stück Papier gewickelt und somit deutlich umweltfreundlicher.

Eine ausführliche Liste mit tollen, leicht umsetzbaren Ideen zur Plastikmüll-Vermeidung hat auch der Abfallwirtschaftsbetrieb München zusammengestellt. Diese findest du unter: www.awm-münchen.de.
Eine Broschüre zum Thema Plastiktüten und deren Entsorgung des Umweltbundesamtes findest du unter: www.umweltbundesamt.de

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