Zoll Studium
Die Aufgaben beim Zoll am Flughafen sind vielfältig | Foto: Thinkstock/macrovector

Abi... und dann?

27.04.2017

Arbeiten am Flughafen Jobs

Karriere über den Wolken

Der Flughafen als Arbeitsplatz

Der Flughafen übt auf junge Leute eine große Anziehungskraft aus – als internationaler Arbeitsplatz bietet er eine Vielzahl an attraktiven Jobs, die dir UNICUM ABI vorste ... mehr »

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02. Mai 2017

Sandra Ruppel

Abi... und dann?

Am Flughafen: Wie du hier Karriere beim Zoll machst

Ausbildung beim Zoll

Wer sich für eine Karriere beim Zoll interessiert, der hat die Wahl zwischen zwei Ausbildungswegen: Eine zweijährige Ausbildung führt in den mittleren Dienst, ein dreijähriges duales Studium qualifiziert für den gehobenen Dienst. Doch um überhaupt einen Ausbildungs- oder Studienplatz zu bekommen, muss man so einige Hürden überwinden.

Einen Versuch wagen dennoch viele. "Dieses Jahr sind mehr als 1.500 Bewerbungen allein beim Hauptzollamt Köln eingegangen", berichtet Pressesprecher und Zolloberinspektor Ahland. Aber nur 800 der Bewerber durften auch zum schriftlichen Auswahlverfahren antreten. Wichtig sind vor allem die Noten in Mathe und Deutsch. Nach ihnen wird gefiltert, wer überhaupt am Eignungstest teilnehmen darf: "Mit einer Drei in Mathe und Deutsch hat man gute Chancen, zum Test eingeladen zu werden", so Ahland.

Sportlich, selbstbewusst, kein Menschenhasser

Immerhin, einen Sporttest wie bei der Polizei gibt es nicht: "Im mittleren Dienst muss man als Grundnachweis der körperlichen Fitness das Deutsche Sportabzeichen in Bronze vorlegen. Ansonsten haben wir im körperlichen Bereich aber keine Einschränkungen mehr", sagt Ahland. "Es gibt also auch keine Mindestgröße, keine Einschränkung für Brillenträger und kein Höchstalter bei der Bewerbung“, so Ahland. Er stellt aber klar: "Fakt ist, man muss kommunikativ sein, selbstbewusst und man sollte nicht kontaktscheu sein. Sonst ist man bei uns falsch. Wir haben immer mit Menschen zu tun."

Wer es durch das Auswahlverfahren geschafft hat und am Ende der Ausbildung oder des Studiums angekommen ist, der kann sich für ein Einsatzgebiet – wie zum Beispiel den Flughafen – bewerben: "Unsere Nachwuchskräfte können einen Wunsch äußern, wo sie hin möchten. Und in der Regel ist es auch möglich, den zu erfüllen", sagt Jens Ahland. "Gerade der Flughafen Köln-Bonn, der ja auch einen großen Frachtbereich hat, hat eigentlich immer freie Stellen", so der Pressesprecher.

Was macht der Zoll am Flughafen?

Jens Ahland ZollUnd was sind dann konkret die verschiedenen Aufgabengebiete am Flughafen? "Ein großer Bereich ist der Reiseverkehr", so Ahland. Urlauber und Geschäftsreisende werden bei ihrer Einreise kontrolliert: Haben Sie Medikamente dabei, die in Deutschland nicht zugelassen sind? Führen sie unerlaubte Lebensmittel ein? Oder wertvollen Schmuck, der versteuert werden müsste?

Ein weiterer wichtiger Bereich: Paketkontrollen. "Gerade der Köln-Bonner Flughafen ist ein großes Drehkreuz Deutschlands und Europas. Hier kommen Pakete aus den USA oder China an, werden direkt umgeladen und gehen in ein anderes europäisches Land", berichtet der Zolloberinspektor. Dementsprechend sind viele Kolleginnen und Kollegen damit beschäftigt, diese Pakete zu überprüfen und gegen Artenschutzverstöße bei mitgebrachten Tieren, Drogenschmuggel oder Produktpiraterie vorzugehen", so Ahland. "Denn wenn 500 Paar gefälschte Turnschuhe erstmal in Europa sind, ist es schwer, sie wieder abzufischen", ergänzt der Pressesprecher.

