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03. Nov 2017

André Gärisch

Ausbildung

Neue Ausbildung im Online-Handel: E-Commerce-Kaufleute auf dem Vormarsch

Die Nachfrage nach Know-how im Bereich E-Commerce ist groß

Die Digitalisierung hat unser gesamtes Leben auf den Kopf gestellt. Wir tippen auf ein rundes grünes Symbol mit Hörer, um uns anschließend auszutauschen. Wir öffnen das kleine, weiße "f", um Bilder zu posten, die wir früher ins Fotoalbum eingeklebt haben. Und wenn uns die neue Jeans eines trendigen Labels aus Tokio gefällt, dann reicht ein Klick – schnell trifft Stoff auf Hüfte, vor dem Spiegel dann der Check: Daumen hoch oder runter. Passt nicht? Retoure-Aufkleber drauf, ab zur Post, nächstes Piece anvisiert.

Um Prozesse des Online-Handels noch schneller und reibungsloser zu gestalten, gibt es ab 2018 einen neuen Ausbildungsberuf, der insbesondere Gymnasiasten und Realschülern offensteht: E-Commerce-Kaufmann/-frau.

"Mittlerweile werden zehn Prozent des Gesamtumsatzes im Einzelhandel online erzielt", erklärt Katharina Weinert, Abteilungsleiterin Bildungspolitik und Berufsbildung vom Handelsverband Deutschland (HDE). Neben reinen Online-Händlern erweitern immer mehr "klassische" Firmen, etwa aus der Mode-, Möbel-, Versicherungs- oder Tourismusbranche, ihre Absatzkanäle ins Virtuelle.

Durch die veränderten Anforderungen an das Personal entstand eine Nachfrage nach innovativem Know-how, sodass der HDE in Absprache mit wichtigen Marktteilnehmern die dreijährige duale Ausbildung ins Leben rief. Die Auszubildenden lernen beispielsweise, welche Online-Vertriebskanäle zum jeweiligen Unternehmen passen, wie sie bewirtschaftet werden müssen, wie eine gute Beratung abläuft und wie mit Datensätzen von Zulieferern und Kunden umzugehen ist.

Auszubildende sollten sich für Online-Trends begeistern

Der neue Job kommt gut an, freut sich Weinert: "Die Resonanz ist überwältigend. Eltern und Schüler rufen bei mir an und fragen, wann und wo eine Bewerbung möglich ist. Wir rechnen mit 1.000 Azubis im ersten Jahr." Einige Unternehmen wie Otto, Media Markt, Saturn, Real oder Globetrotter hätten bereits Ausbildungsplätze ausgeschrieben, andere seien auf dem Weg dahin, Initiativbewerbungen gerne gesehen.

Der neue Ausbildungsberuf werde bundesweit angeboten, die Berufsschulen konzentrieren sich aber zu Beginn auf Großräume wie Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig, Hannover oder Stuttgart. "Wichtige Voraussetzungen sind eine Begeisterung für Online-Trends, Freude am Vermarkten und Verkaufen, Kommunikationsstärke, Interesse an betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen und logisches Denken", zählt Weinert auf.

Die Digitalisierung verändert die Berufswelt

Im Unterschied zum E-Commerce umfasst E-Business neben dem Einkauf und Verkauf von Waren und Dienstleistungen Kommunikation, Kollaboration, Information, Datenaustausch, Dokumentenmanagement, Rekrutierung und andere Prozesse. Weinert merkt an, dass aktuell keine weiteren Ausbildungsberufe im E-Business geplant seien. Ohnehin verkörpert der E-Commerce-Kaufmann den ersten komplett neuen Ausbildungsberuf seit zehn Jahren.

Allerdings bietet die Brandenburgische Technische Universität Cottbus den Studiengang eBusiness an. Dort werden zukünftige Digital-Manager darauf vorbereitet, internetbasierte Organisationsabläufe zu gestalten, Geschäftsmodelle im Web aufzubauen und Online-Marketingkonzepte zu entwerfen. Die Dozenten stammen unter anderem aus den Bereichen Web-Analytics, Shop-Design oder Multi-Channel-Management.

Die weitergehende Vernetzung der Welt forciert die Anpassung existierender Ausbildungen und die Entwicklung völlig neuer Berufsbilder. Das "Smart Home" besteht aus Geräten und Objekten, die mitdenken und aufeinander reagieren. Haustechniker, Elektriker und Beschäftigte der Baubranche haben sich daher verstärkt mit intelligenten Systemen auseinanderzusetzen. Ausbildungsinhalte ändern sich auch für den KFZ-Mechatroniker, da Echtzeitinformationen aus dem Verkehr übertragen und Hybrid-Autos den Asphalt erobern werden.

Die Schattenseiten der Digitalisierung beschreiben Erik Brynjolfsson und Andrew McAfee in ihrem Bestseller "The Second Machine Age". Sie befürchten, dass Robotik und Künstliche Intelligenz menschliche Arbeit überflüssig machen werden. Besonders manuelle Routinetätigkeiten in Bereichen wie Verwaltung, Fertigung oder Qualitätskontrolle seien betroffen. Berufe, die fachlich höhere Anforderungen stellen, werden im Mittelpunkt stehen, etwa der Datenanalyst, von "Harvard Business Review" zum attraktivsten Beruf des 21. Jahrhunderts gekürt, oder der Roboterkoordinator, der auf Störungen und Fehlersignale der blechernen Helfer reagiert.

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