Studium E-Commerce
Zukünftig werden immer mehr Fachkräfte im E-Commerce gebraucht! | Foto: Rawpixel/gettyimages
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06. Apr 2018

André Gärisch

Zukunftsweiser

E-Commerce studieren

Die Zukunft wird noch stärker von Online-Handel geprägt sein

Heute zieht Jan-Paul Lüdtke, Professor für E-Commerce an der Fachhochschule Wedel, mal wieder ein ganz besonderes Projekt aus der Tasche. Passend zur Jahreszeit, sollen die Studierenden einen Online-Shop für Weihnachtsbäume aufbauen. Ihre Aufgaben sind, Lieferanten zu gewinnen, ein Marketingkonzept zu entwickeln und zu analysieren, welche Zielgruppen das Verkaufsportal besuchen. Ein ganz schöner Berg an Herausforderungen. Doch genau diesen pragmatischen Ansatz lieben die Studierenden an ihrem Studiengang E-Commerce".

Die Digitalisierung der Geschäftswelt schreitet immer weiter voran. Prof. Gerd Wagner, Leiter des Studiengangs eBusiness an der BTU Cottbus, erklärt: "In der Zukunft bleibt kaum eine Branche ausgenommen. Insbesondere im Transport – etwa mit selbstfahrenden LKWs und Taxis –, in der Produktion und im Gesundheitswesen wird es digitale Umwälzungen geben. Im Handel hat sie sich bereits vollzogen.

" Neue Berufe rücken in den Fokus – etwa der E-Commerce-Manager, welcher Internetauftritte und E-Shops plant, führt und an neue Entwicklungen anpasst. Die Hochschulen reagieren nach und nach auf den Bedarf an Experten im Online-Handel. Wer E-Commerce studieren will, kann das etwa an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt, an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena oder an der Hochschule Mittweida machen.

E-Commerce-Studium: Management meets Technik

Wer sitzt im Hörsaal, wenn es um Datentracking, WebShops und Bewertungsportale geht? "Unsere Studierenden sind sehr unterschiedlich. Aber sie haben alle ein Faible für den Einsatz von Computern und Apps, um Probleme zu lösen und Aufgaben zu erledigen", sagt Wagner.

Für den Studiengang E-Commerce an der FH Wedel erkennt Lüdtke zwei Schwerpunktgruppen: "Sowohl an Managementthemen als auch an technischen Fragen interessierte Leute schreiben sich ein. Meist sind es neugierige, kreative Menschen mit hoher Eigeninitiative." Da Studiengänge rund um das Thema E-Commerce jung sind – es gibt bislang kaum promovierte oder habilitierte Absolventen –, kommen die Dozenten überwiegend aus der Mathematik, der Informatik und der Betriebswirtschaftslehre.


e-commerce studium


Drei Studiengänge für angehende Online-Händler

E-Commerce – Fachhochschule Wedel

Den Studiengang E-Commerce – mit den Abschlüssen Bachelor und Master – gibt es seit dem Wintersemester 2011. Grund für dessen Implementierung war ein Bedarf des Versandunternehmens Otto nach Mitarbeitern, die digitale Verkaufsprozesse initiieren, steuern und überwachen können. Über eine Stiftung unterstützt das Unternehmen den Studiengang, der eine technische und eine betriebswirtschaftliche Abzweigung bietet. Dessen Absolventen arbeiten etwa bei Versandhäusern, Verlagen, Online-Agenturen oder Unternehmensberatungen. Der Studiengang wird auch dual angeboten. Generell zeigt sich die FH Wedel gut in der regionalen Digitalwirtschaft vernetzt und offen gegenüber neuen Trends – so lässt sich dort auch Computer Games Technology oder Smart Technology studieren.

eBusiness – Brandenburgische Technische Universität Cottbus

"Das Fach 'eBusiness' wurde 2003 an der BTU eingeführt, um einen Wirtschaftsinformatik-Studiengang anzubieten, der die neuen, durch das Internet geschaffenen Möglichkeiten, wie E-Commerce und E-Government, berücksichtigt", sagt Wagner. In den Seminaren gehe es etwa darum, relevante Kundengruppen über ihr Verhalten bei einer Online-Bestellung zu identifizieren oder neuartige Informationssysteme auf der Basis von Sensoren und Drohnen zu entwickeln. Die BTU Cottbus forscht intensiv in den Bereichen Wirtschaftsinformatik und E-Business. In einem Teilprojekt geht es um die Simulation von Mafia-Organisationen als Bestandteil einer Regionalwirtschaft. Mit Hilfe des Modells soll die Frage beantwortet werden, wie schädlich ein solcher Geheimbund für die Wirtschaft einer Region ist.

Digital Business – Technische Hochschule Ingolstadt

Der Studiengang Digital Business befasst sich mit der Gestaltung und Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle. Statt Vorlesungen stehen Fallstudien, Seminare und Projektarbeiten im Vordergrund – dadurch wird das junge Thema, zu dem noch nicht viele wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen, anschaulich vermittelt. Die Studierenden lernen etwa, wie Shopping-Apps entwickelt werden, wie digitale Showrooms aussehen müssen oder wie Augmented-Reality im Marketing eingesetzt werden kann. Der Studiengang dauert sieben Semester und endet mit dem Bachelor, unterrichtet wird auf Deutsch und Englisch. Hervorzuheben ist das gute Betreuungsverhältnis von Lehrenden zu Studierenden; auch ein duales Studium ist möglich.

Praxisnahes Studieren mit Medienfokus

Das bietet die HMKW an drei Standorten: Berlin, Köln und Frankfurt am Main

Der Einstieg in die Berufswelt muss nicht schwer sein: An der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft, der HMKW, wird die akademische Ausbildung mit praktischer Arbeit in vielfältigen Projekten verknüpft. Dank der Vielzahl an Kooperationspartnern aus Medien, Wirtschaft und öffentlicher Hand erhalten die Studierenden schon während des Studiums wertvolle berufliche Erfahrung.

Ab dem Wintersemester 2018/19 erweitert die HMKW ihr Angebot und bietet neben dem Bachelor of Arts (B.A.) in den Fächern Medien- und Eventmanagement, Grafikdesign und Visuelle Kommunikation, Journalismus und Unternehmenskommunikation sowie Medien- und Wirtschaftspsychologie erstmals den Bachelor of Science (B.Sc.) im Fach Psychologie* an.

*Vorbehaltlich Genehmigung durch die Berliner Senatsverwaltung; erwartet für Sommer 2018

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