Studienplatz einklagen
Die wichtigsten Fragen zur Studienplatzklage beantwortet | Foto: Thinkstock/ferlistockphoto
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09. Jun 2015

Denise Haberger

Studium

Studienplatz einklagen

Auf dem Rechtsweg zum Wunschstudium

Fragen zur Studienplatzklage an Fachanwalt René Pichon

Herr Pichon, warum kann man einen Studienplatz überhaupt einklagen?

So wird die Höchstzahl festgesetzt, wobei die Studienplätze dann von der Hochschule beziehungsweise www.hochschulstart.de nach geltenden Auswahlkriterien vergeben werden. Die Hochschulen setzen die Zahlen möglichst niedrig an, so dass sehr häufig freie Studienplätze aufgedeckt werden. Diese können eingeklagt werden, Rechtsgrundlage ist dabei das Grundgesetz.

Unter welchen Voraussetzungen ist eine Klage möglich?

Wichtigste Voraussetzung ist das Abitur/Fachabitur. Dann gibt es unterschiedliche Fristen, die beachtet werden müssen. Deshalb gilt: frühzeitig informieren! Wenn ihr absehen könnt, dass ihr den begehrten Studienplatz nicht bekommen könnt, solltet ihr euch schnellstmöglich an einen spezialisierten Anwalt wenden.

Ist jede Klage erfolgversprechend?

Wie die Gerichte entscheiden, ist bisweilen schwierig zu prognostizieren. Insbesondere gibt es Studiengänge, bei denen häufig eingeklagt wird, wie etwa medizinische Studiengänge. Bei der Psychologie oder Bachelor-Fächern stehen die Chancen sehr gut, da die Hochschulen unter dem Druck der Verfahren oft Studienplätze zuteilen.

Wenn ein Gericht freie Studienplätze aufdeckt, bekomme ich automatisch einen Platz zugeteilt?

Die Vergabe dieser Studienplätze erfolgt meist im Losverfahren. Gelost wird, weil meist weniger Studienplätze ausgeurteilt werden, als Kläger vorhanden sind. In der Psychologie und Bachelor-Studiengängen können wir meist durch den Abschluss eines Vergleichs Zulassungen erwirken.

Wie hoch sind die Kosten solcher Verfahren?

Es entstehen Gerichts- und Anwaltskosten. Je nach Studiengang muss man mit mindestens 1.000 bis 7.000 Euro rechnen.

Gibt es Erfolgsstrategien?

Die oberste Devise lautet: Der Platz muss her. Ortswünsche können kaum berücksichtigt werden, vor allem in der Medizin. Wichtig ist eine breite Streuung der Verfahren. Wechseln kann man hinterher immer noch. Beim Bachelor ist die Klage jedoch auch bei begrenzter Anzahl Erfolg versprechend, hier genügt gegebenenfalls nur ein Verfahren, optimal sind drei bis fünf Verfahren.


Der UNICUM Experte:

René Pichon, Fachanwalt für Verwaltungsrecht und Spezialist für Studienplatzklagen aus Recklinghausen. Weitere Infos gibt's unter www.studienplatzklage-pichon.de

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