Hebammenkunde studieren
Hebamme: Ein Job mit viel Verantwortung | Foto: Unsplash/Tim Bish, Thinkstock/Wavebreakmedia Ltd
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07. Aug 2017

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Studium

Studium der Hebammenkunde: Hebamme, ein Beruf mit Zukunft!

hsg: Die erste ihrer Art

Die 2009 gegründete hsg ist die erste staatliche Hochschule, an der man Gesundheitsberufe wie Hebammenkunde, Logopädie, Ergotherapie, Pflege oder Physiotherapie studieren kann. Dass die Hochschule noch recht jung ist, sieht man ihr an: Die Gebäude sind hell, einladend und modern. Die Seminar- und Übungsräume sind mit der neuesten Technik ausgestattet.

Prof. Dr. Nicola Bauer hsgAuch die Lehrenden hier wissen, was sie tun. Nahezu jeder von ihnen kommt aus den Berufen, die sie den Studierenden an der hsg nahe bringen. So hat Prof. Dr. Nicola Bauer etwa selbst lange Jahre als Hebamme gearbeitet, bevor sie 2010 die Professur an der Hochschule für Gesundheit in Bochum angetreten hat. Heute unterrichtet sie die Studentinnen, die an der hsg den Bachelor of Science in Hebammenkunde – oder Midwifery Science, wie der Studiengang international heißt – machen.

Hebamme: Ein Job mit großer Verantwortung!

Im Wintersemester 2010/11 hat Bauer zusammen mit ihren Kolleginnen die ersten Studentinnen begrüßt, die sich für ein Studium der Hebammenkunde an der hsg entschieden haben. Das Studium dauert acht Semester und schließt mit dem Bachelor of Science in Hebammenkunde ab. Im siebten Semester muss außerdem eine staatliche Prüfung absolviert werden, ähnlich wie im Medizinstudium: "Wer den Hebammenberuf ausübt, trägt die Verantwortung für Mutter und Kind in der Zeit von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Daher liegt es im Interesse des Staates, dass es auch eine staatliche Prüfung gibt, um die Berufszulassung zu bekommen", weiß Bauer.

Immer nah an der Praxis!

Vorbereitet werden die Studierenden auf die staatliche Prüfung, indem sie Vorlesungen und Seminare besuchen. Auch Problem-based Learning, bei dem man in Kleingruppen Problemstellungen selbstständig erarbeitet und dann nach Lösungen sucht, gehört dazu. Die Sorge, dass das Studium – auch im Vergleich zu einer Ausbildung – vielleicht zu theorielastig sein könnte, braucht man jedoch nicht zu haben: "Die Ausbildungs- und Prüfungsordnung sieht vor, dass die Studierenden 3000 Stunden in die Praxis gehen. Das ist an den Fachschulen nicht anders", erklärt Nicola Bauer.

Außerdem trainieren die Studentinnen regelmäßig in Skills Labs: Hier üben die angehenden Hebammen in Kleingruppen Fertigkeiten wie Blutabnehmen oder richtiges Abtasten des ungeborenen Kindes im Mutterleib an Modellen, bevor sie die Maßnahmen an realen Schwangeren in der Praxisphase durchführen.


hsg Skills Lab


Violetta: Angewandtes Wissen, statt Bulimie-Lernen

Dass der Bachelor in Hebammenkunde sowohl auf theoretischer, als auch auf praktischer Ebene umfassend auf den Hebammenberuf vorbereitet, gefällt auch Violetta: "Das Studium setzt voraus, dass man Lehrinhalte mit der Praxis verknüpfen kann", sagt die 33-Jährige, die vor dem Studium bereits im kaufmännischen Bereich gearbeitet hat. "Man legt das Wissen, das man sich erarbeitet nicht in irgendwelchen Schubladen ab, wenn die Klausur vorbei ist. Sondern man wendet es permanent an und erweitert es", findet die Studentin, die aktuell im 8. Semester ist.

