Vorteile Ausbildung
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25. Mai 2015

Sascha Gull

Ausbildung

Eine Berufsausbildung lohnt sich!

Die Vorteile des direkten Job-Einstiegs

Studieren um jeden Preis?

Wer das Abi in der Tasche hat, wird höchstwahrscheinlich ein Studium aufnehmen. Zum Wintersemester 2013/2014 betrug die Studienanfängerquote eines Jahrgangs 57,5 Prozent, über 806.000 Personen schrieben sich an deutschen Hochschulen ein. Viele Universitäten ächzen unter der Last der Studentenmassen. Wenn du schon ein konkretes Berufsbild vor Augen und keine Lust auf überfüllte Hörsäle und überbelegte Seminarräume hast, solltest du über eine Berufsausbildung als Alternative zum Studium nachdenken.

In vielen Bereichen werden frische Nachwuchskräfte händeringend gesucht. Laut Bundesbildungsbericht 2014 stehen vor allem im technischen und IT-Bereich die Chancen für Abiturienten gut. Und wer sich nach einer Ausbildung weiterbilden will, dem bieten viele Unternehmen die Gelegenheit, Zusatzqualifikationen (etwa Sprach- und Computer-Zertifikate) zu erwerben oder neben dem Beruf ein Studium aufzunehmen. So profitierst du gleich doppelt: Zum einen kannst du schon in jungen Jahren Berufserfahrung sammeln, zum anderen hast du nach vergleichsweise kurzer Zeit eine abgeschlossene Berufsausbildung plus Universitätsabschluss vorzuweisen!

Vorteile einer Berufsausbildung:

  • Während deine vollzeitstudierenden Altersgenossen in den meisten Fällen auf BAföG, Studienkredite oder Studentenjobs angewiesen sind, hast du in der Ausbildung bereits ein geregeltes Einkommen und häufst keine Schulden an.
  • Nach dem Bachelor-Studium sind mehrmonatige, mies oder gar nicht bezahlte Praktika in vielen Branchen Pflichtprogramm. Als Berufseinsteiger nach der Ausbildung kannst du auf ein vorangehendes Praktikum in den meisten Fällen verzichten, da du bereits einschlägige Berufserfahrung nachweisen kannst.
  • Wer sich während der Ausbildung im Betrieb profiliert, dem bieten viele Unternehmen nach erfolgreicher Ausbildung die Möglichkeit, ein Studium anzuhängen. Die Studienkosten werden oftmals vom Arbeitgeber übernommen. So sammelst du weiter Berufserfahrung, verdienst Geld und kannst "nebenbei" ein Studium abschließen.
  • solltest du dich nach der Ausbildung für ein anschließendes Studium entscheiden, hast du bereits erkenntnisreiche Einblicke ins Arbeitsleben gewonnen, kannst deine Stärken und Schwächen besser einschätzen und eventuell deine beruflichen Wunschpositionen eingrenzen.

 

Ausbildung oder Studium?

Natürlich gibt es zahlreiche Berufe, bei denen du um ein Studium nicht herum kommst. Wer Arzt, Anwalt oder Lehrer werden will, muss studiert haben. Doch in vielen Branchen gelingt der Einstieg in anspruchsvolle Jobs auch mit einer entsprechenden Ausbildung. Du willst in die Tourismusbranche? Dann kann eine Alternative zum Bachelor-Studiengang Tourismusmanagement die Ausbildung zum Kaufmann/-frau für Tourismus und Freizeit sein.

Für eine Karriere in der Bank kann dir eine Ausbildung zum Bank- oder Investmentfondskaufmann ebenso die Türen öffnen wie ein wirtschaftliches Studium. Und in Marketingabteilungen und Werbeagenturen gelangst du nicht nur mit einem entsprechenden Studium - auch eine Ausbildung zum Kaufmann/-frau für Marketingkommunikation kann hier der richtige Weg sein. 


Checkliste: Ausbildung

Beantworte dir zunächst folgende Fragen, um zu klären, ob Studium oder Ausbildung für dich infrage kommen:

  • In welchem Bereich will ich arbeiten? Bin ich eher theoretisch oder praktisch veranlagt?
  • Gibt es Ausbildungen, die mit meinem Wunsch-Studiengang vergleichbar sind?
  • Wo ist meine Wunschausbildung möglich und wie viele Ausbildungsplätze stehen zur Verfügung?
  • Wie viele Bewerber konkurrieren um die freien Plätze? Reicht mein Abi-Schnitt?
  • Wie sieht die Zukunftsperspektive aus? Bestehen Aufstiegsmöglichkeiten? Kann ich Zusatzqualifikationen erwerben?
  • Wie kann ich mich auf das Auswahlverfahren (Vorstellungsgespräch, Assessment-Center) vorbereiten?
  • Wie gliedert sich die Ausbildung? Kann ich eventuell verkürzen?
  • Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung? Bestehen Fördermöglichkeiten?

Wenn du dich partout nicht entscheiden kannst, ob Ausbildung oder Studium das richtige für dich ist (oder du die Vorzüge beider Bildungswege verbinden willst), solltest du vielleicht ein duales Studium in Erwägung ziehen.


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