Freiwilligendienst Europäisches Solidaritätskorps
Die Projekte, bei denen du als Teil des Europäischen Solidaritätskorps mitwirkst, sind sehr verschieden. | Foto: Julia Stepper/Unsplash
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19. Feb 2019

Marie Menke

Freiwilligendienste

Europäisches Solidaritätskorps: Freiwillig engagieren in Europa

Warum ausgerechnet Solidaritätskorps?

Freiwilligendienste gibt es viele: Staatlich gefördert sind innerhalb von Deutschland zum Beispiel das Freiwillige Soziale Jahr und der Bundesfreiwilligendienst. Aber auch außerhalb von Deutschland ist es möglich sich zu engagieren – beispielsweise für den Zusammenhalt der EU: Im September 2016 hat Jean-Claude Juncker, der Präsident der Europäischen Kommission, in seiner Rede zur Lage der Union davon gesprochen, dass Solidarität und Zusammenhalt für Europa enorm wichtig sind. Um diese Verbundenheit weiter zu stärken hat die EU inzwischen ein neues Programm geschaffen: das Europäische Solidaritätskorps.

Das Besondere daran? Weil das Programm von der Europäischen Union organisiert wird, machen nicht nur junge Menschen aus Deutschland, sondern auch Leute aus der ganzen EU und einigen Ländern darüber hinaus mit! Das macht das Programm fair, weil es vielen offensteht. Außerdem sorgt es dafür, dass du dich im Ausland engagieren und vor Ort auch junge Leute aus vielen verschiedenen Ländern kennen lernen kannst, die dasselbe machen, wie du.

Europäisches Solidaritätskorps: In welchen Projekten kann ich mich engagieren?

Die Teilnahme am Europäischen Solidaritätskorps kann ganz unterschiedlich aussehen. Nur eine Möglichkeit: der Freiwilligendienst. Er dauert zwischen zwei und zwölf Monaten. Ob du die Erzieher eines Kindergartens in Polen unterstützt, in einem Aufnahmezentrum für Asylsuchende in Italien aushilfst oder dich in Portugal gegen Plastikmüll einsetzt: Die Projekte, in denen du so einen Freiwilligendienst machen kannst, sind sehr verschieden. Unterschiedlich ist auch, wo du wohnst – ob bei einer Gastfamilie oder mit anderen Freiwilligen in einer WG. Du wirst dabei unterstützt, eine Unterkunft zu finden, oder dir wird eine Unterkunft gestellt.

Es gibt noch weitere Bereiche des Europäischen Solidaritätskorps: Über das Programm werden außerdem Freiwilligenteams von zehn bis vierzehn Leuten unterstützt, die für eine Dauer von zwei Wochen bis zwei Monaten ein Projekt – wie zum Beispiel eine Begegnung zwischen Jugendlichen aus verschiedenen Ländern – umsetzen. Solche Teams werden aber meist von Organisationen koordiniert. Als Einzelperson bedeutet es demnach mehr Aufwand. Dafür kannst du im Internet nachsehen, ob eine Organisation in nächster Zeit ein Projekt startet, das dich interessiert und dem du dich anschließen kannst.

Als Team ist man auch bei den vom Europäischen Solidaritätskorps unterstützen Solidaritätsprojekten unterwegs: Mindestens fünf Leute organisieren dabei kleinere lokale Veranstaltungen, wie zum Beispiel einen interkulturellen Spieleabend.

Und nicht zuletzt: Das Europäische Solidaritätskorps fördert auch Praktika und Jobs.

Was das alles gemeinsam hat: Du engagierst dich immer in gemeinnützigen Projekten. Das bedeutet, dass es nicht darum geht, möglichst viel Geld zu verdienen, sondern etwas zum Wohlergehen aller beizutragen!

Was bringt mir so eine Teilnahme am Europäisches Solidaritätskorps ?

