Klasse überspringen
Wer den Sprung wagt, sollte sich vorher Gedanken machen | Foto: Thinkstock/littlehenrabi
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28. Mai 2015

Simon Sperl

Auf einen Blick

Klasse überspringen

Eine Vorversetzung birgt Chancen und Risiken

Gründe und Regelungen für das Überspringen einer Klasse

  • Gute Noten sind ein Anzeichen, aber keine Voraussetzung, um dich vorversetzen zu lassen
  • Das Überspringen einer Klasse ist nur bis zur Oberstufe möglich
  • Eine Vorversetzung darf nicht die einzige Form der Begabtenförderung sein

Um eine Klasse überspringen zu können, musst du nicht unbedingt hochbegabt sein oder in jedem Fach ein "Sehr gut" haben. Gute Noten sind lediglich ein Anhaltspunkt, ob du geeignet bist, dich vorversetzen zu lassen. Entscheidend ist vielmehr, wie leicht dir das Lernen und das Erreichen der Noten fällt. Es ist wichtig, dass dir das Lernen und die Klassenarbeiten leichtfallen und du nicht wie ein Verrückter lernen musst. Fällst du im Unterricht durch Stören oder Aggressionen gegenüber Mitschülern auf oder hast keine Lust auf deine Hausaufgaben, kann das auch bedeuten, dass du überfordert bist.

Obwohl das Überspringen einer Klasse vor allem während Grundschulzeit vorkommt, erlauben es die Schulgesetze der Bundesländer auch in der Unter- und Mittelstufe. Allerdings solltest du dir die Gesetze deines Landes ansehen, weil beispielsweise in Berlin die Klassen 5, 7 oder 10 nicht übersprungen werden dürfen. Eine Vorversetzung ist in der Regel immer nur zum Ende eines Schulhalbjahres oder eines Schuljahres möglich.

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, müssen deine Eltern einen Antrag stellen. In einer Klassenkonferenz wird dann über diesen abgestimmt. Wenn deine Lehrer nichts dagegen haben, darfst du in eine höhere Klasse wechseln.

Vorteile und Risiken der Vorversetzung

Solltest du überlegen, eine Klasse zu überspringen, gilt es die Risiken und Vorteile gegenüber zu stellen. Zuallererst gilt: Du musst es wollen und nicht deine Eltern! Denn du musst nicht nur den gesamten Inhalt eines Schul(halb-)jahres aufholen, sondern dich auch in einem neuen Umfeld zurechtfinden. Schließlich wirst du mit neuen Klassekameraden zu tun haben, die alle ein Jahr älter sein werden. An einigen Schulen gibt es so genannte Springerklassen. Sollten also mehrere deiner Mitschüler vorversetzt werden, kommt ihr alle in dieselbe Klasse.

Falls du in der neuen Klasse ausgegrenzt und gemobbt wirst oder dich das Aufholen des verpassten Lernstoffes überfordert, kannst du auch wieder in deine ursprüngliche Klasse zurückkehren. Zumeist gibt es auch eine Art Probezeit, während der der Wechsel kein Problem ist. Hier sind aber auch deine Lehrer gefordert: Sie müssen dich bei der Integration unterstützen.

Gerade zu Beginn kann es passieren, dass deine Noten deutlich schlechter werden. Das liegt daran, dass du die verpassten Inhalte nacharbeiten musst und nicht über das Wissen deiner Mitschüler verfügst. Allerdings musst du dir deswegen keine Sorgen machen. Denn bei vielen Springern zeigte sich, dass sie schnell wieder zu den Klassenbesten gehörten.

Nur das Überspringen einer Klasse reicht allerdings nicht aus, damit keine Langeweile mehr entsteht. Um nicht erneut unterfordert zu sein, sollten du und deine Eltern weitere Mittel der Begabtenförderung wählen, beispielweise:

  • Lass dir vom Lehrer zusätzliche und vor allem schwerere Aufgaben stellen
  • Wähle auslastende Hobbies, die dich besonders interessieren
  • Schaue nach einem Studium für hochbegabte Schüler

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