Logistik Jobs
"Containerhafen" ist oft die erste Assoziation beim Gedanken an Logistik | Foto:Unsplash/chuttersnap
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04. Mai 2018

Simone Zettier

Ausbildung

Logistik? Na logo! Karriere in der Logistik-Branche

Logistik-Job 1: Gefahrgutbeauftragte

Was machen die? Es müssen nicht nur "harmlose" Waren transportiert werden, sondern auch gefährliche. Und dafür gibt es Experten, die die Fracht analysieren, Sicherheitsüberprüfungen durchführen und die Abläufe überwachen. Gefahrgutbeauftragte überprüfen die Arbeitssicherheit, bieten Schulungen für Mitarbeiter an, erstellen Infobroschüren und stellen Maßnahme-Pläne für den Notfall auf.

Wie wird man das? Ausbildung im Bereich Spedition/Logistik oder ein entsprechendes Studium (denkbar sind auch Chemie oder Ingenieurwesen) plus Zusatzqualifikation der Industrie- und Handelskammer zur "Fachkraft für Gefahrengut/Arbeitssicherheit"

Und die Zukunftsaussichten? Da der Transport von entzündbaren Stoffen wie Benzin oder Rohöl leicht zunimmt, sind Experten weiterhin gefragt.

Gut zu wissen: Der Großteil des Gefahrguts wird im Straßenverkehr befördert, danach folgen Bahn und Schifffahrt.

Logistik-Job 2: Supply Chain Manager (SCM)

Was machen die? SCM koordinieren die Logistikprozesse innerhalb eines Unternehmens, verbinden es mit Kunden und Lieferanten und erstellen maßgeschneiderte Lösungen für diese. Sie wissen über jeden Schritt der Wertschöpfungskette (Supply Chain) Bescheid und sorgen dafür, dass die Prozesse effizient ablaufen.

Wie wird man das? Am besten über ein Studium im Bereich BWL oder Logistik und/oder einen speziellen Supply-Chain-Management-Master. Manche SCM starten aber auch zunächst im Vertrieb, Einkauf oder in der Produktion eines Unternehmens.

Und die Zukunftsaussichten? Vor dem Hintergrund der Globalisierung sind sie weiterhin rosig.

Gut zu wissen: Das Beispiel Nutella zeigt, was SCM alles im Blick haben müssen: Ferrero lässt die Nüsse aus der Türkei kommen, Schokolade aus Afrika, das Palmöl aus Malaysia, das Vanillin aus Frankreich und den Zucker aus Brasilien.

Logistik-Job 3: Klarierungsagenten

Was machen die? Klarieren (aus der Seemannssprache) bedeutet "klarmachen" und beschreibt die Aufgaben schon ganz gut. Sie sind die ersten, die nach Einlaufen des Schiffes an Bord gehen, und die letzten, die von Bord gehen, wenn der Hafen verlassen wird. Klarierungsagenten halten engen Kontakt zu der Schiffscrew, den Lotsen, Schleppern und verschiedenen Behörden und sorgen für das reibungslose Be- und Entladen der Schiffe.

Wie wird man das? Man muss eine dreijährige Ausbildung zum/zur Schifffahrtskaufmann/-frau absolvieren. Absolute Pflicht sind ein Führerschein, fortgeschrittene Englisch- und PC-Kenntnisse sowie kaufmännisches Handeln und Denken.

Und die Zukunftsaussichten? Sind positiv! Die wenigen, die Klarierungsagenten, die es momentan gibt, sind stark gefragt.

Gut zu wissen: Mehr Schifffahrt an Land (im Büro oder an Bord) geht nicht – perfekt für alle, die an der Seekrankheit leiden, die aber trotzdem in der Schifffahrtsbranche arbeiten möchten.


Link-Tipp: unicheck.de/logistik-studieren


5 Fragen an Jahr Mohr, Sachbearbeiter im Customer Service (Import & Export) bei DB Schenker

Jan Mohr (27) wollte nach dem Abi in die Logistikbranche, weil sein Papa – Kraftfahrer – immer viel Spannendes zu erzählen hatte. Seine Ausbildung bei der Elsped GmbH, einer Tochtergesellschaft von DB Schenker, hat Jan 2014 abgeschlossen.

UNICUM ABI: Jan, was macht für dich den Reiz deiner Arbeit aus?
Jan MohrMein Berufsschullehrer hat immer gesagt: Als Spediteur ist man der Zehnkämpfer unter den Kaufmännern. Man muss in allen kaufmännischen Sparten etwas können und kein Tag gleicht dem anderen. Der Customer Service ist zudem prima, um in dem Unternehmen selbst bekannt zu werden, da man dort Kontakt zu vielen Leuten und Sparten im In- und Ausland hat. Dadurch eignet sich die Position auch als Sprungbrett für leitende Tätigkeiten.

Strebst du denn auch eine Führungsposition an?
Ja, ich mache gerade nebenbei ein von DB Schenker finanziertes Logistikassistent-Studium in Kooperation mit der Hochschule in Mannheim, das mich unter anderem darauf vorbereiten soll. Derzeit habe ich alle acht Wochen eine Woche Uni. Nach anderthalb Jahren steht die Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) an. Für den Logistikassistenten wird man von seinem Vorgesetzten vorgeschlagen und muss ein Auswahlverfahren durchlaufen und einen Eignungstest machen.

Was sollte man unbedingt für deinen Job mitbringen?
Sehr gute Englischkenntnisse sind eine Grundvoraussetzung, aber je mehr Sprachen man beherrscht, desto besser. Wichtig ist natürlich auch, ein kommunikativer Mensch zu sein, da man im Customer Service viel Kundenkontakt hat.

Was war bisher die größte Herausforderung?
Das war, als ich angefangen habe, und hauptsächlich für einen Großkunden zuständig war. Da gab es Sendungen, die absolut nicht der Norm entsprachen und nicht auf einem normalen Containerschiff transportiert werden konnten. Dafür mussten dann extra Schiffe gechartert werden. Dazu kam es zum Beispiel, wenn irgendwo ein neues Kraftwerk errichtet werden sollte alles zu einem gewissen Zeitpunkt da sein musste.

Du sagtest zwar, kein Tag sei wie der andere, aber dennoch wird es ja einen ungefähren Tagesablauf geben, oder?
Ich komme um halb acht ins Büro und fange an, meine E-Mails zu checken und arbeite die Aufträge der Kunden ab. Von ihnen kommen Anfragen für Transporte im In- und Exportbereich, sie wollen Preise oder Laufzeiten wissen, oder haben allgemeine Fragen zur Abwicklung. Mein Tag endet meist so zwischen halb fünf und fünf Uhr – wenn es gut läuft.

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