Freiwilligendienst in Norwegen
Gegen die Kälte hilft ein stilechter Norwegerpulli | Foto: Thinkstock/Ivan Kopylov
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04. Apr 2013

Janina Finkemeyer

Freiwilligendienste

Freiwilligendienst in Norwegen

-ARCHIV-

Ein Erlebnisbericht über das Abenteuer in Skandinavien

Land und Leute kennenlernen

Nach dem Abi erst mal weg von zu Hause und die Welt entdecken? Besonders hoch im Kurs stehen Work & Travel-Programme in Australien oder Neuseeland und ein Jahr als Au Pair in den USA. Freiwilligendienste in Norwegen sind nicht so populär, aber es gibt sie! Ihr könnt zum Beispiel den Anderen Dienst im Ausland (ADiA) absolvieren. Dies ist bei verschiedenen Vereinen möglich. Eine Übersicht findet ihr unter www.fsj-adia.de. Die Veranstalter TravelWorks und Stepin bieten Farmarbeit in Norwegen an. Die Organisation AFS ermöglicht die Freiwilligenarbeit in Büros in Norwegen.

Während des Aufenthalts wohnt ihr in der Regel in Gastfamilien und habt freie Kost und Logis. Wenn ihr direkt bei eurer Familie arbeitet, werdet ihr automatisch in das Familienleben integriert und lernt schnell die norwegische Kultur kennen. Aber auch wenn ihr auswärts in einer sozialen Einrichtung beschäftigt seid, ist es wichtig, dass ihr euch zu Hause nicht nur die ganze Zeit in eurem Zimmer verkriecht. Versucht ein Teil des Familienlebens zu werden. So könnt ihr Land und Leute am besten kennenlernen. 

Allgemeine Infos zu den Voraussetzungen, dem Ablauf und der Finanzierung von Freiwilligendiensten im Ausland findet ihr unter: Freiwilligendienste im Ausland

Eisige Kälte und beeindruckende Naturschauspiele

David Wigand hat das Abenteuer Norwegen bereits gewagt. Im tiefen Winter ging er mit Anfang 20 für zwei Monate in den hohen Norden. Er wohnte und arbeitete bei einer Gastfamilie in Trøndelag in Mittelnorwegen. Zu seinen täglichen Aufgaben gehörten die Betreuung der vier kleinen Kinder und das Holzfällen. Was er dabei alles erlebte, schildert er in seinem Buch "Elchtest in Norwegen: Ein Winter irgendwo in Trøndelag".

Vor dem Beginn seines Studiums wollte er noch etwas erleben. Seine Grenzen austesten. Deswegen entschied er sich für einen Winter in Norwegen. Eisige Kälte und hoher Schnee bestimmten seinen Alltag in zwei Monaten Freiwilligendienst. Von der Abreise bis zum Wiedersehen mit seiner Familie in Deutschland ist man als Leser jederzeit hautnah dabei. Ob Wanderungen durch die unendlichen Weiten der norwegischen Provinz, Begegnungen mit Elchen und Rentieren oder faszinierende Naturereignisse wie Polarlichter – durch die detaillierte Schilderung hat man manchmal das Gefühl, alles selbst erlebt zu haben.

Doch es gab für David nicht nur rosige Zeiten. Da nimmt er kein Blatt vor den Mund. Es ist nicht immer einfach in einem fremden Land, bei einer fremden Familie, weit weg von zu Hause eine Art Mädchen für alles zu sein."Natürlich darf man gerade im Winter die Kälte nicht unterschätzen. Außerdem kann die Dunkelheit ganz schön aufs Gemüt schlagen. Ich würde also nur nach Norwegen gehen, wenn ich physisch und psychisch fit bin.", rät er im Gespräch mit UNICUM Abi.

"Bei sieben Wochen Holzfällen kann man schon an seine Grenzen kommen. Dabei meine ich vor allem, dass man sich fragt, wozu man eigentlich so lange hier ist, wenn man jeden Tag mehr oder weniger das gleiche macht. Außerdem hat es zwei Wochen lang nur geregnet, was das Holzfällen nicht spaßiger gemacht hat. Trotzdem war es die Erfahrung auf jeden Fall Wert."


UNICUM Abi Buchtipp

Für alle, die mehr über das Leben in Norwegen erfahren möchten oder nach dem Abi einen Freiwilligendienst im Ausland planen, ist das Buch auf jeden Fall lesenswert. Nicht nur die Erzählung, sondern auch die zahlreichen Bilder machen Lust auf einen Trip in den hohen Norden.

David Wigand, "Elchtest in Norwegen: Ein Winter irgendwo in Trøndelag", traveldiary.de Verlag, 2012

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