Workcamps
Neben der Arbeit stehen Austausch und Spaß im Vordergrund | Foto: Thinkstock/william87
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16. Mai 2015

Svenja Friedrichs

Freiwilligendienste

Workcamps

Zeit für Soziales

Workcamps sind Organisationen, bei denen internationale Jugendliche zusammenkommen, gemeinsam in kleinen Gruppen arbeiten und sich sozial engagieren. Dies geschieht meistens in einem Zeitraum von zwei bis vier Wochen, in denen Projekte mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten bearbeitet werden. Die Camps finden auf der ganzen Welt statt und es können sich Jugendliche jeder Nation dazu anmelden. Das Alter liegt meistens bei achtzehn Jahren. Mit Einwilligung der Eltern, bieten manche Camps auch eine Teilnahme ab Sechzehn an.

Es gibt die unterschiedlichsten Schwerpunkte, sodass jedes Interessengebiet angesprochen wird. Die verschiedenen Organisationen bieten Projekt von der Hilfe beim Naturschutz über die Renovierung von Gedenk- und Bildungsstätten bis hin zum Tierschutz und Tätigkeiten im sozialen Bereich, wie Kinder-, Alten- und Behindertenbetreuung an. Der Einsatz bei den Projekten ist auf freiwilliger Basis und dient dem Gemeinnutzen. Aufgrund der Internationalität ist die Hauptsprache innerhalb der Camps Englisch. Oft werden vor Projektbeginn Workshops angeboten, in denen die Teilnehmer darauf vorbereitet werden, was sie erwartet. Hier besteht auch die Möglichkeit, die andern Freiwilligen schon mal kennenzulernen.

Als Team geht's durch das Projekt

Durch die unterschiedlichen Nationalitäten, die in einer Gruppe zusammenkommen, können die Reisekosten von den Anbietern nicht immer übernommen werden. Auch die Organisation der Anreise bleibt den Freiwilligen selbst überlassen. Die Unterkünfte sind einfach gestaltet, es können Turnhallen sein oder aber man schläft im Zelt. Über die ganze Campzeit hinweg steht Selbstverpflegung auf dem Plan. Entweder wird gemeinsam gekocht oder die Teilnehmer wechseln sich untereinander ab, auch das Einkaufen muss geplant werden. Das Budget wird von der Organisation vorgegeben.

Die Hauptverantwortlichen sind die Campleiter, die meistens ein ähnliches Alter wie die Teilnehmer haben. Ihre Aufgabe ist es, die Freizeitangebote vorzubereitet, das Budget für die Projektzeit einzuteilen und sich darum zu kümmern, dass das Projekt ordentlich bearbeitet wird. Auf den Posten des Campleiters kann man sich über die Homepage der jeweiligen Organisation bewerben. Eine Grundvoraussetzung ist die Volljährigkeit, ansonsten solltest du gut mit Menschen umgehen und die Leitung und Verantwortung eines Teams übernehmen können. Für die Teamleiter werden die Kosten von den Anbietern übernommen.

Die verschiedenen Organisationen vermitteln an Projekte innerhalb Deutschlands und im Ausland. Die Kosten für die Vermittlung in deutsche Workcamps belaufen sich auf 40 bis 100 Euro, abhängig von Organisation und Projekt. Die Unterkunft und Verpflegung ist für die Teilnehmer frei. Im Inland finden sich auch Projekte, bei denen man bereits mit sechzehn Jahren teilnehmen kann. Im Ausland hängen die Kosten stark von den Anbietern ab. Bei manchen gibt es Teilnahmegebühren von über 1000 Euro, dafür sind Ab- und Anreise in den Kosten enthalten. Bei anderen Organisationen liegen die Gebühren um die 100 Euro, allerdings ohne die Reisekosten. Unterkunft und Verpflegen wird auch außerhalb Deutschlands von der Organisation übernommen.

Die Projekte

Es gibt viele verschiedene Projektarten, an vielen verschiedenen Orten. Es werden Freiwillige auf der ganzen Welt gesucht. Es ist wichtig mit der entsprechenden Ernsthaftigkeit an die Bearbeitung zu gehen, da teilweise viel davon abhängt.

Du kannst zum Beispiel bei der Förderung benachteiligter Dorfkinder im westlichen Himalaya (Indien) helfen. Zu den Aufgaben gehören die Freizeitgestaltung und -betreuung sowie das Unterrichten der englischen Sprache. (mehr Infos unter www.nothelfer.org)  Oder gehe nach Albanien und helfe bei der Renovierung eines Kindergartens, der längst baufällig und viel zu klein ist. (mehr Infos unter www.bauorden.de)

Eine ganz andere Aufgabe hast du beim Umweltschutz in Nordirland. Es werden Blumen- und Gemüsebeete angelegt, Wege befestigt, Müll von Dünen entsorgt und vieles mehr. (mehr Infos unter www.workcamps.kolping.de) Wenn das Ausland nichts für dich ist, dann kannst du in Sachsenhausen bei der Erhaltung und Instandsetzung des Holocaust-Denkmals helfen, die Gärten drum herum pflegen und vom Müll befreien. Nebenbei lernst du mehr über den Holocaust und National Sozialismus in Deutschland. In der ganzen Projektzeit wird natürlich nicht nur gearbeitet. Du lernst neue, internationale Freunde kennen und kannst mit ihnen die Freizeit verbringen. (mehr Infos unter www.asf-ev.de/sommerlager)

Ein Workcamp ist eine gute Möglichkeit, um kurze Zeitabschnitte zu überbrücken. In den Ferien oder nach dem Abitur. Zusätzlich macht sich Soziales Engagement gut in deinem Lebenslauf.


Die verschiedenen Organisationen

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