"Das Studium lässt es nicht zu, dass man sich versteckt. Man ist bei allem sehr präsent und kann nicht in der Masse der Studierenden untergehen", so Violetta. "Es ist durchgehend gefordert, dass man zeigt, was man kann. Aber auch, dass man sich kritisch hinterfragt." Für Violetta ist das Bachelorstudium nun schon fast zu Ende. Vielleicht bleibt sie der hsg aber trotzdem noch eine Weile erhalten: "Ich habe mich für den Master Evidence-based Health Care an der hsg beworben", so die Studentin.

Lisa: "Ich möchte von erfahrenen Hebammen lernen"

Lisa Liederwald hsgWährend Violetta plant, einen Master zu machen, zieht es ihre Kommilitonin Lisa direkt in den Beruf: "Nach dem Studium werde ich versuchen, eine Stelle in einer Klinik zu bekommen und nebenbei meine Freiberuflichkeit aufzubauen", sagt die 26-Jährige, die aktuell im 5. Fachsemester ist. "Ich finde es wichtig, erst einmal möglichst viele Erfahrungen zu sammeln", so Lisa. Ihr Ziel? "Von erfahrenen Hebammen zu lernen, mit ihnen im Austausch zu sein und meinen eigenen authentischen Stil daraus zu entwickeln, bevor ich vollkommen freiberuflich arbeite."

Obwohl das Studium zeitintensiv ist und viel Eigeninitiative erfordert, ist Lisa froh, sich für diesen Weg entschieden zu haben: "Ich habe mich auch für duale Ausbildungen beworben. Mir war aber bewusst, dass die vollständige Akademisierung des Hebammenberufes sehr wahrscheinlich ist und ich das Studium sowieso noch angehängt hätte."

Hebammenkunde: Hohe Mobilität durch’s Studium

Tatsächlich ist der Hebammenberuf bereits überall in Europa akademisiert. Nur in Luxemburg und Deutschland kann man aktuell noch eine Ausbildung machen und so in den Beruf einsteigen. Ab 2020 soll sich dies aber wahrscheinlich ändern. Professorin Nicola Bauer hat deshalb eine klare Empfehlung: "Wer gerade Abitur macht und Hebamme werden will, sollte auf ein Studium der Hebammenkunde setzen."

Das bedeutet zwar, dass kein Ausbildungsgehalt gezahlt wird, aber wer ein Studium absolviert, hat dafür den Vorteil, später ohne Komplikationen auch EU-weit arbeiten zu können: "Die Studierenden können direkt ins Ausland gehen, haben also eine große Mobilität innerhalb Europas", weiß Bauer. "Im Gegensatz dazu muss man, wenn man die Berufsfachschule abschließt, erstmal zwei Jahre Berufserfahrung nachweisen, um ins Ausland gehen zu können", so die Professorin der hsg.

Lena: Für den Master ab ins Ausland!

Lena Bovers hsgDie Möglichkeit, unkompliziert Berufserfahrung im Ausland sammeln zu können, war auch etwas, das Lena (22) wichtig war: "Ich konnte mir schon vor dem Studium sehr gut vorstellen, während meiner Laufbahn als Hebamme auch international zu arbeiten", erinnert sich die Studentin, die gerade im 6. Fachsemester ist und sich schon bald auf die staatliche Prüfung vorbereiten muss. "Das Studium ist dazu perfekt, denn es ist auch international anerkannt."

Zwar möchte Lena direkt nach dem Abschluss erstmal in den Beruf einsteigen. Den Plan, irgendwann ins Ausland zu gehen, hat sie aber immer noch: "Am liebsten möchte ich nach dem Bachelor als angestellte Hebamme in einer Klinik arbeiten und nebenbei freiberufliche Wochenbettpflege machen", so Lena. "Zu einem späteren Zeitpunkt kann ich mir sehr gut vorstellen, noch den Master im Ausland zu machen."


Hebamme hsg


Wanted: Hebammen auf dem Arbeitsmarkt

Jede der drei Studentinnen weiß also genau, wie es für sie nach dem Abschluss weitergehen soll. Der Bachelor in Hebammenkunde ermöglicht es ihnen nicht nur international zu arbeiten. Auch innerhalb Deutschlands werden sie keine Probleme haben, einen Job zu finden. 23.000 Hebammen gibt es in der Bundesrepublik aktuell etwa. Das klingt vielleicht viel – ist aber deutlich zu wenig.

