Pro Contra duales Studium
Finde heraus, ob ein duales Studium das Richtige für dich ist | Foto: Thinkstock/Wavebreakmedia Ltd
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30. Mai 2016

Ann-Christin Kieter

Studium

Pro & Contra: Duales Studium

Die Vor- und Nachteile der Ausbildungsform

Vorteile eines dualen Studiums

  • Ein monatliches Gehalt: beim sogenannten ausbildungsintegrierten dualen Studium die tarifliche Ausbildungsvergütung (ca. 300–700 Euro, je nach Branche), beim praxisintegrierten dualen Studium durchaus mehr.
     
  • Die Chance zur Übernahme ist groß, mindestens 8 von 10 dualen Studierenden werden übernommen. Kein Wunder, schließlich investieren die Unternehmen viel.
     
  • Du hast keine lange Umstellung von der Theorie (Studium) zur Praxis wie "normale" Studierende hinterher. Du kannst das Gelernte direkt anwenden.
     
  • Neben systematisch-fachtheoretischem Wissen erlernst du automatisch wertvolle Soft Skills und bekommst viele Möglichkeiten, dich auszuprobieren.
     
  • Du hast einen relativ geregelten Tagesablauf, was für einige besser ist als das "In-den-Tag-hinein-Leben" an der Uni.

Nachteile eines dualen Studiums

  • Durch die Doppelbelastung kommen Hobbys oft zu kurz.
     
  • Du kannst das typische Studentenleben (z. B. Donnerstags-Partys) nicht testen.
     
  • Semesterferien gibt es nicht, in der vorlesungsfreien Zeit geht es ja in den Betrieb.
     
  • Du hast nur ganz normalen Urlaubsanspruch (min. 24, max. 30 Tage).
     
  • Du bist an dein Unternehmen gebunden und knüpfst keine Kontakte zu anderen (z. B. durch ein Praktikum).
     
  • Du kannst dir die Hochschule nicht aussuchen.
     
  • Du musst zwischen den beiden Lernorten pendeln oder sogar monatsweise eine Zweitwohnung nehmen.
     
  • Die Bewerbung erfolgt an zwei Stellen. Erst beim Betrieb, dann aber auch an der Hochschule. Sie darf frei entscheiden, wen sie zulässt.
     
  • Die Konkurrenz-Situation ist sehr groß, es wird eine echte Besten-Auslese betrieben.

Expertentipp zum dualen Studium

Barbara Hemkes vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB):

"Schaut euch genau an, wie das Studium aufgebaut ist und welchen Freiraum es euch lässt. Wichtig ist auch, wie eng die Hochschule und der Betrieb miteinander kooperieren. Wissen beide, wann die jeweils stressigen Zeiten sind, und stimmen Klausurphasen etc. darauf ab?

Und checkt unbedingt euren Vertrag genau. Müssen bei einem Abbruch z. B. die Studiengebühren zurückgezahlt werden? Es gibt auch Verträge, in denen steht, dass das Studium nur ermöglicht wird, wenn die Leute hinterher noch mindestens drei Jahre im Unternehmen bleiben.

Was passiert, wenn ihr das Studium abbrecht? Könnt ihr dann die Ausbildung zu Ende bringen? Diese Binde-Klauseln sind allerdings unzulässig."


Die wichtigsten Infos:

  • Voraussetzung: Hochschulzugangsberechtigung, also Abitur oder Fachhochschulreife.
  • Das Ausbildungsjahr beginnt am 01.08.
  • Branchen: auf der einen Seite hauptsächlich Ingenieur- oder IT-Berufe, auf der anderen kaufmännische/wirtschaftswissenschaftliche Berufe. Ein wachsender Bereich sind Pflege- und Gesundheitsberufe.

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