Lerntypen
Es gibt vier Lerntypen: Welcher bist du? | Foto: Thinkstock/LittleBee80
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05. Jan 2016

Verena Russlies

Abitur lernen

Welcher Lerntyp bist du?

So setzt du auf die richtige Strategie im Lernstress!

Lerntyp I: Der/Die Perfektionist/-in

Perfektionisten lernen kontinuierlich und das schon seit Monaten. Ein schlechtes Gefühl oder Gewissen müssen sie daher nicht haben, dennoch sind sie nie zufrieden. Dieser Lerntyp hadert in der Endphase häufig mit der bereits geleisteten Arbeit. Doch gerade kurz vor den Abiturprüfungen dürfen Perfektionisten nicht an den eigenen Ansprüchen verzweifeln. Das Gelernte wurde ganz sicher nachhaltig im Gedächtnis abgespeichert – so wie es sein sollte!

Anstatt sich am Lernstoff festzuklammern, sollten sich Perfektionisten zwischendurch von den Büchern erheben und Alternativen testen. Multimediale Lernprogramme oder Filme beleuchten Relevantes aus anderen Blickwinkeln und zeigen dir, dass dein Wissen gar nicht so unvollkommen ist.

Tipps für Perfektionisten:

  • Mandalas ausmalen: Ihre Perfektion beruhigt – gleichzeitig machst du etwas Kreatives, anstatt stundenlang auf Bücher zu starren.
  • Ablenkung muss sein: Setze in anstrengenden Lernphasen bewusste Pausen und fülle diese mit entspannenden Inhalten – Katzenvideos, bei den Großeltern anrufen, alte Kinderserien gucken ... Entschleunigung!
  • Tiere: In Gegenwart von Hunden oder Katzen kannst du den Moment genießen. Haustiere gibt es auch zur "Miete": Biete dich privat oder bei einem Tierheim als Haustiersitter an.
  • Andere auf ihre Fehler hinweisen: Dafür werden Perfektionisten besonders geliebt! Die Reaktion deiner Mitmenschen wird dich garantiert wieder auf den Boden der Tatsachen zurückbringen.

Lerntyp II: Der/Die Prokrastinateur/-in

Prokrastinateure schieben das Lernen immer hoffnungslos auf. Vielleicht existiert sogar ein Zeitplan, der jedoch ständig verworfen wird. In fortgeschrittenen Fällen der gefürchteten "Aufschieberitis" kann sogar eine Art Resignation einsetzen, die nur schwer zu überwinden ist.

Allein ist es schwierig, aus dieser Lernfalle zu entfliehen – gemeinsam mit Leidensgenossen lernt es sich einfacher. Hast du Angst, dass deine Mitschüler schon viel weiter im Lernstoff sind? Triff dich trotzdem regelmäßig mit deiner Lerngruppe. Dabei kann jeder von seinen Problemen und seinem aktuellen Stand berichten. Auch interaktive Lernprogramme oder Smartphone-Apps für die Abiturvorbereitung können hilfreich sein.

Tipps für Prokrastinateure:

  • Internet-Foren: In Online-Communitys kannst du dich mit anderen Prokrastinateuren austauschen.
  • (Lern-)Tagebuch führen: Trage jeden Tag ein, was du geschafft hast. Bleiben viele Seiten leer, bekommst du spätestens nach einer Woche ein schlechtes Gewissen und die Motivation setzt ein.
  • Spaß und Lernen vereinen: Lies dir zu einem Lernthema interessante Artikel im Internet durch oder schau dir eine Dokumentation an. Wie wäre es mit einem ausgetüftelten Belohnungssystem für jeden Lernerfolg? Mit der Verwaltung solltest du aber lieber deine Mutter beauftragen ...
  • Am Ball bleiben: Wenn du dich schon ablenken willst, dann richtig! Hörbücher, Audio-Helferlein, Video-Tutorials und ähnliches kannst du super nebenbei zum Lernen nutzen – ohne, dass es sich wie Lernen anfühlt!