Dass wir mehr Hebammen brauchen und die Nachfrage entsprechend groß ist, bestätigt auch Nicola Bauer: "Wer Hebammenkunde studiert, kann damit rechnen, dass einem im siebten Semester durchschnittlich schon fünf Stellenangebote vorliegen", so die Lehrende. "Absolventinnen können also eigentlich nicht arbeitslos werden, sondern die Studierenden können sich ihre Stelle aussuchen", sagt Bauer.

Doch obwohl Hebammen auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragt sind, müssen nicht alle, die Hebammenkunde studieren, danach auch zwangsläufig in der Praxis als Hebamme aktiv sein: "Nach dem Studium gibt es auch die Möglichkeit, als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studienbereich zu bleiben oder im Bereich Projekt- oder Qualitätsmanagement zu arbeiten", ergänzt Nicola Bauer. "Klar ist auch, dass wir ergänzend zum Bachelor einen hebammenspezifischen Masterstudiengang brauchen, der auf eigenständige Forschung und Lehre oder auf Management vorbereitet", so die Professorin.

Auch, wenn sich bis 2020 noch einiges bewegen wird, was die Zukunft der Hebammen betrifft, fest steht jetzt schon: Für welche Richtung sich die Studentinnen des Bachelors in Hebammenkunde auch entscheiden, ihnen stehen alle Möglichkeiten offen.


Vier schnelle Fragen an Violetta, Lena und Lisa:

Was muss man mitbringen, um Hebammenkunde studieren zu können?

Violetta: "Die Freude daran, einen handwerklichen Beruf zu erlernen, gleichzeitig muss man aber auch Interesse am wissenschaftlichen Arbeiten haben. Man muss sich auf Frauen, Familien und deren Bedürfnisse einlassen, ohne ihnen die eigenen Vorstellungen von Geburt und Familie aufzudrängen.“

Bist du schon mal an deine Grenzen gekommen?

Lena: "Ich glaube, jeder von uns kommt im Laufe des Studiums mal an seine Grenzen. Gerade in der Klinik gibt es häufiger stressige und ungewohnte Situationen, die das Überschreiten der von Grenzen erfordern. Jedoch merke ich immer wieder, dass man daran wächst und lernt, sich durchzusetzen."

Was war der bisher schönste Moment im Studium?

Lisa: "Eine Geburt begleiten zu dürfen, gibt einem unendlich viel: Man erlebt einen Menschen im Augenblick seiner Geburt. Man sieht eine Frau in dem Augenblick, der sie zur Mutter werden lässt. Ich glaube, es ist schwer sich das vorzustellen, ohne es selbst erlebt zu haben."

Was muss sich für Hebammen in Zukunft noch verändern?

Lena: "Jeder Mensch sollte wissen, wie wichtig Hebammen sind und was für eine signifikante Rolle sie im Gesundheitswesen übernehmen."


Info Hebamme StudiumBA of Science Hebammenkunde an der hsg: Kurz & Kompakt

  • Den BA in Hebammenkunde kann man seit 2010/11 an der hsg studieren
  • Die Ausbildung beginnt immer zum Wintersemester, angeboten werden 40 Studienplätze pro Semester
  • Die Lehrveranstaltungen finden jeweils in Gruppen von 20 – 40 Studierenden statt, die Übungen in Kleingruppen von jeweils vier bis fünf angehenden Hebammen
  • Um zum Studium zugelassen zu werden, muss man Abitur oder eine bereits abgeschlossene Ausbildung haben. Außerdem muss man ein vierwöchiges Praktikum in einer geburtshilflichen Einrichtung absolviert haben
  • Insgesamt müssen neben dem Theorie-Teil auch 3000 Praxisstunden in zwei unterschiedlichen Kreißsälen, bei einer Hebamme oder in einem Geburtshaus, einer Wochenbett-Station, einer gynäkologischen Station, im OP und in einer Kinderklinik absolviert werden
  • Um mit belastenden Situationen gut umgehen zu können, findet während des Studiums in regelmäßigen Abständen ein Reflexionsseminar statt, in dem die Studentinnen sich austauschen können und Tipps von ihren Professorinnen bekommen
  • Während des Studiums sind die Studierenden haftpflichtversichert

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