Praktikumszeugnis
Frag nach, wenn dir beim Praktikumszeugnis etwas unklar ist | Foto: Thinkstock/Katie_Martynova
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18. Mai 2015

Sabine Klüber

Praktikum

Das Praktikumszeugnis

Worauf muss geachtet werden?

Prakikumsbericht: Der Inhalt

"In einem einfachen Praktikumszeugnis sollten mindestens die Art der Tätigkeit, der Beginn und die Dauer des Praktikums festgehalten werden", sagt Stefanie Geyer, politische Referentin beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB).

Darüber hinaus gehört für die meisten Personalverantwortlichen eine Beurteilung der Leistungen ins Zeugnis: "Neben den Tätigkeitsschwerpunkten ist in unseren Zeugnissen in der Regel auch eine Beurteilung der fachlichen und überfachlichen Kompetenzen enthalten", erklärt Petra Reiner, Leiterin des Competence Center Personalentwicklung, Recruiting & Talent Management beim Maschinenbau-Konzern Schaeffl er.

In vielen Firmen wird außerdem das Sozialverhalten bewertet. Die sogenannten Soft Skills sind für viele Personaler ein Kriterium, das immer mehr an Bedeutung gewinnt. Unterzeichnet werden sollte das Zeugnis laut DGB vom Vorgesetzten. Insgesamt muss das Zeugnis mit Wohlwollen verfasst werden. Etwaige Unzufriedenheit des Arbeitgebers mit dem Praktikanten gehört nicht hinein.

Es gibt verschiedene Formen

Ein einfaches Zeugnis beziehungsweise einen Tätigkeitsnachweis, ohne ausführliche Beurteilung der Leistungen, erhalten Praktikanten bei Schaeffler, wenn ihr Einsatz im Unternehmen weniger als zwei Monate gedauert hat. "Erst nach einer längeren Praktikumsdauer ist aus unserer Sicht eine qualifizierte Beurteilung möglich", erklärt Petra Reiner.

In vielen Fällen wird ein Zeugnis als Fließtext abgefasst. Jedoch sind auch Skalen oder Punktetabellen üblich.

Dein Recht auf ein Zeugnis

Einen Anspruch auf ein qualifiziertes Zeugnis, in dem neben den Tätigkeitsbeschreibungen auch die Beurteilung der Leistung enthalten ist, hat jeder, erklärt DGB-Referentin Stefanie Geyer. Dabei sei es unerheblich, ob das Praktikum vorzeitig abgebrochen oder wie vereinbart abgeschlossen wurde. So sehen es auch die Experten aus der Praxis.

Ist der Praktikant mit Form oder/und Formulierungen seines Zeugnisses nicht einverstanden, hat er die Möglichkeit, über den Betriebs- oder Personalrat Änderungen zu erwirken. Ein Gespräch mit dem Vorgesetzten gilt hier allerdings als erstes Mittel der Wahl. Als letzte Konsequenz kann auch der Klageweg eingeschlagen werden, allerdings müsse dabei die Verjährungsfrist von drei Jahren beachtet werden, so DGB-Expertin Geyer.

Zeugnissprache

Bei Formulierungen wie "Frau XY hat mit außergewöhnlich großem Engagement mitgearbeitet", "Ihre Leistungen haben in jeder Hinsicht und in allerbester Weise unseren Erwartungen entsprochen" oder "Die ihr übertragenen Aufgaben erledigte sie stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" kann die Praktikantin davon ausgehen, dass sie einen sehr guten Eindruck hinterlassen hat, erklärt Bernd Wiegele, Geschäftsführer der BAG Badische Stahlwerke (BSW) Anlagenbau und Ausbildung GmbH.

Ein Klassiker, bei dem dagegen die Alarmglocken klingeln sollten, lautet: "Er oder sie hat sich stets bemüht." Auch wenn nur von "zufriedenstellenden Leistungen" gesprochen wird, waren die Vorgesetzten in der Regel eben nicht zufrieden.

"Es gilt der Grundsatz: Je ausführlicher und detaillierter, desto positiver ist ein Zeugnis", sagt Stefanie Geyer. "Enthält ein Zeugnis hingegen nur die allernotwendigsten Angaben, gibt es über den Mitarbeiter eben nichts Positives zu berichten."

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