Lerntyp III:  Der/Die Entspannte

Entspannte sehen den nahenden Prüfungen gelassen entgegen – das Lebensglück hängt schließlich nicht nur vom schriftlichen Abitur ab. Die Zeit verstreicht, aber der Entspannte ist selbst durch verzweifelte Mitschüler nicht aus der Ruhe zu bringen.

So lobenswert diese stressfreie Lernweise sein mag, so sollten Entspannte das Ziel nicht aus den Augen verlieren und einen gesunden Respekt gegenüber dem Lernpensum entwickeln. Ein fester Lernplan ist empfehlenswert, ebenso eine Lerngruppe. Gerade in der Gruppe kann der Entspannte auf der einen Seite seine Mitschüler beruhigen, auf der anderen Seite wird er zum Lernen angetrieben.

Tipps für Entspannte:

  • Penetrant akribisch sein: Halte dich bei deinem Zeitplan genau an die Vorgaben – das gilt auch für die Kaffeepause!
  • Apropos Kaffee: Genügend Koffein lässt dich nicht still sitzen – ideal, um nicht in den Entspannungsmodus zu verfallen.
  • Nervensäge gesucht: Bitte deine Freunde und Familie darum, dich wiederholt auf die Einhaltung deines Lernplans oder auf den Abitur-Stoff anzusprechen.
  • Ausstrahlung ausnutzen: Nutze deine entspannte Art zu deinem Vorteil und entwickle zum Beispiel eigene Tutorials zu deinen Prüfungsfächern. So kannst gleichzeitig etwas für deinen eigenen Lernerfolg tun.

Lerntyp IV: Der/Die Paniker/-in

Spätestens während des Endspurts vor den Abiturprüfungen rotieren Paniker. Dabei ist es egal, ob ihre Panik begründet (zu wenig Lerneinsatz) oder unbegründet (generelle Prüfungsangst) ist. Die Formen der Panik-Bewältigung unterscheiden sich dementsprechend; jedoch müssen in beiden Fällen Paniker ihren Fokus wieder von der konkreten Prüfungssituation auf ihren eigenen Wissensstand legen. Das bedeutet: Sie müssen sich ganz ehrlich fragen, was sie bereits können und was noch nicht.

Dabei hilft ein Gespräch mit den Mitschülern, um einen Überblick zu bekommen. Generell ist auch hier reine Einzelarbeit nicht zu empfehlen, da Paniker sich nur unnötigen Druck auferlegen und ihrem Teufelskreis alleine nicht entfliehen können.

Tipps für Paniker:

  • Stress abbauen: Kampfsport, Tanzen oder Stricken – erlaubt ist, was gut tut und den Druck abbaut!
  • Panik nach Plan: Eine feste Struktur gibt dir während des Lernens die Sicherheit, die du dringend brauchst. Verfasse rechtzeitig vor den Prüfungen einen Schlachtplan, mit dem dich dann nichts aus der Ruhe bringt.
  • Achtsamkeit lernen: Klingt nach Esoterik, ist jedoch hilfreich. Konzentriere dich in Stress-Situationen ganz auf dich und den Moment. Verbanne erst einmal die negativen Gedanken, die Probleme und Schwierigkeiten, um zur Ruhe zu kommen.
  • Offen bleiben: Versuche nicht, deine Mitschüler mit deiner Panik anzustecken. Lass dich stattdessen lieber andersrum mit Kuchen und Keksen anfüttern und von ihnen beruhigen.

Konntest du dich in den Lerntypen wiedererkennen?

So ganz allgemein kann man leider für niemanden DIE perfekte Lernmethode empfehlen. Probiere ruhig einige Dinge aus, um dein persönliches Lern-Erfolgsgeheimnis zu finden. Das kann natürlich eine gewisse Zeit dauern.

Wichtig ist, dass du nicht in deinem "stillen Kämmerlein" versauerst, sondern dich in Konfrontation und Kontakt mit anderen begibst. Also: Lass das Lernen beginnen!

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