Psychologie studieren ohne NC Student
Psychologie studieren ohne NC ist an einer privaten Hochschule und im Ausland möglich. | Foto: Dusanpetkovic/Getty Images
Autor

11. Mär 2020

Marvin Kesper

Studium

Psychologie studieren ohne NC: So funktioniert's!

Inhaltsverzeichnis

  1. Zulassungsbeschränkungen
  2. Private Hochschulen
  3. Auslandsstudium
  4. Studieninhalte
  5. Alternative Ausbildungswege
  6. Berufsaussichten
  7. Überblick
  8. Sponsor

Psychologiestudium: Hohe Zulassungsbeschränkungen sind üblich 

Wenn du Psychologie studieren möchtest, musst du mit hohen Zulassungsbeschränkungen rechnen. Ein zu hoher NC beim Psychologiestudium und ein Eignungstest sind in den meisten Fällen genauso Standard, wie eine hohe Anzahl an Wartesemestern.

Hoher NC

Um Psychologie an einer öffentlichen Universität studieren zu können, benötigst du einen sehr guten Abiturschnitt. Da die Nachfrage an Studienplätzen für Psychologie sehr hoch ist und es nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen gibt, wurde für den Studiengang an öffentlichen Hochschulen ein Numerus Clausus (NC) eingeführt. Um Psychologie im Bachelor zu studieren, ist eine Zulassungsbeschränkung mit einem NC von 1,0 bis 1,4 üblich. Gerade in beliebten Städten, wie Düsseldorf oder Berlin, ist der NC sehr hoch. Dadurch ist eine hohe Anzahl an Wartesemester nicht unüblich. Es kann also sein, dass du einem durchschnittlichen Abiturschnitt mehrere Jahre auf deinen Studienplatz warten musst. Drei bis vier Jahre sind hier keine Seltenheit. Je länger du auf einen Studienplatz wartest, umso größer ist die Chance, dass du endlich einen Platz ergattern kannst. Es ist allerdings ein Irrglaube, dass pro Wartesemester der NC sinkt. Lediglich die Wartezeit wird bei deiner Bewerbung berücksichtigt. Der NC und dein Abiturschnitt werden von den Wartesemestern nicht beeinflusst. Du musst allerdings beachten, dass die Wartesemester nur angerechnet werden, wenn du in der Zwischenzeit nicht an einer anderen Hochschule eingeschrieben bist. Zusätzlich zur NC-Beschränkung gibt es an einigen Hochschulstandorten Losverfahren und Eignungstests.

Eignungstests

Die Eignungstests umfassen meist die Themengebiete schlussfolgerndes Denken, Mathematik, Englisch, Biologie und Psychologieverständnis und sollen überprüfen, ob du für ein Psychologiestudium geeignet bist. Mathematik?! Ja, genau! Das Psychologiestudium setzt Mathematik-Kenntnisse und Spaß an der Arbeit mit Zahlen voraus, da du viele Statistiken erstellen und verstehen musst. Aber keine Sorge: Im Laufe des Studiums wird dir alles gut erklärt und du musst keinen Mathematik-Leistungskurs gehabt haben, um beim Lernstoff mitzukommen.

Psychologie studieren ohne NC: private Hochschulen

Doch was ist, wenn dein Abiturschnitt nicht ausreicht und du keine Lust hast, mehrere Jahre auf einen Studienplatz zu warten? Deinen Traum vom Psychologiestudium musst du dann noch lange nicht begraben. Es gibt die Möglichkeit, an einer privaten Hochschule Psychologie zu studieren. Hier musst du zwar Studiengebühren bezahlen, dafür gibt es jedoch nur NC-freie Studiengänge und du kannst dich oft über kleinere Seminarkurse und eine angenehmere Arbeitsatmosphäre freuen. Das Besondere beim Zulassungsverfahren ist, dass die privaten Hochschulen ihr Verfahren selbst bestimmen dürfen und es so zu Unterschieden zwischen den Hochschulen kommen kann. In den meisten Fällen musst du ein Motivationsschreiben verfassen, in dem du beschreibst, wieso du dich ausgerechnet für ein Psychologiestudium bei ihnen entschieden hast, was deine Erwartungen sind und was du erreichen möchtest. Solltest du mit deinem Motivationsschreiben überzeugen, wirst du meist zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen oder musst in manchen Fällen auch einen Eignungstest absolvieren. Das Studium unterscheidet sich von den Inhalten nicht von einem Studium an einer öffentlichen Universität oder FH. Auch der Abschluss (Bachelor of Science) ist dem Bachelor-Abschluss an einer öffentlichen Universität absolut gleichwertig. Aufgrund der kleineren Lerngruppen wird außerdem mehr Wert auf die persönliche Entwicklung eines jeden Studierenden gelegt. Viele private Hochschulen setzen dabei auf innovative Lernkonzepte, die es dir ermöglichen, deinen eigenen Weg fürs Studium zu finden. So werden in den Vorlesungen oft neue Lernmethoden ausprobiert, um praxisorientierter zu arbeiten und klassischen Frontalunterricht zu vermeiden.

Empfehlenswerte Studiengänge

 

Psychologie im Ausland studieren

Wenn du nicht standortgebunden bist und zusätzlich auch noch Interesse an einem anderen Land hast, könnte das Psychologiestudium im Ausland etwas für dich sein. So kannst du in den meisten Fällen auch den hohen NC umgehen. Ausnahme ist die Schweiz: Hier wirst du nur an einer Hochschule angenommen, wenn du mit deinen Qualifikationen auch in Deutschland die Chance auf einen Studienplatz hättest. Das Gute ist, dass dein Abschluss dank der Bologna-Reform in ganz Europa gültig ist. Lediglich bei den Studieninhalten solltest du dich vorher erkundigen, ob sie auch auf deinen Wunschberuf abzielen. Einige ausländische Universitäten bereiten ihre Psychologiestudierenden nämlich nur auf die Arbeit in der Forschung und nicht in der Anwendung vor. 

Beim Studium im Ausland solltest du bedenken, dass es in einigen Ländern Studiengebühren gibt, die stark variieren können. In Tschechien, Schweden, Dänemark und Norwegen hast du Glück, denn hier gibt es keine Studiengebühren. In anderen Ländern kann ein Studium hingegen sehr teuer werden. Für ein Psychologiestudium in den Niederlanden musst du mit Studiengebühren von 2.000 Euro pro Jahr rechnen und in Italien kann es sein, dass du bis zu 3.000 Euro im Jahr zahlen musst. Sehr beliebt bei Studierenden ist ein Studium in Großbritannien. Jedoch ist studieren hier auch am teuersten. Pro Jahr kommen hier Kosten zwischen 11.350 Euro und 14.000 Euro auf dich zu. Du solltest also vorher die Studiengebühren und die Lebenshaltungskosten in dem Land checken, bevor du dich für ein Psychologiestudium im Ausland entscheidest. 


 Psychologie ohne NC studieren Ausland


Ablauf und Studieninhalte in Psychologie

Wenn du dich von den hohen Zulassungsbeschränkungen nicht einschüchtern lässt und trotzdem ein Psychologiestudium in Betracht ziehst, solltest du dich mit den Studieninhalten vertraut machen. 

In der Regel dauert ein Psychologiestudium sechs Semester. Im Verlauf deines Studiums durchläufst du verschiedene Grundkurse, in denen dir das methodische und wissenschaftliche Arbeiten beigebracht wird, wie zum Beispiel Statistik, Forschungsmethoden und Versuchsplanung. Darauf aufbauend belegst du Seminare, die dich durch komplexe Theorien und tiefergehende Konzepte führen. Ab dem dritten Semester kannst du dich außerdem durch verschiedene Schwerpunkte spezialisieren. Diese Schwerpunkte in der Psychologie gibt es: 

  • Allgemeine Psychologie
  • Angewandte Psychologie
  • Arbeitspsychologie
  • Biologische Psychologie
  • Differentielle Psychologie
  • Entwicklungspsychologie
  • Führungspsychologie
  • Gerontopsychologie
  • Gesundheitspsychologie
  • Klinische Psychologie
  • Medienpsychologie
  • Pädagogische Psychologie
  • Personalpsychologie
  • Rechtspsychologie
  • Sozialpsychologie
  • Sportpsychologie
  • Umweltpsychologie
  • Werbepsychologie
  • Wirtschaftspsychologie

Die meisten Psychologie-Studiengänge sehen außerdem verschiedene Praktika vor. So kannst du dein gelerntes Wissen in der Praxis anwenden und es weiter vertiefen. 

Alternative Ausbildungswege

Solltest du die Voraussetzungen für ein Psychologiestudium nicht erfüllen und Psychologie studieren ohne NC für dich auch nicht infrage kommen, dann gibt es einige alternative Ausbildungswege, die in dieselbe Richtung gehen. Beispielsweise kannst du dich direkt auf einen bestimmten Bereich der Psychologie spezialisieren und Medienpsychologie, Gesundheitspsychologie oder Sportpsychologie studieren. In diesen Fächern ist der NC meist nicht ganz so hoch und du hast etwas bessere Chancen, einen Studienplatz zu bekommen. Außerdem kannst du überlegen, ob du nicht lieber Betriebswirtschaftslehre mit einem psychologischen Schwerpunkt studieren möchtest. In dem Fall würdest du dich zwar eher in die wirtschaftliche Richtung entwickeln, der Psychologieaspekt kommt dabei allerdings auch nicht zu kurz. Darüber hinaus kannst du auch über ein Studium in sozialer Arbeit, Heilpädagogik und Soziologie nachdenken. 

Empfehlenswerte Studiengänge

 

Berufsaussichten als Psychologe /-in 

Mit einem Bachelor of Science in Psychologie ist der Berufseinstieg in die freie Wirtschaft zum Beispiel über ein Traineeship am besten geeignet. Damit kannst du den Einstieg in Bereiche wie Marketing, Personalwesen oder Unternehmensberatung schaffen. Möchtest du jedoch den "klassischen" Weg in die klinische Psychologie gehen und zum Beispiel Psychotherapeut /-in werden, solltest du an dein Bachelorstudium auch ein Masterstudium anhängen. Dabei musst du darauf achten, dass dein Masterstudium den Schwerpunkt klinische Psychologie beinhaltet. Durch dieses Studium erwirbst du das nötige Wissen, um eine Ausbildung zum Psychotherapeut /-in zu absolvieren. Hierzu bitte die aktuelle Rechtsprechung beachten.

Überblick: Psychologie studieren ohne NC

  • Psychologie hat an öffentlichen Hochschulen einen sehr hohen NC.
  • An einer privaten Hochschule kannst du Psychologie ohne NC studieren.
  • Der Abschluss an privaten Hochschulen und öffentlichen Hochschulen ist gleichwertig. 
  • Der Zugang zu privaten Hochschulen wird durch individuelle Bewerbungsverfahren geregelt.

 

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