Ausbildung öffentlicher Dienst
Nur faule Beamte im öffentlichen Dienst? Das ist zu kurzsichtig gedacht | Foto: Thinkstock/damedeeso

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12. Apr 2017

Johannes Hülstrung

Zukunftsweiser

Im öffentlichen Dienst arbeiten: Der richtige Karriere-Weg für dich?

Wer zum öffentlichen Dienst gehört

Insgesamt 4,65 Millionen Menschen arbeiteten laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2015 im Staatsdienst. Damit wäre dieser, verglichen mit privaten Unternehmen, der mit deutlichem Abstand größte Arbeitgeber in Deutschland. Zu den Beschäftigten gehören etwa auch Lehrer, Soldaten, Polizisten oder Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes.

Der Einstieg in den öffentlichen Dienst

Der Weg in den öffentlichen Dienst erfolgt längst nicht mehr hauptsächlich über eine Ausbildung. Mit dem Bachelor of Arts im gehobenen Dienst werden Theorie und Praxis in einem dualen Studium an einer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung kombiniert. Für technische Berufe wird aber in der Regel eine Ausbildung angeboten.

Die Berufsaussichten sind in jedem Fall gut: Laut Deutschem Beamtenbund (DBB) fehlen rund 180.000 Mitarbeiter. Das betrifft besonders neue Stellen, etwa im IT-Bereich bei der Bundeswehr.

Der größte Vorteil

Ohne Zweifel die berufliche Sicherheit. Gerade Beamte sind flexibel, ohne sich Sorgen machen zu müssen. Ob sie Kinder bekommen, Eltern- oder Teilzeit beanspruchen oder einfach eine Pause einlegen: Ihren Job können sie behalten. Und selbst "normale" Angestellte gelten nach 15 Dienstjahren als unkündbar und haben einen garantierten Anspruch auf Teilzeit.

Außerdem ist die Gefahr, dass Arbeitsplätze abgebaut werden müssen, im Vergleich zur freien Wirtschaft verschwindend gering.

Der größte Nachteil

Vor Hürden steht oft, wer von einer steilen Karriere träumt – gerade, wenn er zwischendurch in Teilzeit arbeitet. Gewerkschaften und Verbände kritisieren, dass die dienstliche Beurteilung und damit die Chance auf eine Beförderung zu stark von der Präsenzzeit abhänge. "Dieses Phänomen finden wir gerade dort, wo überwiegend Frauen tätig sind", sagt Helene Wildfeuer, Vorsitzende der Bundesfrauenvertretung im DBB, und fordert, die Kriterien zu überarbeiten

Das Gehalt

Die Vergütung ist dank Tarifverträgen ziemlich transparent. Und trotzdem kompliziert: Die Arbeitnehmer sind in Entgeltgruppen mit jeweils bis zu sechs Stufen eingeordnet. Der Lohn steigt je nach Qualifikation und Berufserfahrung.

Ein Beispiel: Ein ausgebildeter Laborant verdient in der Gruppe E5 bei einer Neueinstellung 2.197 Euro brutto. Das kann er bis zur höchsten Stufe nach 15 Jahren auf 2.799 Euro steigern. In der höchsten Gruppe E15, für die mindestens ein Master nötig ist, liegen die Gehälter zwischen 4.280 und 6.332 Euro.

Nach dem Studium

Auch wer nach dem Abitur erst studiert, kann den öffentlichen Dienst im Hinterkopf behalten. Zum einen stehen die Chancen für Quereinsteiger aufgrund der vielen freien Stellen nicht schlecht. Zum anderen ist in der "Königsdisziplin", dem höheren Dienst, ein Universitätsstudium Pflicht – seit der Bologna-Reform reicht aber auch ein Master von der Fachhochschule. Das klassische Studienfach zur Vorbereitung ist nach wie vor Jura.

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