Inhaltsangabe schreiben
Was gehört in eine Inhaltsangabe? Nur das Wichtigste! | Foto: Unsplash/Thought Catalog
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08. Mai 2017

Wiebke Mönning

Lernen

Kurz und knackig: So gelingt dir eine gute Inhaltsangabe

Kurz, kürzer, Inhaltsangabe!

Egal ob in Deutsch, Englisch oder Französisch – die Inhaltsangabe taucht immer wieder auf. Da lohnt es sich zu wissen, wie man einen Text richtig zusammenfasst. Denn das ist das Ziel einer Inhaltsangabe: Sie vermittelt die Handlung eines Texts, sodass jemand, der den Originaltext nicht kennt, trotzdem versteht, worum es geht.  

Das heißt, dass du dich wirklich auf die wichtigsten Momente des Texts konzentrieren musst. Details sind nebensächlich und damit unwichtig. Eine Inhaltsangabe ist vor allem eines: kurz. Wie lang genau sie sein darf, hängt ein bisschen vom Originaltext ab. Meistens ist sie aber nicht länger als zwei Drittel einer Seite.

Vor dem Inhalt: Die Einleitung

Wie jeder gute Text besteht eine Inhaltsangabe aus Einleitung, Hauptteil und Schluss. Als Einleitung reichen ein bis zwei kompakte Sätze, in denen du die Eigenschaften des Texts nennst, also:

  • Name des Autors
  • vollständiger Titel des Werks
  • Erscheinungsjahr
  • Textsorte (Roman, Sonett…)
  • Hauptfigur(en)
  • Thema des Werks (der innere Kampf, die unerfüllte Liebe…)

Beispiel für eine Einleitung

Die Komödie "Die Physiker" des schweizer Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt erschien 1961 vor dem Hintergrund des Kalten Kriegs. Anhand von drei Physikern, die in einem Sanatorium behandelt werden, wird die Verantwortung für die Folgen wissenschaftlicher Entdeckungen behandelt.  

Die Handlung zusammenfassen

Bei der Zusammenfassung des Texts solltest du dir besonders viel Mühe geben, sie ist schließlich der Hauptteil der Inhaltsangabe. Beschränke dich dabei auf die Handlungen, ohne die man den Originaltext nicht verstehen würde.

Auch wenn der Text selbst mit Zeitsprüngen erzählt wird, musst du die Ereignisse in der zeitlich richtigen Reihenfolge wiedergeben. Zu einer vollständigen Inhaltsangabe gehört auch das Ende des Texts. Es geht nicht darum, Neugier oder Spannung zu erzeugen, sondern den Inhalt aufzuzeigen. Also keine Angst vorm Spoilern!

Der Schluss als Kür

Wenn es nicht ausdrücklich in der Aufgabenstellung steht (oder der Lehrer es dir so beigebracht hat), braucht eine Inhaltsangabe keinen Schluss. Er ist eher ein kleines Bonbon, bei dem du die Wirkung des Texts oder die Absicht des Autors anmerken kannst. Frag am besten vor der Klassenarbeit nach, was für deinen Lehrer in den Schluss gehört.

Aber Vorsicht! Bei einer Inhaltsangabe geht es nicht um Analyse oder Interpretation. Das ist erst der nächste Schritt der Klassenarbeit.

Beispiel für den Schluss einer Inhaltsangabe

Mit "Die Physiker" verfolgt Dürrenmatt zwei Ziele: Zum einen möchte er zum Nachdenken über die verschiedenen Einstellungen der Wissenschaft und die Folgen, die diese haben können, anregen. Zum anderen wendet er in der Komödie seine eigene Dramentheorie der "schlimmstmöglichen Wendung" an, indem die wahnsinnige Ärztin die Weltherrschaft an sich reißt und dadurch alle Bemühungen der Physiker zunichtemacht.


Do's und Don'ts bei einer Inhaltsangabe

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