Ungewöhnliche Studiengänge
Du musst dich entscheiden: klassischer oder spezieller Studiengang? | Foto: Thinkstock/vadimguzhva
Autorenbild

06. Jun 2016

Merel Neuheuser

Studium

Klassische vs. spezielle Studienfächer

Tipps für die etwas andere Studienwahl

Die Auswahl an Studiengängen steigt

Und es gibt einiges zu entscheiden: Laut Hochschulrektorenkonferenz (HRK) gab es vor neun Jahren etwas mehr als 11.000 Studiengänge zur Auswahl, heute sind es über 18.000 – unter ihnen zahlreiche Spezialisten. Das fällt auf. Beispielsweise dem Wissenschaftsrat, der die extreme Fokussierung kritisierte und Hochschulen aufforderte, dafür zu sorgen, dass zumindest der Bachelor nicht auf spezifische Arbeitsbereiche vorbereiten solle.

Und auch am Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) ist dieser Trend nicht vorbeigegangen. "Wir wollten wissen, welche Bereiche das betrifft", sagt CHE-Projektmanager Cort-Denis Hachmeister. Das Fazit: Der enorme Zuwachs an Studiengängen betrifft nicht alle Fachbereiche. In der Medizin sei davon nicht wirklich etwas zu merken, bei den Geisteswissenschaften gibt es teilweise sogar einen Rückgang. "Aber bei einigen Fächern ist diese Entwicklung sehr deutlich, beispielsweise bei der Informatik. Früher gab es "Informatik" oder "Technische Informatik". Heute gibt es über 140 Studiengänge mit Informatik – etwa Bioinformatik, Medizininformatik oder Medieninformatik", so Hachmeister.

Ähnlich sei es bei den Wirtschaftswissenschaften, dabei entstehe die Spezialisierung entweder durch die Fokussierung auf einen Teilbereich oder durch die Zusammenlegung verschiedener Studiengänge, wie etwa "Wirtschaftsrecht" oder "Wirtschaftspsychologie".

Woran liegt der Spezialisierungs-Trend? Zum einen gibt es immer mehr Studenten, für die natürlich auch ein größeres Angebot geschaffen werden muss. Im Kampf um die zukünftigen Studenten betreiben aber auch die Hochschulen ein ausgeklügeltes Marketing. Sagen zu können, dass man die einzige Hochschule bundesweit ist, die genau diesen Studiengang anbietet, ist ein starkes Argument. "Und wir haben das Gefühl, dass es viele dieser Angebote auch früher schon als interne Differenzierung gab, sie heute aber als herausgestellt und zu eigenen Studiengängen gemacht werden", ergänzt Hachmeister.

Spezialisierung schon im Bachelor oder erst im Master?

Letzteres betrifft vor allem den Master, der ja ohnehin auf den allgemeineren Bachelor aufbaut. Für angehende Studenten stellt sich vor dem Bachelor und vor dem Master also gleich zweimal die Frage: lieber allgemein oder lieber speziell?

Genau diese Gedanken hat sich auch Student Renke Janshen gemacht, ehe er sich einschrieb. Das tat er zuerst im Bachelor "Wirtschaftswissenschaften" und schließlich im Master "Public Economics, Law and Politics". "Ich bin zu dem Entschluss gekommen, erst eine breite Basis im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich zu schaffen, um mich dann gemäß meiner Präferenzen im Master zu spezialisieren. Während meines Bachelor-Studiums hat sich mein Interesse für Fragestellungen im öffentlichen Sektor herauskristallisiert. Deshalb habe ich mich für einen Master entschieden, der mich auf die Arbeit in diesem Bereich vorbereitet."

Was sagen Studienberater zu dem Thema? "Beim Einstieg in die Arbeitswelt kann ein spezialisierter Master durchaus helfen", erklärt Ludger Lampen, Studienberater an der Ruhr-Universität Bochum. Lampen nennt als Beispiele "Product Management", "Sales Engineering" oder "Sales Management", die bei Arbeitgebern sehr gut ankämen. "Natürlich ist die Entscheidung aber immer eine Einzelfallsache". Recht hat er.


UNICUM Abi-Tipp

  • Wenn du noch mehr zur richtigen Studienwahl erfahren möchtest, was du beachten musst, wie du das passende Studienfach für dich findest, dann lies direkt hier weiter: abi.unicum.de/studienwahl
     
  • Unser Studienwahlportal UNICHECK hilft dir ebenfalls bei der Entscheidung: Unter unicheck.unicum.de findest du Infos zu 400 Hochschulen und 15.000 Studiengängen.

Artikel-Bewertung:

3.04 von 5 Sternen bei 149 Bewertungen.

Passende Artikel

Deine Meinung: