Schulgeschichten
Unfassbar: Diese Schulgeschichten sind alle wahr! | Foto: Thinkstock/betyarlaca
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28. Mai 2015

Marie-Charlotte Maas

News

Schulgeschichten aus aller Welt

Lustig, kurios und merkwürdig

Harry Potter? In US-Schulen verboten!

Der arme Harry Potter findet an Muggelschulen kein Glück. Nachdem die Erlebnisse des Zauberlehrlings vor ein paar Jahren zunächst an englischen Schulen verboten wurden, zogen auch die USA nach. Harry Potter landete auf der sogenannten Blacklist, einer Aufzählung von 100 Titeln, die amerikanische Erwachsene nicht in den Regalen von Schulbibliotheken sehen wollen. Der Beststeller bendet sich in guter Gesellschaft. Ebenfalls auf der Liste stehen unter anderem "Fänger im Roggen" und "Tom Sawyer". Typisch Amis? Auch ein Chemnitzer Gymnasium hat J. K. Rowlings Geschichten auf den Index gesetzt. Eltern von zwei Fünftklässlern hatten religiöse Bedenken und sorgten dafür, dass Harry Potter durch das Buch "Rennschwein Rudi Rüssel" ausgetauscht wurde.


Wer zu spät kommt, den bestraft der Direktor

An der Bergius-Schule in Berlin-Friedenau geht es streng zu – sehr streng! Um Punkt halb acht Uhr werden die Schultüren geschlossen, wer dann noch hinein möchte, muss klingeln. Auf das Klingeln folgt die Strafe: Im Herbst heißt es Blätter zusammenfegen und im Winter den Schnee. Kommt ein Schüler drei Mal zu spät, geht ein Brief an die Eltern. Auch vergessliche Schüler bekommen ihr Fett weg: Wer sein Sportzeug nicht dabei hat, darf sich nicht etwa auf der Bank ausruhen, sondern hilft während der Sportstunde dem Hausmeister. Ach ja: Kaugummis, Handys und Mützen sind auch verboten. Zumindest die Eltern scheinen das strenge Regiment zu mögen – die Neuanmeldungen steigen stetig.


Wer zur Schule kommt, kriegt Geld

Stellt euch vor, ihr geht zur Schule und bekommt Geld dafür. Ein Traum? Für Schüler in den USA wurde er Wirklichkeit. An der Dohn Community High School bekommt man für den regelmäßigen Besuch des Unterrichts und ordentliches Betragen Geld. Von der neunten bis elften Klasse sind es zehn Dollar pro Woche, in der zwölften Klasse sogar 25 Dollar, plus fünf Dollar – die auf ein persönliches Sparkonto überwiesen werden. An das Sparguthaben kommen die Jugendlichen aber erst nach dem High School-Abschluss heran.

Diese pädagogische Maßnahme soll den Schülern Disziplin beibringen und sie von der Straße hinter die Schulbänke locken. Die Schüler stammen oft aus schwierigen Verhältnissen, nur 15 Prozent von ihnen schafften in der Vergangenheit den Abschluss, 40 Prozent waren chronische Schulschwänzer. Die Idee scheint zu funktionieren: Der regelmäßige Schulbesuch konnte von 60 auf fast 80 Prozent gesteigert werden.


Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser ...

... denkt sich wohl die Schulleitung des bekannten deutschen Internats Salem und schickt seine Schüler zum "Alkomat". Der steht in jedem Wohntrakt und dient wöchentlich dazu, stichpunktartig zu überprüfen, ob die Schüler verbotenerweise Alkohol getrunken haben. Strenge Sitten? Es geht noch strenger: Zu Beginn des Schuljahres wird ein Haar- und Urintest durchgeführt, um zurückliegenden Drogenkonsum entdecken zu können. Alkoholmissbrauch, Diebstahl oder Sex mit Mitschülern führen übrigens zum Rauswurf aus Salem.


Prügelstrafe an Schule? Die gibt's noch!

Wer denkt, die Prügelstrafe sei ein Relikt aus alten Zeiten, liegt falsch – leider! An vielen amerikanischen Schulen ist die körperliche Züchtigung immer noch an der Tagesordnung. Und zwar in fast der Hälfte der US-Staaten. Die Liste der Vergehen, die zur Bestrafung führen, ist lang und enthält keine dramatischen Punkte:

  • Heimliches Rauchen
  • Küssen
  • unerlaubtes Stehen im Gang
  • Kauen von Kaugummi
  • Stören des Unterrichts sind nicht gerne gesehen.

Besonders verbreitet ist die Prügelstrafe in Texas, Mississippi und Alabama. Oft wird mit einem harten Holzbrett, dem "paddle", auf den Hintern geschlagen. Und in Europa? In Deutschland ist die Prügelstrafe verboten. Vorreiter in der Abschaffung war übrigens Schweden. Dort wurde die Prügelstrafe bereits vor mehr als fünfzig Jahren untersagt! In unserem Nachbarland Frankreich ist sie erst seit 1991 verboten. Große Kämpfe mussten in Großbritannien ausgefochten werden: Das Land konnte sich lange Zeit nicht für ein Verbot erwärmen. Erst nachdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Praxis mehrfach verurteilte, untersagte man im Jahr 1987 die körperliche Züchtigung an öffentlichen Schulen. Die Privatschulen folgten erst elf Jahre später.


Baggy-Pants? Wer's lässig mag, hat's hier schwer

Tragen wozu man Lust hat? In Florida ist das nicht ohne weiteres möglich. Tief sitzende Hosen sind an den dortigen Schulen nicht gerne gesehen. Genau genommen sind sie sogar verboten. Wer Baggy-Pants trägt und dabei seine Unterwäsche aufblitzen lässt wird bestraft. Die Strafe reicht von einer harmlosen mündlichen Verwarnung über einen mehrtägigen Schulverweis bis hin zu dem Ausschluss von Schulaktivitäten. Dann verschwinden Football oder Theater-AG für die rebellischen Schüler für einen Monat von ihrem Aktivitätenplan.


Röcke und Fell-Stiefel verboten!

An einer Schule im englischen Suffolk herrscht seit 2004 striktes Rock-Verbot. Seitdem haben sich weitere Schulen angeschlossen: 41 an der Zahl haben in England eine solche Regelung eingeführt. Die Begründung: Der Aufzug sei bei einem Schulbesuch unangemessen. Hosen die angebrachtere Variante. Ob es sich in Hosen auch besser denken lässt, ist aber noch fraglich! Dass es noch ein bisschen absurder geht, beweist eine Schule im amerikanischen Philadelphia. Der Direktor untersagte dort das Tragen von Ugg-Boots. Die Begründung: Im weit geschnittenen Schaft der Stiefel könnten die Schüler verbotene Gegenstände in die Unterrichtsräume schmuggeln...


Keine "störende" Technik auf dem Schulgelände

Handys oder MP3-Player? In Deutschland dürfen die an manche Schulen darum gar nicht erst mitgebracht werden. An einem Gymnasium in Hessen wird in der Hausordnung festgelegt, dass sie nur zu bestimmten Zeiten benutzt werden dürfen – und zwar in einer bestimmten Zone in Sichtweite des Lehrerzimmers. Das hessische Schulgesetz erlaubt auch das Wegnehmen unerlaubter technischer Geräte durch die Lehrkräfte. In Bayern ist das Gesetz noch strenger: Dort sind Mobilfunktelefone und sonstige digitale Speichermedien, die nicht zu Unterrichtszwecken verwendet werden, auf dem Schulgelände von vorneherein auszuschalten.

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