Studium Generale Abitur
Das Studium Generale bereitet dich auf das Unileben vor | Foto: StockSnap/Abigail Keenan

Zukunftsweiser

02.06.2016

Orientierungssemester

Probieren geht über Studieren: Das Orientierungssemester

Entscheidungshilfe für das richtige...

Einige wussten schon immer, was sie nach der Schule studieren wollen. Für alle anderen gibt es das Orientierungssemester.

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03. Aug 2017

Nina Weidlich

Studium

Studium Generale: Orientierungshilfe nach dem Abi

Lerne verschiedene Studienbereiche kennen

In ihrem Orientierungsjahr sollen Abiturienten möglichst viele Themenbereiche kennenlernen und herausfinden, welches Studium zu ihren Interessen und Talenten passt. Im Studium Generale kannst du dir einen individuellen Stundenplan mit Fächern aus den verschiedensten Fachbereichen zusammenstellen.

Außerdem lernst du bereits vor deinem eigentlichen Studium die Abläufe an der Hochschule kennen und merkst, ob das Uni-Leben überhaupt das Richtige für dich ist. Denn auch Hausarbeiten und Klausuren werden im Studium Generale bereits geschrieben. Die erbrachten Leistungen in den jeweiligen Fachgebieten kannst du dir anrechnen lassen, wenn du dich nach der Orientierungsphase für einen Studiengang entscheidest – das geht unter Umständen auch, wenn du nach dem Orientierungsstudium an eine andere Uni wechselst.

Eine Hochschule, an der ein zweisemestriges Studium Generale angeboten wird, ist die Universität Witten/Herdecke. Unter dem Motto "Studieren probieren" wählen die angehenden Studis hier zwischen Kursen aus den Bereichen Philosophie, Sozialwissenschaften, Geisteswissenschaften, Kulturwissenschaften und den praktischen Künsten.


Die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Das Orientierungsstudium dauert meist zwischen 6 und 12 Monaten
  • Du hast die Möglichkeit, alle verschiedenen Studienbereiche auszutesten
  • Es gibt Angebote von Hochschulen und externen Einrichtungen
  • Das Studium Generale ist mit hohen Kosten verbunden, Stipendien und BAföG sind aber möglich

Das Studium Generale ist nicht ganz billig 

Aber nicht jedes Studium Generale wird von der Hochschule direkt angeboten. Es gibt auch Einrichtungen, die sich auf die Organisation von Orientierungsstudien spezialisiert haben und mit verschiedenen Universitäten kooperieren: So arbeitet das Leibniz Kolleg zum Beispiel mit der Universität Tübingen zusammen, das Aicher-Scholl Kolleg mit der Universität Ulm und weiteren Hochschulen in der Umgebung.

Neben den vielen unterschiedlichen Lehrveranstaltungen zählen auch Vorträge von Vertretern aus der Praxis zum Studium Generale. Sie erzählen aus ihrem Berufsalltag und sollen die Abiturienten so zusätzlich in Ihrer Entscheidung für ein Studium unterstützen.

Das große Manko: Ein Orientierungsstudium ist nicht ganz billig. Je nach Hochschule bzw. Einrichtung fallen unterschiedlich hohe Kosten an: An der Uni Witten/Herdecke musst du 200 Euro pro Monat zahlen, darin sind der Sozialbeitrag und das Semesterticket bereits enthalten. Am Leibniz Kolleg dauert das Studium auf Probe neun Monate, dafür werden 5.300 Euro Gebühr fällig. Allerdings sind damit auch bereits Unterkunft und  Nebenkosten, die Studiengebühren sowie Exkursionen abgedeckt.

Noch teurer wird es am Salem Kolleg im baden-württembergischen Überlingen: Hier kostet das Studium Generale satte 24.000 Euro – Unterkunft, Verpflegung, ein riesiges Sport-Angebot und eine Studienreise inklusive.

Wer knapp bei Kasse ist, kann an der Uni Oldenburg auch ein kostenloses Orientierungssemester einlegen. Die Uni bietet Schülern der Klassen 12 und 13 an, ein Semester lang an den Veranstaltungen des Studium Generale teilzunehmen. Dafür kannst du dich ganz formlos auf der Webseite der Universität Oldenburg anmelden.

Eine Übersicht über verschiedene Orientierungsprogramme findest du auf unserer Studienwahlplattform UNICHECK.


TippStipendien und BAföG nutzen

Das Studium Generale kostet meist eine Menge Geld. Trotzdem musst du bedenken, dass auch bei einem regulären Studium Kosten für Semesterbeitrag und vielleicht auch für eine eigene Wohnung auf dich zukommen.

Entscheidest du dich für ein Probestudium, solltest du dich auf jeden Fall über das Stipendienangebot informieren.

Auch die Beantragung von BAföG ist unter Umständen bereits während des Orientierungsstudiums möglich.

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