Bundespolizist werden
Bei der Bundespolizei ist kein Arbeitstag wie der andere | Foto: Bundespolizei
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26. Jan 2018

Sabine Neumann

Ausbildung

Wie wird man eigentlich... Bundespolizist?

Bundesbereitschaftspolizist Dennis Goldbeck im Interview

Der Arbeitsalltag bei der Bundespolizei ist vielfältig

UNICUM: Wie bist du zur Polizei gekommen?
Dennis: Schon während meiner Schulzeit war ich sehr sportlich. Ich wollte immer in einem Team arbeiten und keinen Bürojob machen. Nach meinem Abitur habe ich dann eine Ausbildung beim Bundesgrenzschutz absolviert.

Wie ging es für dich beruflich weiter?
Nach bestandener Prüfung war ich ausgebildeter Polizeivollzugsbeamter (so der offizielle Titel, Anm. d. Red.) und ging zur Bundespolizei am Frankfurter Flughafen. Dort war ich sieben Jahre lang Gruppenleiter mit etwa sieben Mitarbeitern.

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Bundesbereitschaftspolizisten aus?
Ganz unterschiedlich – je nach Einsatzort in Deutschland: Wir unterstützen andere Bundespolizeidienststellen an der Grenze, auf Bahnhöfen und Flughäfen. Am häufigsten werden wir bei Großveranstaltungen wie Demonstrationen oder Fußballspielen, eingesetzt. Aber auch Einsätze aus besonderem Anlass, wie z. B. Wohnungsdurchsuchungen, gehören zu unseren Aufgaben. 

"Wir passen aufeinander auf."

Hast du einen Chef? 
Je nachdem, in welchem Bereich man arbeitet, haben die Vorgesetzten unterschiedliche Bezeichnungen wie Einsatzleiter, Gruppenleiter oder Inspektionsleiter.

Wie läuft ein Einsatz ab? Gibt es vorab eine Einsatzbesprechung?
Ja, natürlich. Es gibt immer einen schriftlichen Einsatzbefehl, danach folgt eine Einsatzbesprechung. Bei einem Bundesligafußballspiel zum Beispiel, ist dies viele Stunden vor Anstoß der Fall. Wir besprechen dann im Team die Örtlichkeiten, die Reisewege der Fans und eventuelle Risiken. Jede Gruppe von uns bekommt dann unterschiedliche Aufgaben zugeteilt.

Worauf musst du bei Einsätzen besonders achten?
Bei einem Bundesligafußballspiel muss ich beispielsweise die anreisenden Fußballfans beobachten und darauf achten, dass keine Straftaten verübt werden, sodass unbeteiligte Reisende nicht gefährdet werden. Als Gruppenführer muss ich auf meine Kollegen und mich achten – dies tut aber jeder in einer Einheit. Wir passen aufeinander auf.

Bundespolizei Einsatz

Bundespolizist: Der Beruf ist nicht ungefährlich

Ist dein Polizeiberuf sehr gefährlich?
Eine gewisse Gefährdung gibt es durchaus. Auf diesen Beruf werden wir aber gründlich vorbereitet, lernen Angriffe abzuwehren, mit unseren Einsatzmitteln umzugehen, nehmen regelmäßig an Aus-und Fortbildungen teil und tragen bei besonderen Einsätzen auch eine Schutzausrüstung.

Von wem gibt es Unterstützung? 
Stellt sich ein Einsatz plötzlich als gefährliche Situation heraus, können wir jederzeit unseren Vorgesetzten über Funk ansprechen, der dann entsprechende Entscheidungen trifft.
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Was ist für dich eine Herausforderung im Arbeitsalltag?
Die unterschiedlichen Aufgaben sind immer wieder sehr interessant. Man kann Hundeführer werden, zur Reiterstaffel gehen, Auslandseinsätze übernehmen und vieles mehr. Oder auch später Polizeipressesprecher werden – so wie ich. Kein Tag ist wie der andere.

Welches Erlebnis ist dir als Bundesbereitschaftspolizist in besonders guter Erinnerung geblieben?
Das sind eigentlich verschiedene Ereignisse: Immer dann, wenn völlig fremde Menschen plötzlich in Notsituationen Hand in Hand arbeiten, ist das ein sehr gutes Gefühl. Wie zum Beispiel beim Katastrophenschutz oder beim G20-Einsatz in Hamburg. Hier haben uns die Bürger mit Kaffee, Tee oder Kuchen versorgt. Wir haben viel Rückhalt und Anerkennung für unsere Arbeit erhalten. Das bleibt einem in Erinnerung.


Zur Person Dennis Goldbeck (35), Polizeivollzugsbeamter

Bundespolizei Dennis Goldbeck

Dennis Goldbeck absolvierte nach seinem Abitur von 2002 bis 2005 eine Ausbildung beim damaligen Bundesgrenzschutz, heute Bundespolizei. Danach ging es für ihn zur Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt/Main. Anschließend war er drei Jahren als Gruppenführer in einer Einsatzhundertschaft der Bundesbereitschaftspolizei. Seit 2015 ist der Polizeivollzugsbeamte Pressesprecher bei der Bundesbereitschaftspolizei Fuldatal.

Junge Leute, die sich für diesen Beruf interessieren, sollten Teamgeist, Disziplin, Belastbarkeit und Einsatzbereitschaft mitbringen. Nicht zu vergessen sind auch die Wechselschichten mit Tag und Nachtdienst sowie sportliche Fähigkeiten.  

Kurz & Kompakt: Karriereweg Bundesbereitschaftspolizei 

Es gibt den mittleren, den gehobenen und den höheren Polizeivollzugsdienst. Die Ausbildung dauert in der Regel zweieinhalb bis drei Jahre und schließt mit einer Prüfung ab. Wer sich dafür interessiert, muss zuvor verschiedene Einstellungstests inklusive ärztlicher Untersuchung absolvieren.

Voraussetzungen sind unter anderem:

  • Realschule bzw. Fachabitur/Abitur
  • Deutsche/r im Sinne des Art.116 Grundgesetz oder eine andere EU-Staatsangehörigkeit
  • Polizeitauglichkeit/sportlich fit
  • Fahrerlaubnis Klasse B
  • Schwimmpass
  • Keine Vorstrafen 
  • keine sichtbaren Tätowierungen

Mehr Infos zum Beruf des Bundespolizisten und zu den Einstellungsvoraussetzungen findest du auf der Webseite der Bundespolizei.

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