Minijob für Schüler
Mit einem Minijob lässt es sich entspannter leben | Foto: Thinkstock/FotoimperiyA
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26. Mai 2015

UNICUM Onlineredaktion

Jobben

Minijob: Das erste eigene Geld verdienen

Infos zur geringfügigen Beschäftigung

Selbst eigene Wünsche verwirklichen

2011 arbeiteten rund 460.000 geringfügig Beschäftigte unter 19 Jahren in Deutschland, die meisten von ihnen Schüler. Eine von ihnen ist die 18-jährige Lisa aus München.

Während ihre Freunde am Wochenende ausschlafen, steht sie am Samstagmorgen bereits hinter der Theke beim Bäcker und verkauft Brötchen. "Meistens gehe ich aber trotzdem mit meinen Freunden abends weg und mache mich einfach früher auf den Heimweg", erzählt Lisa. Und so kann sich Lisa auch einiges mehr als viele ihrer Klassenkameraden erlauben. "Ich will mir eigene Urlaube leisten können."

Zweimal war sie von ihrem eigenen Geld schon unterwegs, einmal in Hamburg, einmal auf Mallorca. "Da macht der Urlaub gleich noch mehr Spaß, wenn man ihn sich selbst erarbeitet hat", findet sie.

Obwohl sie weniger als 400 Euro im Monat verdient, fällt sie in die Kategorie der sogenannten geringfügig entlohnten 450-Euro-Jobber und übt einen sogenannten Mini-Job aus.

Beim Minijob gibt es Brutto für Netto

Nicole Johann von der Minijob*-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung erklärt, warum das so ist: "Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung liegt vor, wenn der Verdienst regelmäßig im Monat die festgelegte Höchstgrenze von 450 Euro nicht übersteigt."

  • Alles bis zu einem monatlichen Gehalt von 450 Euro zählt als 450-Euro-Job.
  • Arbeitnehmer müssen keine Beiträge für die Renten- und Krankenversicherung zahlen.
  • Es gibt in der Regel brutto für netto – das Gehalt landet also ohne Abzüge auf dem Konto.
  • Gleiches gilt auch bei einem Ferienjob, der in der Fachsprache als kurzfristige Beschäftigung bezeichnet wird.

"Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn diese von vornherein auf nicht mehr als zwei Monate oder insgesamt 50 Arbeitstage im Kalenderjahr begrenzt ist", so Expertin Nicole Johann, "die Höhe des Verdienstes ist dabei unerheblich."

Dadurch, dass sowohl 450-Euro- als auch Ferienjobber nicht über die gesetzliche Einkommensgrenze von 8.004 Euro im Jahr kommen, bekommen die Eltern weiterhin Kindergeld und man selbst muss keine Steuern abführen.

Was ist eine sogenannte Gleitzeitzone?

Immer wieder findet man jedoch auch Aushänge, in denen Schüler und Studenten auf 800-Euro-Basis gesucht werden. "Wenn das monatliche Arbeitsentgelt zwischen 450,01 und 850 Euro liegt, sind Arbeitnehmer in der sogenannten Gleitzone beschäftigt", erklärt die Expertin. "Während geringfügige Beschäftigungen versicherungsfrei bleiben, sind Beschäftigungen in der Gleitzone versicherungspflichtig."

Im Klartext:

  • Wer regelmäßig mehr als 450 Euro verdient, muss einen Teil seines Gehalts gleich wieder für Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung abgeben – das sind größtenteils Bereiche, die bei 450-Euro-Jobs vom Arbeitgeber bezahlt werden.
  • Da kann es schnell passieren, dass beim vermeintlich besser bezahlten Job weniger Geld auf dem eigenen Konto landet.
  • Deshalb empfiehlt sich allen Schülern, einen 450-Euro- oder Ferienjob auszuüben.

Der Arbeitgeber hilft beim Minijob

In der Theorie klingt das alles kompliziert, in der Praxis übernimmt für die meisten Minijobber jedoch der Arbeitgeber die wichtigen Formalitäten. "Ich musste nur auf der Gemeinde eine Lohnsteuerkarte beantragen und diese mit einer Ausweiskopie zu meinem Chef bringen, den Rest hat er geregelt", erzählt Miso. Er ist 17, macht im Moment sein Fachabitur und arbeitet bei einem Discounter an der Kasse.

Das Kassensystem hat er am Anfang schnell verstanden, problematisch waren eher die unterschiedlichen Gemüsesorten und die zugehörigen Codes für die Kasse. "Am Anfang muss man schon genauer hinsehen, ob man einen Kopf-, Endivien- oder Eisbergsalat vor sich liegen hat", so Miso.

Obwohl Miso hauptsächlich unter der Woche arbeitet, kommen sich Job und Schule kaum in die Quere. "Wenn ich nur bis 13 Uhr Schule habe, dann geht das relativ locker", sagt Miso, "aber wenn ich auch noch Nachmittagsunterricht habe und dann eine S-Bahn zu spät kommt, wird es ziemlich eng."

Noch dazu ist es kein Problem, wenn Miso aufgrund von Klausuren nicht arbeiten kann: "Dann gebe ich einfach früh genug meinem Chef Bescheid und bekomme dann auch frei."


Sonderurlaub für die Abi-Vorbereitung

Auch Joel bekommt bald frei – drei Monate Sonderurlaub für die Vorbereitung auf sein Abitur stehen ihm bevor. Er arbeitet auf 450- Euro-Basis und hat es im Gegensatz zu Miso mit einem weitaus komplizierterem Kassensystem bei einem Fast-Food-Restaurant zu tun.

"Es hat einige Zeit gedauert, bis ich alle Produkte aus unserem umfangreichen Sortiment draufhatte", erzählt Joel aus seiner Anfangszeit. "Und wenn die Leute alle Sachen einzeln bestellen, dann wusste ich erst später, ob es sich rentiert, daraus eine Menübestellung zu machen."

Joel arbeitet ausschließlich am Wochenende und hält das für die ideale Lösung: "Ich komme so in keine Konflikte mit der Schule. Denn ich weiß ja im Voraus, dass ich zu dieser Zeit partout nicht lernen kann, und kann mir den Stoff dementsprechend aufteilen."

Altersvorschriften beachten

Lisa, Miso und Joel scheinen Nebenjob und Schule mit Leichtigkeit miteinander vereinbaren zu können – einen großen Anteil daran haben jedoch die Bestimmungen des Gesetzgebers.

  • "Jugendliche dürfen in der Regel erst ab 15 Jahren für höchstens acht Stunden am Tag arbeiten", erklärt Nicole Johann von der Minijob-Zentrale.

Wenn also alles Bitten und Betteln bei den Taschengeld-Verhandlungen nicht hilft, musst du den Kopf nicht in den Sand stecken. Höre dich in deinem Bekanntenkreis um, ob in ihren Betrieben Schüleraushilfen gesucht werden, oder geh an einem ruhigen Nachmittag ins nächstgelegene Einkaufszentrum und frage spontan in Geschäften nach einem Job. Denn genau so hat es sowohl bei Lisa als auch bei Miso und Joel mit dem Minijob und dem ersten eigenen Geld geklappt.

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