Die Teilnahme ermöglicht dir, etwas zu lernen, das dir Klassenzimmer und Hörsaal nicht beibringen können: Stattdessen geht es darum, anzupacken – egal ob in einem Jugendzentrum oder auf einem Bio-Bauernhof. Dabei kannst du neue Fähigkeiten und Kenntnisse sammeln und außerdem deine Sprachkenntnisse verbessern. Damit du dein Engagement auch nachweisen kannst, etwa für Bewerbungen und Vorstellungsgespräche, bekommst du am Ende ein Zertifikat ausgestellt, den sogenannten Youthpass.

Bei den Trainings, die während deines Einsatzes stattfinden, und bei der täglichen Arbeit kannst du außerdem Freiwillige aus ganz Europa und darüber hinaus kennen lernen und neue Freundschaften knüpfen. Und falls es dich danach wieder ins Ausland zieht: Wie ließe sich eine zukünftige Europareise besser organisieren, als bei Freunden in verschiedenen Ländern zu übernachten?

Nicht zuletzt ist dein Einsatz für dich kostenlos: Zwar verdienst du kein Geld, aber die Kosten für deine An- und Rückreise sowie für Unterkunft, Verpflegung und Versicherung werden übernommen. Ein Einsatz ist also auch mit kleinem Geldbeutel gut möglich.


Europäisches Solidaritätskorps Einsatzstellen


Wer kann sich überhaupt für das Europäische Solidaritätskorps bewerben?

Um sich bewerben zu können, musst du vor allem zwei Kriterien erfüllen: Zum einen musst du zwischen 18 und 30 Jahre alt sein. Mit 17 Jahren kannst du dich zwar bereits bewerben. Bei deiner Ausreise musst du jedoch 18 Jahre alt sein.

Das zweite Kriterium ist dein Wohnort. Dabei musst du aber nicht zwingend in der EU wohnen: Auch junge Menschen aus einigen Partnerländern können teilnehmen, darunter zum Beispiel Russland, einige Länder des Nahen Ostens und Notafrikas sowie Länder des Balkans.

Je nachdem für welches Projekt du dich bewirbst, kann es sein, dass das jeweilige Projekt noch weitere Kriterien aufstellt: Ein Kindergarten wird sich zum Beispiel darüber freuen, wenn du schon Erfahrung mit Babysitten hast. Auch wenn du bereit bist, zuvor schon einmal einige Sätze in der Landessprache zu lernen, kann das helfen. Generell musst du aber keine Qualifikationen mitbringen – sondern vor allem Motivation und Lust, etwas zu bewegen.

Wie funktioniert die Bewerbung?

Um dich zu bewerben, registrierst du dich im ersten Schritt bei der Datenbank auf der Webseite des Solidaritätskorps. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder kontaktiert dich eine Aufnahmeorganisation, weil sie dein Profil interessant findet und auf der Suche nach Freiwilligen ist, die sie unterstützen. Oder du schaust dich eigenständig nach Aufnahmeorganisationen um, die dich interessieren, und fragst nach, ob sie in der nächsten Zeit Freiwillige aufnehmen werden.

Falls ja, werden sie dich vermutlich darum bitten, dass du ihnen deinen Lebenslauf und ein Motivationsschreiben zuschickst. Darin kannst du erklären, warum dich ausgerechnet das Projekt interessierst, was du während deines Freiwilligendienstes lernen möchtest und wie du dich in dem Projekt einbringen kannst. Je nachdem wie aufwendig die Organisation den Bewerbungsprozess gestaltet, kann es auch sein, dass du einen Fragebogen ausfüllen oder dich bei einem Skypegespräch vorstellen sollst. Für dich ist das auch eine gute Möglichkeit, um rauszufinden, ob die jeweilige Organisation zu dir passt!

Weil der Bewerbungsprozess aber recht lang und kompliziert ist, kannst du dir Unterstützung von einer Entsendeorganisation in Deutschland holen: Davon gibt es ganz viele. Eine davon ist beispielsweise die Organisation Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd). Solche Entsendeorganisationen kümmern sich nach der Zusage nicht nur um deine Vorbereitung und den Papierkram, sondern organisieren auch Vorbereitungsseminare und können dich dabei unterstützen, einen Platz in einem Projekt zu finden, das zu dir passt.

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