Ferienjobs Rechte
Kellnern ist ein beliebter Ferienjob | Foto: Thinkstock/Jupiterimages
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28. Mai 2015

Marie-Charlotte Maas

Jobben

Arbeitsrecht bei Ferienjobs

Geld verdienen während der Sommerferien

Gesetzliche Regelungen

Das Jugendarbeitsschutzgesetz legt verbindlich fest inwieweit Kinder und Jugendliche arbeiten dürfen. Diese Vorschriften solltet du kennen, um beim Neben- oder Ferienjob auf der sicheren Seite zu sein.

  • 13 bis 15 Jahre: Mit der Zustimmung deiner Eltern, darfst du pro Tag maximal zwei Stunden arbeiten. Die Arbeitszeit muss zwischen acht und 18 Uhr liegen. Arbeit am Wochenende ist komplett untersagt.
  • 15 bis 18 Jahre: Erlaubt ist eine wöchentliche Arbeitszeit von bis zu 40 Stunden. Mehr als acht Stunden täglich oder Arbeit am Wochenende ist verboten. Da die Schulferien in erster Linie der Erholung dienen, darfst du pro Jahr nicht mehr als vier Wochen in den Ferien beschäftigt sein. Es gibt aber auch immer wieder Ausnahmen, die zum Beispiel Wochenendarbeit möglichen machen.
  • Pausen: Bei einer täglichen Arbeitszeit von viereinhalb bis sechs Stunden, ist eine Pause von mindestens 30 Minuten Pflicht. Bei mehr als sechs Stunden pro Tag, musst du eine Stunde Pause machen.
  • Generell gilt: Arbeiten an gefährlichen Maschinen oder Materialien, Akkordarbeit und Arbeit unter extremen Witterungsbedingungen sind für Schüler verboten.
  • Vor Aufnahme der Tätigkeit, solltest du unbedingt auf einen schriftlichen Vertrag bestehen. Darin müssen Arbeitszeiten, Gehalt und Tätigkeiten beschrieben sein.

Sozialversicherung, Lohnsteuer und Unfallversicherung

Bei Ferienjobs und kurzfristigen Minijobs (Jobs bis zu einem Monatsverdienst von maximal 450 Euro) fallen in der Regel keine Beiträge zur Sozialversicherung an. Dies ändert sich jedoch, wenn die Beschäftigungsdauer mehr als zwei Monate oder mehr als 50 Arbeitstage beträgt. Dann musst du sowohl als Beschäftigte als auch der Arbeitgeber Beiträge in die Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung und Unfallversicherung einzahlen.

Generell sind auch Ferienjobs lohnsteuerpflichtig. Allerdings musst du erst Steuern zahlen, wenn der monatliche Lohn über 896 Euro liegt. Solltest du jedoch in einem Ferienjob Lohnsteuern gezahlt haben, kannst du dir diese über den Lohnsteuerjahresausgleich zurückerstatten lassen. Denn eine Lohnsteuer wird erst ab einem jährlichen Einkommen von 8.130 Euro fällig.

Unfallversicherung: Der Arbeitgeber ist verpflichtet, während des Ferienjobs eine Unfallversicherung für dich abzuschließen. Die Beiträge zu dieser Pflichtversicherung sind vom Arbeitgeber an die zuständige Berufsgenossenschaft zu entrichten. Bei einem Arbeitsunfall übernimmt der Unfallversicherungsträger den Schaden.

Ferienjob und Kindergeld

Für den Erhalt des Kindergeldes spielt der Verdienst während der Ferienzeit und auch neben der Ausbildung keine Rolle mehr. Die bis Ende des Jahres 2011 geltende Verdienstgrenze von 8.004 Euro hat due Gültigkeit verloren. Der Anspruch auf Kindergeld erlischt nun sobald die regelmäßige Arbeitszeit mehr als 20 Stunden beträgt. Allerdings gilt dies nur dann, wenn die Beschäftigungsdauer länger als zwei Monate beträgt. Wer nur in den Sommerferien arbeitet, braucht sich um das Kindergeld also in der Regel keine Sorgen machen.

Sommerjob und Hartz IV

Hartz IV schließt einen Ferienjob in der Sommerzeit nicht aus. Du hast die Möglichkeit, bis zu 1.200 Euro im Jahr zu verdienen, ohne dass du davon etwas abgeben musst. Wichtig ist nur, dass du deine Beschäftigung der zuständigen Arbeitsagentur meldest. Sollte der Ferienjob monatlich nicht mehr als 100 Euro einbringen, ist er komplett anrechnungsfrei.

Vorsicht: Ein Jugendlicher darf 3.850 Euro an Sparvermögen besitzen. Überschreitest du diese Maximalgrenze, erfüllst du die Hartz IV Voraussetzungen nicht mehr und musst mit Kürzungen rechnenn. Kaufst du dir von dem verdienten Geld aber beispielsweise einen neuen Computer oder fährst in den Urlaub, musst du nichts befürchten.

Falls deine Eltern Arbeitslosengeld I beziehen, kannst du deine Einnahmen auf jeden Fall behalten.

Arbeiten und Schüler BAföG

Ab einem monatlichen Gehalt von mehr als 400 Euro, wird dein Verdienst auf das BAföG angerechnet. Jährlich dürfern deine Einnahmen nicht über der Maximalgrenze von 4.800 Euro liegen. Wenn doch, wird das BAföG gekürzt und du musst zu viel erhaltenes Geld zurückzahlen. Auch hier gilt: Das zuständige BAföG-Amt muss über jede Art von Beschäftigung informiert sein. Es spielt keine Rolle, ob das Gehalt angerechnet wird oder nicht. 

Achtung: Verdienst du in einem Monat mehr als 400 Euro und sonst im ganzen Jahr nichts mehr, liegst du zwar deutlich unter der jährlichen Einkommensgrenze, musst aber trotzdem mit Abzügen rechnen.


Quellen: www.dgb-jugend.de, www.arbeitsagentur.de, www.das-neue-bafoeg.de, www.sozialpolitik.com

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