Auch wenn technische Geräte eingeführt werden sollen, werden diese geprüft: "Letztens haben wir Drohnen aus China aus dem Verkehr gezogen, die nicht den Sicherheitsbestimmungen entsprochen haben“, erinnert sich Ahland. "Da arbeiten wir dann mit der Bezirksregierung Köln zusammen und klären, ob solche Waren eingeführt werden dürfen, oder nicht", so der Zolloberinspektor.

Hunde? Hat hier jemand Hunde gesagt?

Und was ist mit den Spürhunden? Wie wird man Hundeführer beim Zoll? "Wir haben insgesamt 12 Zollhunde am Flughafen Köln-Bonn, aber 1.000 Beschäftigte beim Hauptzollamt Köln. Es ist nicht total aussichtslos, aber man kann sich schon ausrechnen, dass nicht jeder Hundeführer werden kann", bremst Ahland. Er warnt: "Die Frage nach den Hunden wird sehr oft gestellt. Aber wenn Hundeführer der einzige Job ist, der einen beim Zoll reizt, dann würde ich davon abraten, sich bei uns zu bewerben."

Auch deshalb, weil es nicht reicht, besonders tierlieb zu sein: "Unsere Hunde sind auch nicht mehr nur reine Spürhunde, sondern es sind außerdem auch Schutzhunde. Wenn die Tiere ausgebildet werden, macht man die Ausbildung mit ihnen zusammen", sagt Ahland. "Das heißt dann auch: rein in den Ganzkörperanzug und laufen. Der Hund rennt mit und packt einen", beschreibt der Sprecher des Kölner Hauptzollamts. "Ich habe das mal mitgemacht – ich bin fast zwei Meter groß und trotzdem hat der Hund mich ziemlich unter Druck gesetzt. Diese Trainingssituationen sind schon sehr intensiv", so Ahland.

"Man weiß vorher nie, was einen erwartet"

Ob mit Hund, oder ohne, der Job beim Zoll ist abwechslungsreich. Und auch das ein oder andere kuriose Erlebnis bleibt da nicht aus: "Wenn man seinen Dienst beginnt, weiß man vorher nie, was kommt," so Ahland. "Im Bereich Pakete hatten wir kürzlich eine große Überraschung – plötzlich hatten wir nämlich eine Eins-zu-Eins-Nachbildung des Europapokals vor uns," erinnert er sich. "Das hatte sich anscheinend jemand bestellt – die Nachbildung war auch wirklich gut gemacht. Sowas mal in der Hand zu halten, war schon ganz nett", schmunzelt Ahland. "Aber natürlich muss man dann trotzdem seinen Job machen und prüfen, ob unter Umständen ein Steuerstrafverfahren eingeleitet werden muss", fasst Ahland zusammen.


Ausbildung beim Zoll: Was du noch wissen musst

  • Wer in den mittleren Dienst möchte, der braucht mindestens einen qualifizierenden Hauptschulabschluss, einen Hauptschulabschluss mit einer Berufsausbildung oder einen Realschulabschluss.
    Für das duale Studium muss man Abi oder Fachabitur haben.
     
  • Man sollte sich im Vorfeld informieren, welche Aufgaben einen in welchem Bereich erwarten und dann überlegen, welche Laufbahn man anstrebt: Hundeführer etwa kann nur werden, wer im mittleren Dienst arbeitet. Auch wer in den Bereich Einsatztraining will, als Sport-, Selbstverteidigungs-, oder Schießtrainer, muss sich für den mittleren Dienst ausbilden lassen. Im gehobenen Dienst warten eher Personalführungsaufgaben auf die Absolventen.
     
  • Es ist weder möglich, die Ausbildung zu verkürzen, noch kann man quereinsteigen. Dafür muss während der Ausbildung oder des Studiums einfach zu viel Stoff vermittelt werden. Man muss also bereit sein, viel zu lernen – auch die intensive Auseinandersetzung mit Gesetzestexten gehört dazu.
     
  • Man sollte sich bewusst machen, ob man an der Waffe arbeiten möchte, oder nicht. Jeder, der direkten Personenkontakt hat, muss auch eine Waffe tragen. Wer hingegen beispielsweise im Bereich Paketkontrolle arbeitet, kommt ohne Waffe aus.
     
  • Beim Zoll gibt es Schichtdienste. Diese sind aber flexibler, als zum Beispiel bei der Polizei.
     
  • Im Regelfall trägt man beim Zoll am Flughafen Dienstkleidung.
     
  • Mehr Informationen zur Ausbildung beim Zoll unter www.zoll.de

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