Auszeit nach dem Abitur
Auszeiten müssen sein – nicht nur im Sport! | Foto: Thinkstock/SIphotography
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21. Apr 2017

Marie-Charlotte Maas

Zukunftsweiser

Auszeit? Bitte! Freiwilligendienst als Alternative nach dem Abitur

Janina

Janina (20) über ihr Freiwilliges soziales Jahr in Deutschland:

"Mir war es wichtig, einen Einblick in die richtige Arbeitswelt zu erhalten, bevor ich mit einer Ausbildung oder einem Studium beginne. Ich konnte mir schon immer vorstellen, mit Menschen mit Handicap zu arbeiten, also startete ich ein FSJ an einer Schule in meiner Heimatstadt Hamburg, die von Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung – viele mit Downsyndrom oder Autismus – besucht wird.

Ich helfe den Schülern während des Unterrichts bei ihren Aufgaben, nachmittags gehen wir in die Sporthalle zum Toben oder spielen am Computer. Eigentlich sollte das FSJ zwölf Monate dauern, aber mir hat es so gut gefallen, dass ich um ein halbes Jahr verlängert habe. Im Februar beginne ich mit meiner Ausbildung zur Heilerzieherin. Mein Traum ist es, danach wieder an 'meine' Schule zurückzukehren."

Alena (19) über ihr Freiwilliges soziales Jahr im Ausland:

Alena

"Ein neues Land sehen und etwas Soziales machen – etwas, das anderen hilft, aber auch mir selbst neue Perspektiven aufzeigt, so stellte ich mir die Zeit nach dem Abitur vor. Also bewarb ich mich für ein FSJ in Frankreich, für eine Stelle in einer Unterkunft für Kinder und Jugendliche mit geistigen und körperlichen Behinderungen. Dort habe ich die Mitarbeiter unterstützt, die Kinder geduscht und angezogen, mit ihnen gegessen, Lieder gesungen und Ausflüge zum Schwimmen und Reiten gemacht.

Die Arbeit dort hat mich bereichert, ich bin besser geworden im Umgang mit anderen Menschen und auch privat hat sich das FSJ gelohnt: Einer der Auszubildenden aus dem Heim ist heute mein Freund. Ins Elsass komme ich darum nach wie vor häufig. 'Meine' Kinder habe ich natürlich auch schon wieder getroffen – manche von ihnen haben mich sofort erkannt und sich gefreut, mich zu sehen."

Alternative Programme zum FSJ


Jens

Jens (20) über seinen freiwilligen Wehrdienst:

"Die Bundeswehr als Chance, meine körperlichen und geistigen Fähigkeiten und Grenzen kennenzulernen, erschien mir reizvoll. Während der dreimonatigen Grundausbildung erhielt ich nicht nur eine Schieß- und Gefechtsausbildung und erlernte die militärischen Umgangsformen, sondern bekam auch einen Einblick in die Rechte und Pflichten eines Soldaten.

Anschließend wurde ich ins Bundesamt für das Personalmanagement versetzt, wo meine Kollegen und ich uns unter anderem darum kümmern, dass unsere Kameraden die richtige Besoldung bekommen. Diese Arbeit macht mir so viel Spaß, dass ich beschlossen habe, bei der Bundeswehr zu bleiben. Ich werde in der Feldwebel-Laufbahn eine Ausbildung zum Bürokaufmann machen."

Fakten freiwilliger Wehrdienst

  • Dauer: 7–23 Monate
  • Besoldung: richtet sich nach Dienstdauer, mindestens 837 Euro monatlich.
  • Verpflegung und Unterkunft sind kostenlos.

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